Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sektor12 im Interview (Januar 2018)

Man muss auch einfach nur mal machen...

Lacky und Thomas von Sektor12

Zum Thema

Ein bisschen muss man schon verrückt sein, sich einen Shop aufzubauen, wo sich Bandnamen tummeln, die absoluten Insidern ein Begriff sind, aber eben an der Masse der Metalheads häufig vorbei gehen – die alten traditionellen Bands oder der Blick nach Übersee fällt auch heute noch leichter und schnell hat man zwar ein „ich unterstütze den Underground“ herausposaunt, aber dabei bleibt es dann auch häufig. Bleibt eigentlich nur noch die Frage offen: Wer oder was ist denn dieser Underground? Lacky und Thomas von Sektor12 ganz sicher...

The-Pit.de: Wie ist eigentlich die Idee zum Shop entstanden und wer steckt dahinter?

Thomas: Hallo Jörg. Die Idee zum Shop ist uns in der Metalkneipe Endzeit gekommen. Wir haben gemerkt, dass die kleineren und mittelgroßen Bands Probleme haben, ihr Merch unter die Leute zu bringen. Das wollten wir ändern und bündeln. Hinter dem Shop stecken Lacky (Darkness) und ich (ex-Endzeit).

Lacky: Ich hatte seinerzeit gerade ein kleines Shop-System angemietet, um mein eigenes Bandzeug an den Mann zu bringen. Einige befreundete Musiker wollten sich da anschließen. Als wir dann in der Endzeit-Kneipe ein paar Underground-Abende durchgezogen haben, an denen kleine Bands ihre Mucke und ihre Klamotten vorstellen konnten, wuchs auch das Interesse an einer gemeinsamen Plattform. Und so wurde der Shop relativ schnell aufgestockt.

The-Pit.de: Was für eine Philosophie steckt dahinter?

Thomas: Wie gesagt, wir versuchen, kleinen und mittleren Bands eine Chance, also eine Plattform zu bieten, sich zu präsentieren. Wir versuchen zu helfen, wo es geht. Beim Merch besorgen... wenn eine Band auf einem Konzert ausfällt, vermitteln wir Ersatz. Wir machen den Merchstand für die Bands, wir stellen Kontakte her, z.B. zu Labels usw.

The-Pit.de: Wie wollt ihr euch auch gegen die Großen wie EMP, Nuclear Blast usw. durchsetzen oder zumindest ein bisschen behaupten?

Thomas: Bei uns gibt es einfach das, was es bei den großen Anbietern nicht gibt. Die kleinen und mittleren Bands, die noch nach oben wollen. Die noch nicht jeder kennt. Man erreicht uns schnell und unkompliziert und man hat immer den selben Ansprechpartner. Bei uns steht nicht das Geld im Vordergrund, sondern der persönliche Kontakt und die Musik.

The-Pit.de: Hat denn der Underground eurer Meinung nach genug Potenzial, um auch mehr Aufmerksamkeit zu erlangen?

Thomas: Das ist eine schwere Frage, aber ich denke ja. Wenn alle sich etwas mehr Mühe geben und etwas mehr ins Risiko gehen, mal woanderes spielen, vielleicht auch mal die Musik-Stile mischen, wer sagt denn, wer Punk oder Hardcore hört, dass er die eine oder andere Metal-Band nicht gut findet oder anderes herum?

The-Pit.de: Was ist für die Zukunft geplant?

Thomas: Wir wollen wieder mehr Konzerte veranstalten, wo dann zum großen Teil Bands aus dem Shop spielen sollen. Wir versuchen, eine feste Örtlichkeit zu finden, um regelmäßig Konzerte zu veranstalten. Und ein eigenes T-Shirt ist auch in Planung.

Lacky: Einige Merchstände werden wir mit Sicherheit auch wieder machen. Und wir wollen das Angebot noch etwas vielseitiger gestalten, im Underground gibt es so viel zu entdecken.

The-Pit.de: Geschäftliches Kalkül und die Freude an der entsprechenden Mucke müssen ausgewogen bedient werden - wo ist eure Frustrationsschwelle?

Thomas: Wenn Bands ihr Wort nicht halten oder unzuverlässig sind. Im Underground ist das immer ein Geben und Nehmen. Man kann nicht immer nur etwas wollen und nichts tun dafür. Den Menschen fehlt heutzutage einfach die Geduld, besonders Musikern, man ist nicht von heute auf morgen bekannt.

The-Pit.de: Sind auch weitere Konzerte in Planung?

Lacky: Wir planen für 2018 drei bis vier Konzerte unter dem Sektor12-Banner.

Thomas: Wir arbeiten daran!

The-Pit.de: Wollt ihr mit besonderen Aktionen vermehrt auf euch aufmerksam machen?

Lacky: Wir haben in der Vergangenheit schon ein paar Sachen ausprobiert. Zum Beispiel mit Rabatt-Aktionen, die es auch zukünftig immer mal wieder geben könnte. Ein richtiges Gewinnspiel wäre auch mal was, der Sektor12 Shop ist ja jetzt im fünften Jahr angekommen, da kann man so was schon mal bringen.

Thomas: Wie gesagt, mit einem T-Shirt, neuem Flyer und mehr neuen Bands. Wir wollen auch mehr Vinyl im Shop anbieten, vermehrt Merch-Stände machen. So, dass man immer gesehen wird und dass jeder den Namen dann schon mal irgendwo gehört oder gesehen hat.

The-Pit.de: Ist das Ganze überhaupt in der Freizeit zu stemmen oder am Ende doch ein wenig zu ambitioniert? Wie bekommt man die richtige Balance hin?

Thomas: Das klappt ganz gut. Wir haben gelernt, die Zeit, die da ist, gut zu nutzen. Klar, wenn man den ganzen Tag Zeit hat, wäre es leichter. Wir sind ja noch jung und brauchen nicht viel Schlaf und so lange es so viel Spaß macht, macht man es ja gerne. Sicher ist es auch schön zu sehen, dass es Stück für Stück voran geht. Der Shop muss ja auch finanziert werden. Bis jetzt klappt es gut und wir konnten immer alles stemmen und waren pünktlich fertig.

The-Pit.de: Was ihr schon immer verbreiten wolltet...

Thomas: Facebook-Klicks sind nicht alles im Leben. Persönlicher Kontakt ist viel wichtiger. Man sollte sich auch nicht mit einer CD und einem T-Shirt ausruhen, sondern mehr tun und sich neue Ziele setzen. Da bringt es auch nichts, mit immer den gleichen Bands in den gleichen Läden zu spielen.

Lacky: Gerade in den Musikrichtungen der härteren Gangart wie Rock, Punk, Hardcore oder Metal wird niemand mehr das Rad neu erfinden. Trotzdem schaffen es immer wieder Bands, aus der Masse herauszutreten und auf sich aufmerksam zu machen. Daran sollte man arbeiten, macht Euch interessant! Und dann geht unter die Leute, geht auf Konzerte, die Straße ist immer noch der größte Lehrmeister. Lebt den Underground, unterstützt den Underground, dann können wir auch noch in zwanzig, dreißig Jahren unser aller Lieblingsbeschäftigung, der Musik, nachgehen. Support Real Music!!!

Neugierig geworden? Lieber einen Vogel zeigen? Oder lieber einen Besuch abstatten? Klar, wenn sie ihren Stand aufgebaut haben, kann man sich gleich auch ein Autogramm von Darkness-Drummer Lacky abgreifen – oder eben sich auch mal beraten lassen. Der Underground lebt – das merkt man eben immer wieder bei solchen Ideen, die kurzerhand umgesetzt werden.

comments powered by Disqus

Zwei Metal-Größen in ausgezeichneter Verfassung

Drei sympathische Bands sorgen für einen stimmungsvollen Sonntagabend

„Ich habe mich bemüht, dass das Album als solches der eigentliche "Star" ist“

Die High- und Lowlights der Redaktion im vergangenen Jahr

Von ausgelassener Stimmung, Perfektion und einer fetten Panne