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Scanner im Interview (Februar 2015)

„…daraus ist dann entstanden, dass wir eh anders sind..“

Interviewpartner und Gitarrist Axel

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Schon früh im Jahr 2015 meldeten sich die Gelsenkirchener Speed/ Power Metaller Scanner mit dem Comeback-Album „The Judgement“ zurück. Schnell mal mit Gitarrist Axel Kontakt aufgenommen, um einen Interviewtermin abzustimmen, und nun sitzen wir am Abend der CD-Releaseshow nach dem Gig im Backstagebereich des Bochumer Rockpalastes, um den aktuellen Stand zu beleuchten. Frontmann Efthimios gesellt sich ebenfalls dazu, das Wort aber ergreift erst einmal Axel.

The-Pit.de: Hi Axel, hi Efthimios, erst einmal vielen lieben Dank, dass wir heute nach der Show noch zusammensitzen können. Lasst uns doch auch gleich mit dem heutigen Abend anfangen. Ihr seid endlich nach langer Zeit wieder mit einer neuen CD am Start und feiert heute auch den Release. Wie fasst ihr den Abend aus eurer Sicht zusammen?

Axel: Es war soweit ein geiler Abend, die Leute sind super abgegangen. Wir hatten heute im Pott den ersten Schneeeinbruch gehabt und damit gerechnet, dass viele sagen, dass sie es nicht schaffen, hierher zu kommen, weil das Wetter so scheiße ist, dafür wurde die Hütte aber gut gerockt, was soweit gut war. Wir sind auch geschlaucht, wir haben alles gegeben, hatten leider ein bisschen Probleme mit der Spielzeit und hätten gerne noch ein bisschen länger gespielt, aber wir wollten die Sache ja auch ein bisschen auflockern. Da war die Verlosung, dann haben wir ein bisschen Spaß mit den Leuten gemacht, das hat halt ein bisschen Zeit gekostet. Wir hätten gerne noch ein wenig mehr gespielt. Ein paar Songs hätten wir irgendwie noch spielen müssen, du bekommst das aber nicht immer unter einen Hut, das ist halt in einer Show so.

The-Pit.de: Irgendwann muss man sich ja festlegen, auch auf die Gefahr hin, es eh nicht allen recht machen zu können...

Axel: Wir haben mal so geguckt, was die Leute so haben wollen, wir hatten ja auch ein Voting gestartet. Das ist aber überall anders, in Deutschland ist das komplett anders als in Spanien. Die haben da eine ganz andere Vorstellung, was du spielen sollst. Da muss man immer gucken und das Programm variabel halten.

The-Pit.de: Dreizehn Jahre ohne CD ist natürlich eine lange Zeit. Dazu kommen bei euch noch die vielen Personalwechsel. Geht ihr davon aus, dass jetzt Schluss damit ist und sich endlich ein bisschen Stabilität einstellt?

Axel: Das wir uns das wünschen, das ist erst einmal klar. Efthimios ist jetzt seit 2003 dabei und wir haben immer gesagt, wir wollen in dieser Besetzung als erstes Ziel setzen, live zu spielen und aus dem Proberaum herauszukommen. Wir hatten erst einmal gar nicht vor, eine CD zu machen, da waren nicht so die Ambitionen da. Dazu kommt dann ja auch noch, dass der Markt eine neue CD auch nicht so wirklich hergegeben hat, tut er ja momentan immer noch nicht. Wir haben überall spielen dürfen, die Leute haben uns nach Spanien eingeladen, in Griechenland haben wir schon öfters gespielt, 2012 dann auch das Turock Open Air. Wir brauchten also nicht unbedingt ein aktuelles Album, um spielen zu dürfen. Dann haben wir aber gesagt, dass wenn wir irgendwo zum zweiten Mal spielen und erzählen, da käme demnächst eine neue CD und spielen dann zum dritten Male dort und erzählen noch immer das gleiche, dass dies dann peinlich sei. Darauf haben wir uns gesagt, dass wir jetzt endlich eine neue CD aufnehmen. Jeder hatte auch Bock drauf. Wir hatten 2007 schon einen Anlauf gemacht, da war das Line-Up aber nicht so stabil. Wir waren da schon im Studio, doch unser Gitarrist Thilo hat irgendwie auf eine doofe Art in den Sack gehauen. Wir haben die Daten gesichert, sind aus dem Studio raus, aber dann ist was schief gelaufen, da konnten wir die Scheibe nicht mehr verwenden, nur ein paar Songs waren übrig. Mit diesen Songs konnten wir dann später nichts mehr anfangen, wir hatten keinen Bezug mehr dazu, denn wenn ein paar Jahre ins Land gehen, dann sagst du dir: „Nee, muss jetzt nicht sein, geh mir auch weg mit dem Keyboard.“ Wir hatten da ja sogar ein Keyboard dabei. Jetzt haben wir da nichts mehr mit zu tun, höchstens ein paar zusätzliche Keyboards im Intro oder angehaucht im Refrain, nicht so wie bei „Scantropolis“, da war das ja noch anders. Wir hatten also keinen Bezug zu den Songs mehr und haben das Album komplett neu geschrieben, damit wir da wieder aktuell sind, auch für uns.

Efthimios: Dazu kommt ja auch noch, dass wir unseren Proberaum umgebaut haben. Wir haben ein eigenes Studio eingebaut, damit wir auch in der Hinsicht ein bisschen selbstständiger werden. Das war auch in der Vergangenheit ein großer Kostenfaktor. Da geht man ins Studio, bezahlt viel Geld und der eine oder andere haut in den Sack. Das sind dann unkalkulierte Kosten, das haben wir jetzt auch ein bisschen in den Wind gepustet. Man ist freier, man ist flexibler, man kann sich die Zeiten selber einteilen, man nimmt auf, wenn man will. Das ist dann alles viel einfacher.

Axel: Man verdient ja jetzt auch nicht mehr das super Geld, sodass man von der Plattenfirma für die Produktion richtig viel bekommt. Beim ersten Deal hatte ich noch 150000 Mark Schulden bei der Plattenfirma gehabt. Da meinte der Produzent noch, wann ich das denn zurückzahlen wolle? Da meinte ich noch „Wieso, ist das nicht das Business“? Bei der zweiten Produktion kamen schon wieder 50000 dazu, da war das Budget schon eingeschränkt, da stand ich aber mit reichlich Kohle in der Kreide. Dann denkst du, die haben irgendeinen Plan, wie man das durch Lizenzen abbezahlen kann, aber es hatte keiner einen Plan. Du konntest dann froh sein herauszukommen, wenn die Plattenfirma dich aus dem Vertrag herausgelassen hat. Das waren damals zwar D-Mark, aber die Summen, die 100000 Euro, würden heutzutage für keine Starterband ausgegeben. Das macht doch heute gar kein Label mehr.

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