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Steven Wilson im Interview (März 2013)

Ein Regisseur und seine Schauspieler

Im Herbst 2012 brachte Wilson außerdem seine erste Solo-Blu-ray/-DVD heraus

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The-Pit.de: Wie hat sich denn das eher ungewöhnliche Cover zu „The Raven…“ entwickelt?

Steven: Nun, als ich die Idee mit den übernatürlichen Kurzgeschichten hatte, wollte ich das Artwork wie ein Buch präsentieren, die Art Buch, die man in antiken Büchergeschäften findet, also nicht neu oder modern, sondern wie vor hundert Jahren herausgebracht. Damit wollte ich ebenfalls diese Märchenatmosphäre erreichen, aber auch Dunkelheit, die übernatürlichen Geschichten nun einmal innewohnt; die Art Dunkelheit mit beinahe kindlichem Märchen-Feeling eben. Und da ich mit dem deutschen Künstler Hajo Müller zuvor bereits zusammengearbeitet hatte, wusste ich sofort, er wäre perfekt für den Job. Also setzten wir uns gemeinsam hin, ich erklärte einige meiner Ideen für die Geschichten, er hatte selbst auch ein paar Ideen für eigene Geschichten, für die ich teilweise auch Songs schrieb, und so kamen die Storys schließlich zustande, für die er diese visuelle Welt entwarf, die mich total umgehauen hat – genial!

The-Pit.de: Simpel, aber wohl gerade deswegen qualitativ hochwertig.

Steven: Wie bei fast allen Dingen: Das Einfache ist häufig das Schönste.

The-Pit.de: Was ich ganz lustig finde: Du hast gerade die Arbeit am Remixen des Backkatalogs von Emerson, Lake & Palmer niedergelegt, da du meintest, du könntest dich nicht ausreichend mit deren Material identifizieren. Das ist nur so konsequent und ehrlich, trotzdem höre ich gerade bei „The Holy Drinker“ an einer Stelle deutlich ELP heraus.

Steven: Da ist ein kleines Hammondorgel-Riff, ja; möglicherweise das Einzige, was ich wirklich an ELP mag – wenn Keith auf der Orgel abgeht.

The-Pit.de: „Pictures At An Exhibition“ empfinde ich schon als tolles Album, muss ich sagen…

Steven: Na ja, es gibt Aspekte, die ich an ELP mag, so eben den Sound der Hammondorgel.

The-Pit.de: Der legendäre Alan Parsons hat diesmal als Engineer fungiert. Wie war es, mit ihm zu arbeiten – konntest du von ihm immer noch was lernen?

Steven: Ich hab ihn nicht wirklich geholt, um etwas von ihm zu lernen, sondern mehr, um ihn das tun zu lassen, von dem ich wusste, dass er es fantastisch machen würde. Denn die Platte wurde, wie erwähnt, hauptsächlich live im Studio eingespielt. Man muss sich das so vorstellen: Ich war in einem Raum mit den Musikern, und Alan war auf der anderen Seite der Scheibe im Kontrollraum und nahm alles auf. Deswegen konnte ich, da Alan involviert war und ich wusste, wie gut er in seinem Job ist, ihn einfach machen lassen. Ich hab gar nicht großartig geguckt, was er gemacht hat, das war auch nicht nötig, denn immer wenn ich kam, um reinzuhören, klang es grandios. Von daher habe ich nicht wirklich etwas gelernt von dieser Erfahrung, nur war das auch gar nicht die Absicht. Die Idee war einfach, lass uns Alan Parsons holen und machen lassen; dem brauche ich nicht über die Schulter gucken, der ist professionell, auf den kann ich mich verlassen und mich ganz auf meine Aufgabe als musikalischer Leiter konzentrieren.

The-Pit.de: Auf der letzten Tour hattet ihr diesen Schleier vor der Bühne. Warum?

Steven: Weil ich denke, dass es fantastisch aussieht. Ich wollte etwas visuell Interessantes haben, und man kann einige tolle Effekte mit Licht, Schatten, Filmen und Projektionen kreieren mit diesem Vorhang vor der Bühne. Ich bin nicht der Erste, der das verwendet, ich hab das von Trent Reznor und Massive Attack geklaut (grinst), aber ich dachte, wir könnten damit ein bisschen was anderes als sonst machen.

The-Pit.de: Es ist ja auch ein cooler Moment, wenn der Vorhang dann herunterkommt, und die Leute durchdrehen, wie auch auf der Blu-ray „Get All You Deserve“ zu sehen ist. – Was ich aber unbedingt fragen wollte, beim letzten Mal allerdings vergessen habe: Der Titel des Openers auf deinem ersten Soloalbum lautet „Harmony Korine“. Zunächst wusste ich gar nicht, dass das eigentlich ein amerikanischer Filmregisseur ist. Wie kam es dazu, dass du den Song so genannt hast?

Steven: Nun ja, ich liebe seine Filme. Und was am wichtigsten ist: Ich liebe seinen Namen (lacht). Es ist ein wunderschöner, poetischer Name. Hast du mal einen seiner Filme gesehen?

The-Pit.de: Noch nicht, aber ich habe gehört, dass sie sehr seltsam und verstörend sein sollen.

Steven: Oh ja, sehr verstörend und surreal. Sein Name ist schön, aber seine Filme sind es nicht. Aber ich mag einige von ihnen sehr, besonders „Gummo“. Doch dieses erste Album „Insurgentes“ war eher von Zufällen geprägt, wenn man so will. Ich hatte keine Texte über irgendetwas ganz Bestimmtes geschrieben, ich war eher von dieser Idee von Improvisation mit Worten angetan. Bilder heraufzubeschwören, zu improvisieren und nicht zu sehr darüber nachzudenken, was die Bedeutung des Songs ist. Ich habe Worte eher in poetischer Weise benutzt – sein Name hat mit dem Song überhaupt nichts zu tun, ich mochte ihn nur und hab deswegen den Titel gewählt.

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