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Soul Demise im Interview (September 2017)

Den Metal mit der Muttermilch aufgenommen


The-Pit.de: Wobei beim „Blind“-Album dann meiner Meinung nach der Zeiger wieder in die andere Richtung schlägt. Bei dem Sound dieser Platte wird es dann schon wieder schwierig, die technischen Details zu erhören.

Andi: Ja genau, da matscht es dann schon sehr. So weit wollten wir bei „Thin Red Line“ ja auch nicht gehen. Wir haben uns den Sound von „Sindustry“ genau angehört und dann kleinere Korrekturen in die Richtung älterer Veröffentlichungen vorgenommen. Sie sind aber wirklich klein.

The-Pit.de: Dann kann man also davon ausgehen, dass ihr mit dem Sound der Scheibe zufrieden seid, oder?

Alex: Ja, durchaus. Allerdings haben wir die restlichen Instrumente alle bei Dennis in seinem eigenen Studio aufgenommen.

The-Pit.de: Habt ihr dort auch abgemischt und gemastert?

Alex: Nein. Diese Aufgaben hat Tue Madsen übernommen.

Dennis: Bei mir wurden Gitarren und Bass aufgenommen. Den Gesang hat Roman bei Simon Hammer im Rebound Studio eingeschrien.

Roman: Ich kenne Simon jetzt schon über zwanzig Jahre und wir wohnen nicht weit voneinander entfernt, was zu der Zeit von wesentlichem Vorteil war, weil ich immer nicht wusste, ob der Hals schon wieder soweit ok ist, dass ich durchhalte. So war es auch kein Problem, sich schnell mal abends für ein paar Stunden auch nach der Arbeit noch zu treffen und zu arbeiten.

Alex: Es haben sich viele darüber gewundert, warum wir in so vielen Studios aufgenommen haben. Der Hauptgrund hierfür war aber praktischer Natur. Es ist halt nun mal so, dass man das Schlagzeug nur sehr schwer in Eigenregie aufnehmen kann. Bei den Saiteninstrumenten sieht es dann anders aus. Die kurzen Fahrwege und die Tatsache, dass Simon Romans Stimme gut kennt, gaben dann den Ausschlag, dort die Vocals aufzunehmen.

The-Pit.de: Habt ihr die Gitarren gereamped? Oder wie macht ihr das?

Andi: Das machen wir eigentlich schon immer so.

Dennis: Beim Bass haben wir in der Regel die normalen Spuren genommen und dann nur noch eine dazugezimmert, damit der Sound ein bisschen breiter wird.

Andi: Im Prinzip haben wir alles mehrfach direkt und und als Reamp-Version aufgenommen.

Dennis: Ganz genau genommen haben wir alles mehrfach in verschiedenen Verfahren eingespielt und dann alles an Tue Madsen weitergegeben. Er hat sich dann rausgesucht, was er verwenden wollte.

The-Pit.de: Wie schreibt ihr denn eigentlich eure Stücke? Ihr wohnt ja recht weit voneinander entfernt.

Alex: Mit regelmäßigen Bandproben wird es eher nix. In der Regel läuft es so, dass einer eine Idee hat und diese dann schon mal zu Hause aufnimmt. Ab da wird dann schon gemeinsam gearbeitet und alle Bandmitglieder sind am Entstehungsprozess beteiligt. Die ersten Vorproduktionen hat Dennis gemacht, weil er daheim ja die entsprechenden Möglichkeiten hat. Den Feinschliff machen wir dann aber im Proberaum. Es sind so nicht die allerbesten Voraussetzungen, aber wir haben uns ganz gut arrangiert und es funktioniert eigentlich auch alles recht gut.

Dennis: Die Entfernung zwischen Alex und mir ist nicht so groß, deshalb haben wir uns öfter mal abends auf ein Bierchen getroffen und noch an den Songs gearbeitet.

The-Pit.de: Schreibt ihr denn eigentlich schon an Material für das nächste Album?

Alex: Nein. Wir wollen aber dieses Mal nicht wieder so lange warten wie bei dieser Platte. Ich möchte allerdings keine Prognose abgeben, denn die sind immer falsch.

The-Pit.de: Na gut, es macht aber auch wenig Sinn, auf Biegen und Brechen irgendwas zu produzieren, nur damit man was hat.

Roman: Die Zeitspanne zwischen „Sindustry“ und „Thin Red Line“ war trotzdem definitiv zu lange.

The-Pit.de: Wie geht es weiter? Jetzt wird es erst mal auf die Bühnen gehen, oder?

Alex: Im Herbst gibt es einige Clubshows.

Andi: Für die Festivals waren wir schon wieder recht spät dran. Dieses Thema haben wir für 2018 ins Auge gefasst. Bei manchen Veranstaltungen sind die Kalender schon über ein Jahr vorher komplett voll. Das ist dann schon ziemlich meschugge.

The-Pit.de: Die nächste Frage stellt sich für Fans von euch nicht, denn die kennen die Antwort. Leute, die euch noch nicht kennen, könnten sich aber fragen, ob ihr lieber auf der Bühne oder im Studio euer Bierchen zischt. Wie steht es um [Soul Demise in dieser Hinsicht?

Roman: Prinzipiell sind wir schon am liebsten auf der Bühne. Dennoch hat beides seinen Reiz. Ich finde zum Beispiel an der Studioarbeit den Moment so geil, wenn sich die einzelnen Teile zusammenfügen und Schritt für Schritt ein immer deutlicheres Bild der Scheibe entsteht.

Andi: Live bist du halt direkt im Geschehen und musst nichts raten. Du bekommst die Reaktionen direkt und nicht manipuliert zurück auf die Bühne. Bei einer neuen Scheibe ist man natürlich zusätzlich gespannt, wie das ganze dann live rüberkommt. Auf CD klingt vieles dann doch nicht genauso wie live und da hat man am Anfang dann schon oft Zweifel, ob die Songs live genauso knallen wie auf Platte. Es ist nicht selten so, dass die Songs, von denen man als Band meint, dass sie live voll einschlagen, gar nicht so durchstarten, wobei wieder andere dann Volltreffer werden.

Roman: So ist es auch oft bei Kritiken. Man denkt sich ja seine Favoriten aus, aber diese werden dann oft nicht einmal erwähnt, sondern ganz andere Stücke in den Vordergrund gestellt.

Andi: Bei einer CD ist es halt so, dass man einfach weiterschalten kann, oder die CD rausnimmt, wenn sie einem nicht gleich gefällt. Live geht das nicht und ich denke, dass nicht selten Zuhörer bei einem Konzert einer ihnen unbekannten Band mehr Zeit opfern als bei einer CD, schon rein aus dem Grund, dass man die Band eben nicht einfach wieder abschalten kann. Ich will damit sagen, dass es für eine Formation wie uns schon sehr wichtig ist, live zu spielen und auch die Hörer zu erreichen, die sich Musik wie unsere vielleicht auf CD nicht unbedingt anhören, sich aber eventuell von der Liveperformance überzeugen lassen.

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