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Swallow The Sun im Interview (Februar 2019)

Musikalische Therapie

The-Pit.de: Und kannst du was zu dem verstörenden, voller Symbolik steckenden Videoclip sagen?

Mikko: Hm, den Clip kann ich nicht wirklich erklären, das musst du selbst herausfinden. Aber der ist schon ziemlich cool.

The-Pit.de: Ja, von der Ästhetik passt er gut zur Musik. Ästhetisch ist auch ein gutes Stichwort zu dem wunderschönen Artwork beider Platten, die natürlich auf gewisse Weise miteinander verbunden sind. Kannst du dazu etwas erzählen?

Mikko: Nun, es sind natürlich auch was das Artwork betrifft Juhas Visionen, die hier umgesetzt wurden. Er hat hier mit demselben Typen (Fursy Teyssier – hat u.a. bereits mit The Vision Bleak, Secrets Of The Moon und Ghost Brigade zusammengearbeitet; Anm.d.Verf.), der auch das Layout für das Hallatar-Album gestaltet hat, gearbeitet, was Sinn ergibt, da dadurch eine Verbindung zwischen den Alben entsteht. Und es war so leichter für ihn, Juhas Ideen des Artworks umzusetzen, da er ihn bereits kannte. Es ist zwar ein simples, aber doch sehr schönes Artwork.

The-Pit.de: Absolut. Ihr habt außerdem zwei neue Leute in der Band: Juho Räihä an der Gitarre und Jaani Peuhu am Keyboard…

Mikko: …und für den Hintergrundgesang ist er auf dem Album ebenfalls zuständig…

The-Pit.de: …und ich dachte die ganze Zeit, da würde eine Frau singen. So kann man sich irren… Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Markus Jämsen und Aleksi Munter ausgestiegen sind? Man munkelt, Aleksi habe das Musikbusiness sogar komplett aufgegeben.

Mikko: Ja, er macht seit einiger Zeit etwas anderes, hat schon vor einer Weile mit der Musik aufgehört. Er besitzt eine eigene Firma und hat schon immer sehr viel gearbeitet. Früher hat er sogar manchmal von der Tour aus gearbeitet und stand deswegen kurz vor einem Burn-out, deswegen hat er sich entschieden auszusteigen und sich auf seine Firma zu konzentrieren. Was clever ist, denn mit einem richtigen Job kann man viel mehr Geld verdienen (lacht). Und was Markus betrifft, so hat er nach 17 Jahren einfach die Motivation verloren, wofür ich ihn ganz bestimmt nicht verurteilen will: Es war all die Jahre harte Arbeit, außerdem hat er Probleme mit dem Hören bekommen und wollte sein Gehör nicht noch weiter beschädigen.

The-Pit.de: Man muss schon sehr idealistisch sein, wenn man solche Musik macht wie ihr, von der man weiß, dass man damit garantiert nie reich wird.

Mikko: Das stimmt.

The-Pit.de: Lass uns kurz einen Schwenk in die jüngere Vergangenheit machen: 2015 habt ihr mit dem Triple-Album „Songs From The North“ ein wahres Mammutwerk vorgelegt, bei dem jede CD stilistisch etwas anders gelagert ist. Mich würde interessieren, welche Scheibe du im Nachhinein als beste oder wichtigste betrachtest.

Mikko: (ohne Zögern) Ich mag die zweite am liebsten. Sie hat die besten Songs und sie war für mich auch sehr speziell, denn es war das erste Mal, dass wir ein komplettes Album nur mit cleanem Gesang gemacht hatten, was eine nette Abwechslung war. Deswegen würde ich sie – jedenfalls für mich – als die wichtigste CD bezeichnen.

The-Pit.de: Erscheint logisch, wenn man die Entwicklung zum aktuellen Album betrachtet. Früher hast du außerdem bei der Band Barren Earth gesungen, die mittlerweile zwei Alben mit deinem Nachfolger Jon Aldará aufgenommen haben. Hast du diese beiden Platten gehört?

Mikko: Ja sicher. Die Band hat sich musikalisch etwas verändert, aber mir gefallen auch diese Alben sehr gut.

The-Pit.de: Sehe ich auch so. Und als ich damals las, dass Jon der neue Sänger bei Barren Earth werden soll, dachte ich gleich: Wow, sie hätten kaum einen besseren Ersatz finden können!

Mikko: Ja, er ist ein toller Typ und ein großartiger Sänger. Im Übrigen war ich es selbst, der ihn in die Band gebracht hat. Als ich damals ausstieg, schrieb ich ihm gleich eine Nachricht, dass er mich ersetzen soll.

The-Pit.de: Das wusste ich nicht, das ist natürlich cool. Was hörst du selbst momentan denn sonst so an Musik? Gab es irgendwas im letzten Jahr, was dir besonders gut gefallen hat?

Mikko: Ja, es gab im letzten Jahr sicher einige gute Platten: Ich mag die neue Behemoth, die neue Marduk und zuletzt habe ich sehr viel Steven Wilson gehört. Aber ich höre natürlich nach wie vor auch den ganzen Old-School-Kram wie Genesis, Phil Collins oder Type O Negative.

The-Pit.de: Cool, ich hatte gerade letztes Jahr eine Phase, wo ich die ganze Zeit nur Genesis rauf- und runtergehört hab. Und auch wenn ich die Peter Gabriel-Phase bevorzuge, finde ich die Sachen mit Collins als Lead-Sänger nicht so schlecht, wie sie gerne mal gemacht werden.

Mikko: Ich mag auch beide Phasen. Aber ich höre generell wirklich sehr unterschiedliche Musik.

The-Pit.de: Zu guter Letzt: Wie sieht es bei euch mit einer Tour zum Album aus? Bisher gibt es meines Wissens noch keine Daten.

Mikko: Ja, da arbeiten wir noch dran. Die Daten für Nordamerika stehen bereits, aber bald werden auch die Termine für Europa bekanntgegeben. In ein paar Wochen dürfte es soweit sein.

Fans müssen sich also noch ein wenig gedulden, bis die Finnen wieder die europäischen Bühnen unsicher machen, doch bis dahin kann man sich ja noch ausgiebig mit dem aktuellen Album „When A Shadow Is Forced Into The Light“ beschäftigen. Hauptsache, die Band spielt nicht wieder im Headcrash, falls sie auch diesmal nach Hamburg kommt; die Erinnerungen an jenes Konzert sind bezüglich des Sounds doch wenig positiv…

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