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Steven Wilson im Interview (März 2013)

Ein Regisseur und seine Schauspieler

Erfolgreicher denn je: Steven Wilson

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Es gibt sicherlich nicht wenige Leute, die ein neues Porcupine Tree-Album herbeisehnen, doch scheint eine Wiederbelebung jener Band momentan ferner denn je, da Frontmann Steven Wilson mit seinem nunmehr dritten Soloalbum „The Raven That Refused To Sing“ jetzt anscheinend so richtig durchstartet. Nicht nur, dass auch diese Scheibe wieder von der Fachpresse in den höchsten Tönen gelobt wurde, auch der Mainstream scheint sich mehr und mehr für den zierlichen Briten zu interessieren, was unter anderem auch der sensationelle Einstieg von null auf Platz drei in die deutschen Albumcharts beweist. Tourfreudig wie Wilson ist, wurde natürlich auch der neue Output wieder mit einer Rundreise durch Europa bedacht; im Vorfeld des Konzerts in Hamburg hatte The-Pit.de Gelegenheit, mit dem wie immer sehr freundlichen Engländer ein Interview zu führen.

The-Pit.de: Hi Steven. Glückwunsch, gerade gestern habe ich gelesen, dass „The Raven That Refused To Sing“ auf Platz drei in die deutschen Charts eingestiegen ist.

Steven: Ja, Wahnsinn!

The-Pit.de: Und das, wo du dich doch so überhaupt nicht als Mainstream-Künstler siehst. Anscheinend gibt es aber auch da noch ein paar Leute mit gutem Musikgeschmack.

Steven: Entweder das oder sie haben das Album gekauft, hassten es und werden nie wieder eins von mir kaufen (lacht). Aber auf jeden Fall scheinen die Leute interessiert zu sein und das ist schon mal bemerkenswert.

The-Pit.de: Dein neues Album scheint mir insgesamt mehr Rock und Fusion zu sein als „Grace For Drowning“, das irgendwie jazziger erschien. Wie siehst du das?

Steven: Ich weiß nicht recht, ich intellektuellisiere solcherlei Dinge nicht zu sehr… Ich denke, „Grace For Drowning“ war ein vielseitigeres Album; es reichte über elektronische Stücke, choralartige Stücke und Pianoballaden bis hin zu langen, Jazz-artigen Epen. Das neue ist mehr ein Bandalbum, weswegen es etwas zusammenhängender wirkt. Aber ich liebe „Grace For Drowning“ und würde nicht sagen, dieses oder jenes ist besser oder schlechter, doch sie sind sehr unterschiedlich. Die neue Platte fühlt sich etwas traditioneller an, nach einem traditionellen Bandalbum.

The-Pit.de: Ich habe gehört, es wurde auch live im Studio aufgenommen, zumindest die Basis.

Steven: Ja, 80 bis 85 Prozent sind live im Studio aufgenommen.

The-Pit.de: Es gibt diesmal auch eine Art umfassendes Konzept: Die Texte der Stücke basieren auf übernatürlichen Geschichten.

Steven: Ja, ich wollte eine Art Gesamtkonzept haben, weil ich diese Idee einfach mag; dass man nicht nur ein Album mit ein paar Songs hat, die zusammengeschmissen werden, sondern dass man einen Link hat, der dem Material einen Zusammenhang gibt. So funktioniert das auch gut, wenn man sich das Artwork ansieht. Dieses Mal wollte ich ein Album machen, das eine Art Serie von klassischen Geistergeschichten beinhaltet; kurze, übernatürliche Geschichten, was natürlich nicht unbedingt neu ist – Alan, unser Engineer, hat in den Siebzigern etwas ähnliches herausgebracht (er spielt auf „Tales Of Mystery And Imagination“, den Debüt-Longplayer des Alan Parsons Projects an, auf dem Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe vertont wurden; Anm. d. Verf.) –, aber meine Geschichten begannen tatsächlich als eigene Kurzgeschichten, die ich selbst geschrieben hatte. Manche davon sind in der Special Edition auch enthalten. Dies gab mir eine sehr solide Grundlage, auf der ich die Texte entwickeln konnte. So wird das Gefühl vermittelt, dass alles zusammengehört; obwohl es sich um für sich stehende Storys handelt, steht darüber dieses größere Thema „klassische Geistergeschichten“.

The-Pit.de: Aber ist da trotzdem Persönliches involviert?

Steven: Das ist es immer. Ich glaube, man kann keinen Song über irgendwas schreiben und sei es das Abstrakteste der Welt, ohne eigene Erfahrungen mit einfließen zu lassen. Man braucht immer auch eine persönliche Einsicht, auch wenn man über etwas schreibt, das nichts mit dem eigenen Leben zu tun hat, um es glaubhaft erscheinen zu lassen. Daher: ja, es steckt auch viel Autobiographisches in den Texten; Ängste, die ich habe, spiegeln sich in den Ängsten der Charaktere wider.

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