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Split Heaven im Interview (Oktober 2017)

"Jason ist unser Bruce Dickinson"

Es gehört schon eine Menge Enthusiasmus dazu, als mexikanische Underground-Band durch Europa zu touren und zu wissen, dass man mit einem Minus aus der ganzen Sache herausgeht. Da hilft dann auch nicht das sehr gute „Death Rider“-Album weiter, und dennoch, Split Heaven lassen sich da gar nicht erst beirren und strotzen nur so vor Selbstbewusstsein.

The-Pit.de: Wir sind uns ja schon beim German Swordbrothers Festival 6 begegnet, da noch ein herzliches Hallo vom Mitorganisator Christian Ernsting. Es war dort schon beeindruckend, wie ihr den Laden gerockt habt, ganz eindeutig auch als Gewinner des Abends. Wie habt ihr eigentlich diesen Tag empfunden?

Jason: Das war einfach total verrückt. Die Fans waren so voll Energie, überall war der wahre Metal-Spirit zu spüren, die Fans haben viele Passagen unserer Songs komplett mitgesungen, wo auf unserer Platte eigentlich überhaupt keine Gesangslinien sind. Whoohooo (singend), so wie bei Iron Maiden oder so. Es ist mein erstes Mal mit Split Heaven in Deutschland, aber ich war zuvor schon einmal hier in der Gegend. Die Jungs selbst aber waren hier schon auf Tour.

Tomás: Wir sind schon zum vierten Mal in Europa auf Tour unterwegs. Aber wie Jason schon gesagt hat, der Abend in Lünen war einfach unglaublich. Wir hatten uns noch im Van auf den Weg nach Frankfurt darüber unterhalten, dass es die mit Anstand beste Show in der ganzen Historie von Split Heaven war. Wir haben die Energie der Leute förmlich gespürt, wir haben natürlich auch alles auf der Bühne gegeben, es war vielleicht die beste Mischung an diesem Abend, wie bei einer unglaublich leckeren Pizza (und muss laut lachen). Aber jetzt nochmals ernsthaft: Das war die bisher beste Show für Split Heaven in der kompletten Bandgeschichte.

The-Pit.de: Was waren denn bei dieser Tour so eure Highlights, aber auch die Dinge, auf die ihr hättet verzichten können?

Tomás: Ganz klare Highlights waren das FullMetal Osthessen und das German Swordbrothers Festival. Ich muss aber auch sagen, dass wir uns über jede Clubshow freuen, die wir spielen durften. Wir können uns nur herzlichst bei allen Promotern und Organisatoren bedanken, die die Gigs zusammengestellt haben. Natürlich ist auch nicht alles richtig perfekt gewesen. So haben wir auch mal dienstags oder mittwochs gespielt, wo die Shows schlecht besucht waren. Aber so ist das nun mal, das gehört zu einer Tour dazu. Wir sind halt keine großen Rockstars, wir sind nur ein paar hungrige Kerle, die versuchen, ihren Traum zu verwirklichen.

Jason: Ich denke, eines der Lowlights ist definitiv, dass die Deutschen zu viel rauchen (und alles muss einmal mehr lachen).

The-Pit.de: Dabei gilt zumindest in der Gegend von Lünen in den Clubs das absolute Rauchverbot...

Jason: ...aber woanders in kleineren Clubs wird reichlich geraucht, was mir beim Singen dann nicht wirklich gut bekommt. Das ist für meine Stimme halt überhaupt nicht gut. Aber mehr hätte ich auf der Tour auch gar nicht zu meckern.

The-Pit.de: Und wie ist das dann mit Bier und Whiskey? Das ist doch auch nicht gerade förderlich, oder?

Jason: Nun... wie du weißt... (zögernd, lachend)... es schmeckt einfach zu gut.

The-Pit.de: Die Show in Rostock musstet ihr streichen. Ist euch bewusst, dass gerade im Osten Deutschlands Rassismus auf dem Vormarsch ist, ohne jetzt die Verallgemeinerungskeule zu schwingen?

Tomás: Zum Glück haben wir solche Erfahrungen hier nicht machen müssen, alles war ganz unaufgeregt. Der Gig in Rostock wurde gestrichen, weil der Besitzer des Clubs uns mitteilte, das nur gut 15 Leute zur Show kommen werden, dass er keine Poster bekommen habe, um Werbung machen zu können, sodass es doch besser wäre, die Show ausfallen zu lassen und wir uns doch eher das Spritgeld sparen sollten. Wir waren zu dem Zeitpunkt in Frankfurt und sind mit unserem Freund Till von Elvenpath durch die Stadt getingelt, als wir die Nachricht bekamen. Wir haben dann Jason gesagt, dass er doch bitte die Jungs von Wretch informieren solle, dass die Show abgesagt wurde. Im Nachgang war die Absage gar nicht mal so übel, denn wir waren schon ganz schön geschlaucht und so hatten wir eine optimale Möglichkeit, um uns auszuruhen. Was die Rassismusfrage betrifft, da kann ich dir sagen, dass wir überall mit offenen Armen empfangen und nicht einmal angefeindet wurden. Wir haben eher den Eindruck, dass die Leute in Europa, speziell in Deutschland und Holland, sehr höflich sind. Glücklicherweise haben wir keine anderen Erfahrungen machen müssen.

The-Pit.de: 2014 hattet ihr ja auch schon getourt und nicht unweit von Lünen im Joe's in Oer-Erkenschwick gespielt. 2012 ward ihr auf dem Swordbrothers Festival vertreten... Wenn du versuchst, die Touren miteinander zu vergleichen, wie sieht da dein Fazit aus?

Tomás: Zuallererst denke ich, dass wir dieses Mal deutlich mehr Unterstützung von unserem Manager und unserem Label haben. Und es scheint auch, dass mehr unserer Fans uns sehen wollten. Wir spielten ja zuvor schon acht oder zehn Jahre zusammen und erst mit Jason und dem „Death Rider“-Album haben wir mehr Angebote für Auftritte bekommen. Jede Tour unterscheidet sich von den anderen und der Hauptunterschied ist dieses Mal, dass es die bisher am professionellsten aufgezogene Tour war, bei der wir dabei sein durften. Auch wenn wir ein paar logistische Probleme meistern mussten wie zum Beispiel, dass unser Fahrer auf den Weg nach Holland verloren ging, so sind wir schlussendlich wie eine kleine verschworene Gemeinschaft. Wir wissen, dass wir noch draufzahlen müssen. Dieses Mal war es einfach professioneller, wir spielten mehr Shows oder auch Festivals, und genau das ist doch schon sehr aufregend.

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