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Tankard im Interview (Januar 2011)

Neues Album, noch immer Thrash, und dann auch noch „Sturm der Liebe“

Artwork der aktuellen CD

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The-Pit.de: Was für eine Botschaft – spontan hatte ich gedacht: Warum nehmen sie denn Krombacher? Das schmeckt doch gar nicht.

Gerre: Das ist eigentlich Binding–Bier, was nur umretuschiert worden ist. Die Idee kam von unserem Manager, und der hatte wirklich so ein Binding-Bierkasten abfotografiert. Der Heiko Kramer hat sich dann daran gesetzt. Bei uns ist das immer so, dass das Cover lange vor der Platte fertig ist. Das war eigentlich die letzten Jahre immer so. Die Idee für ein Cover ist schon immer sehr früh geboren und meistens auch schon fertig, bevor für die Scheibe überhaupt ein Ton aufgenommen wurde. Ich denke, das passt zu Tankard. Natürlich kann man sagen: Klischee hoch zehn, aber wenn wir die nächsten vier Alben rosa Blümchen auf das Cover packen, dann nimmt uns das auch keiner ab. Von daher muss man das Ganze mit ein bisschen Humor und Selbstironie sehen. Es ist ein sehr simples Ding, aber ich find es cool.

The-Pit.de: Die neue Scheibe ist ja wieder ein amtlicher Hammer geworden…

Gerre: …Ja, danke schön.

The-Pit.de: Allerdings scheint ihr an der Produktion insgesamt etwas zu ändern, die Scheibe hört sich... nun ja... aufgeräumter an. Ihr habt ein bisschen mehr Gas herausgenommen, der Sound ist cleaner, weniger thrashig. Was ist passiert?

Gerre: Wir haben ja seit der „B-Day“ immer mit dem Andy Classen zusammengearbeitet und waren auch immer super zufrieden. Er hat auch immer fette Alben herausgebracht, aber wir wollten dieses Mal etwas ganz anderes machen, wollten einfach mal mit einem anderen Produzenten arbeiten und haben dann mit dem Michael Mainx gearbeitet. Ich bin auf Michael gekommen, weil wir mit ihm schon einmal für einen Sampler einen Eintracht-Song aufgenommen hatten. Uns war vorher schon klar, dass sich an den Sounds etwas ändern wird. Dass wir Gas herausgenommen haben, würde ich jetzt nicht unbedingt so unterschreiben. Vom Songwriting her steht das in einer Reihe mit den letzten Scheiben, vielleicht einen kleinen Tick melodischer hier und da, aber natürlich ist der Sound vollkommen anders, weil es z.B. kein getriggertes Schlagzeug gibt, es ist genau das Schlagzeug, was eingespielt worden ist, und der Sound klingt natürlich erdiger, dafür aber auch transparenter, und wir mussten uns erst auch ein bisschen daran gewöhnen, aber je öfter ich das Dinge höre, umso mehr stehe ich hinter der Entscheidung, dass wir das gemacht haben. Man hört auch wirklich jedes Instrument heraus. Wie gesagt, die Produktionen mit dem Andy Classen, da will ich im Nachhinein nicht herummäkeln, man kann irgendwie nicht sagen, das war alles scheiße, was wir in den letzten acht Jahren gemacht haben, aber wir haben einfach gedacht, etwas anderes auszuprobieren; nicht, weil es jetzt gerade trendig ist, denn ich höre jetzt immer mehr, dass es wieder ein bisschen mehr in diese Richtung geht. Wir haben aber auch super viel mit dem Gesang gemacht. Ich habe im Studio noch nie soviel Arbeit in die Vocals investiert, ich war nicht genervt, aber es hat einfach ewig lang gedauert; ich hab tausend Sachen ausprobiert und wieder verworfen, mehrstimmige Sachen, und das hat einfach total viel Spaß gemacht, und es lag an mir, weil ich dachte: Ja, da kannst du vielleicht noch fünf Prozent herausholen. Und da war das der absolut richtige Mann für. Auf jeden Fall. Auf der nächsten Platte werden wir sehen. Vielleicht gehen wir wieder zurück, vielleicht ganz woanders hin, man macht vielleicht da noch eine Platte, da sind wir erst einmal noch nicht festgelegt. Dann schauen wir einfach mal. Wir waren natürlich schon sehr gefordert, und es war schon ein hartes Stück Arbeit.

The-Pit.de: Dann hat sich euer Songwritingprozess gar nicht geändert – nur die Arbeit im Studio war dieses Mal komplett anders.

Gerre: Genau. Unser Songwritingprozess hat sich dahingehend geändert, dass dieses Mal alle Songs unser Gitarrist geschrieben hat; und zwei Herrschaften, die ja auch immer mal wieder einen Song beigetragen haben, zumindest was die musikalische Seite betrifft, die waren dieses Mal spät dran, und so waren alle zehn Songs vom Andy, und ich kümmere mich dann immer um die Melodylines. Andy hat ein kleines Studio zuhause, und ich bekomme dann irgendwann eine CD mit den ganzen Teilen vom Song, und dann probiere ich rum, dann nehmen wir auf, dann schauen wir, schmeißen Teile wieder weg, dann wird hier herumgefeilt – so entsteht eigentlich eine Platte. Das Aufnehmen letzten Endes ist dann ja nur noch das Endresultat dieses Prozesses, und natürlich mit richtigen Texten. Ich hatte auch viele Ideen, wir haben viel ausprobiert: leg da mal noch eine schreiende Stimme drunter, da eine geflüsterte, mach dies, mach das; ganz viele Kleinigkeiten eigentlich, was ich so in dem Maße eigentlich nicht gewohnt war, und wie gesagt: Ich stand da stundenlang, es ging Zeile für Zeile nicht so richtig vorwärts, ganz anders als früher: Drei Takes, alles klar, alles super. Das war für mich auch mal eine ganz neue Erfahrung, auch eine, die gewollt war - dass es dann so ausartet hätte ich auch nicht gedacht, aber ich war da zu keinem Zeitpunkt genervt, hab mich nicht auch stundenlang gequält: Du musst jetzt genau den Ton treffen. Man trifft immer nur die Sachen, die man auch fühlt.

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