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Split Heaven im Interview (Oktober 2017)

"Jason ist unser Bruce Dickinson"

The-Pit.de: Du bist ja der Neue bei Split Heaven und singst als Amerikaner in einer mexikanischen Band. Was hältst du denn von der diskriminierenden Ausgrenzungspolitik der USA gegenüber Mexiko gerade in Bezug auf den geplanten Mauerbau an der Grenze?

Jason: Für mich ist das Wichtigste, das ich mir selbst treu bleibe. Ich trage unsere Flagge als Zeichen des Patriotismus. Ich bin Amerikaner und darauf bin ich auch sehr stolz, ich liebe mein Heimatland sehr. Du hast ja vorhin schon das Thema Rassismus angesprochen und ich habe das Gefühl, dass die Leute in den USA schon sehr rassistisch sind, was ich nicht nachvollziehen kann und völlig bekloppt finde. In meinem ganzen Leben wurde ich damit konfrontiert und habe das gesehen. Ich bin ja eher praktisch veranlagt, singe in einer Band mit lauter Mexikanern und wir hatten ja auch Auftritte in Mexiko. Wir schreiben außerdem Texte über die Probleme in Mexiko, über die Probleme mit der Demokratie und dem Rassismus. Wir haben auch Geschichten über Schwerter und Zauberei und so weiter drauf, und ich liebe das auch, aber ich mache schon lieber deutlich, was so passiert.

The-Pit.de: Ihr habt ja auch mit den Amis Wretch getourt... War das angesprochene Thema auch im Tourbus oder im Backstagebereich für euch präsent oder stand fernab von politischen Interessen die Musik im Vordergrund?

Jason: Natürlich wurde auch ein bisschen über Politik gesprochen, einer der Wretch-Jungs hatte auch Trump gewählt. Ich hab ihn darüber reden hören und fragte ihn, warum er ihn denn gewählt habe, ich teile seine Meinung aber nicht. Aber so ist Demokratie, da darf man eine andere Meinung haben. Aber am Ende sind wir hier auf Tour wegen der Musik, wir sind da wegen dem Metal schon als Brüder und Schwestern innig verbunden.

Tomás: Ich denke, dass es nicht wirklich von Bedeutung ist, politische Inhalte bei den Fans loszuwerden. Wir hatten noch mit den holländischen Promotern genau darüber gesprochen und wir sind uns einig. Alle Menschen haben zwei Beine, zwei Arme, einen Kopf, ganz gleich ob in China, in Europa oder wo sonst auf der Welt. Das Gute an dieser Tour ist doch, dass wenn nur einer auf Facebook mitbekommt, dass wir, so unterschiedlich wir auch sein mögen, auch gut miteinander auskommen, dann ist das doch eine wirkliche geile Botschaft. Für mich ist das eigentlich völlig uninteressant, ob jemand für Trump oder Hitler steht (Jason und ich schauen ein wenig verdutzt, er dann entschuldigend weiter)... hey, ihr wisst doch, das ist das Gleiche. Das interessiert uns nicht. Wir sind hier wegen der Musik und wir wollen den Leuten zeigen, dass man auch zusammen auskommen kann, zusammen ein Bier trinkt, über schöne Dinge redet, denn schlussendlich sind wir alle Menschen, die heute oder morgen sterben können.

Jason: Es ist doch eine Frage des Respekts. Solange man sein Gegenüber respektiert, dann ist für mich die politische Ansicht Nebensache, solange man mich respektiert.

The-Pit.de: Wenn deutsche Bands bei euch touren, berichten sie immer wieder davon, wie die Fans bei euch förmlich ausflippen. Könnt ihr das auch für eure Show bei euch zuhause bestätigen?

Tomás: Es ist nicht wirklich einfach, in Mexiko aufzutreten. Glücklicherweise denken viele Fans aber bei unseren Shows, dass wir Amerikaner und teilweise auch eine deutsche Band sind. Ich weiß eigentlich gar nicht genau warum, vielleicht wegen unseres Aussehens oder der Geschwindigkeit unserer Musik oder der Art unserer Performance, aber insgesamt ist das schon sehr schwer, da mehr zu erreichen. Manchmal kommen sie nach einer Show und sagen dir, wie geil das war, wenn du dann aber dich mit ihnen auf spanisch unterhältst, dann bemerken sie, dass wir Mexikaner sind, was dann leider auch gleich wieder einiges ändert. Ganz nach dem Motto: „Oh, ihr kommt aus Mexiko?“ „Ja, wir spielen aber wie eine deutsche Band“. Die Fans in Mexiko flippen schon ordentlich aus, was einfach unglaublich ist. Wir hatten glücklicherweise die Chance, entweder auf Festivals zu spielen oder auch für Hammerfall, Stratovarius oder Sonata Arctica zu eröffnen und die Rückmeldung der Fans war schon enorm. Eigentlich eröffnen wir gar nicht so gerne für internationale Bands, weil die Leute wegen der anderen Band halt kommen und nicht wegen dir.

Jason: Das Problem ist doch, dass die Leute in Mexiko kein Geld haben. Daher ist es schwer, durch Konzerte auch ein bisschen Geld einzunehmen. Wenn man für Bands wie Sonata Arctica eröffnet, dann kaufen die Leute reichlich Merch von dieser Band, haben dann aber nichts mehr für dich über. Viele haben umgerechnet nur 4 Euro am Tag, wie kann man davon leben? Natürlich ist da viel günstig. Die Miete ist günstig, das Essen auch. Die Leute machen aber auch wenig. Es ist wegen fehlender Logistik sehr hart, durch Mexiko zu touren. Wenn du das machst, machst du es wegen dem Machen wegen. Es macht Spaß, du bekommst auch reichlich geile Rückmeldung vom Publikum, die Fans lieben die Musik, sie wollen sie, sie unterstützen dich, sie schreien, pfeifen und singen, aber sie können eben nicht wirklich Geld ausgeben. Das macht die Sache halt nicht einfacher. Das ist dort nicht schön, aber deswegen sind wir hier. Wir wollen ja in Mexiko spielen, das steht außer Frage, aber es ist eben sehr schwer, dort Erfolg zu haben.

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