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Swallow The Sun im Interview (Februar 2019)

Musikalische Therapie

The-Pit.de: Insgesamt empfinde ich das Album als deutlich ruhiger als die Vorgänger, es gibt wesentlich mehr clean gesungene Parts. Zwei kommen sogar komplett ohne Growls und Screams aus.

Mikko: Richtig, es gibt definitiv mehr cleane Parts, doch ich denke, genau das brauchten diese Songs auch.

The-Pit.de: Übrigens muss ich an der Stelle mal erwähnen, dass ich dich ohne Scheiß für einen der derzeit verdammt noch mal besten Metalsänger überhaupt halte.

Mikko: Thank you, Sir!

The-Pit.de: Du besitzt eine sehr vielseitige Stimme, der Cleangesang ist einfühlsam und hat sich meiner Ansicht nach auf dem aktuellen Album noch verbessert, die Growls und Screams sind mächtig und vor allem gut verständlich, was nicht unbedingt der Normalfall ist. Ich bewundere so was – wenn ich versuche zu growlen, ist meine Stimme ganz schnell im Arsch. Wenn man allerdings Extrem-Metal-Sänger nach ihrer Technik fragt, können sie meist nicht wirklich darauf antworten, wie sie es tun, nur dass sie es halt einfach tun.

Mikko: Ja, das stimmt. Hm… (überlegt) Ich mache das auch schon so ziemlich seit ich ein Kind bin… Ich habe meine erste Black-Metal-CD 1997 gekauft, als ich 13 war. Daher habe ich zu screamen und zu growlen schon in einem sehr jungen Alter gelernt, und mit den Jahren lernt man seinen Körper besser kennen und welche Technik die beste für einen ist. Das bedeutet, meine Technik muss nicht notwendigerweise die richtige sein und könnte bei dir zum Beispiel nicht klappen. Man muss es einfach ausprobieren und sehen, was für einen funktioniert. Alles was ich ganz sicher sagen kann ist: Wenn es wehtut und du sofort deine Stimme verlierst, machst du es falsch. Versuche dann lieber eine andere Technik anzuwenden.

The-Pit.de: Hast du bestimmte Einflüsse als Sänger?

Mikko: Ich war immer ein großer Fan von Nick Cave, der hatte schon einen großen Einfluss auf mich. Und ich habe immer viel Black Metal gehört, zum Beispiel Marduk. Oder auch alte Morbid Angel, solches Zeug.

The-Pit.de: Auf dem neuen Album finde ich insbesondere die ersten und die letzten beiden Songs am besten. Gibt es bei dir ein Stück, das du als Lieblingstrack bezeichnen würdest?

Mikko: Ich würde auch die letzten beiden als die besten bezeichnen. „Here On The Black Earth“ ist möglicherweise mein Favorit.

The-Pit.de: Den fand ich sofort ganz toll. Mit der Orgel im Hintergrund höre ich da sogar ein bisschen Pink Floyd heraus, zumindest eine leicht psychedelische Atmosphäre.

Mikko: Ja, da haben wir mal was für uns Neues ausprobiert; da sind definitiv old-schoolige Keyboardsounds zu hören.

The-Pit.de: Gerade im sogenannten Death-Doom-Genre sehe ich es als wichtig an, neue Impulse zu setzen, denn viele werfen dieser Art Musik nicht ganz zu Unrecht gerne Monotonie vor.

Mikko: Ja, wobei ich denke, dieses Album ist sehr weit entfernt von Death-Doom.

The-Pit.de: Stimmt natürlich. Ganz im Gegensatz allerdings zu dem Longtrack „Lumina Aurea“, den ihr einen Monat vor dem Album separat herausgebracht habt. Dieser ist vielleicht am ehesten mit der dritten „Songs Of The North“-CD vergleichbar, wobei es sich mehr um eine ultradüstere Soundcollage handelt. Wie war deine erste Reaktion, als Juha dir dieses Stück gezeigt hat? Und bist du es oder Juha, der diese lateinischen Worte spricht?

Mikko: Meine erste Reaktion war natürlich „What the fuck is this?! – Das ist mal richtig dunkel, das ist fast schon zu viel…“ (lacht) Aber es sind weder ich noch Juha, ich mache nur ein paar Screams im Hintergrund; der Sprecher ist ein Freund von uns, Marco Benevento von der italienischen Band The Foreshadowing. Da er Latein spricht und die Sprache kennt, konnte er uns dabei aushelfen.

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