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Satyricon im Interview (Dezember 2008)

"Wir gehen niemals Kompromisse ein"

Das Coverartwork von "The Age Of Nero"

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The-Pit.de: Dann lass uns doch mal zur Musik übergehen. Satyricon waren immer eine Band, bei denen kein Album gleich klang. Auf dem ersten Album waren viele Folk-Elemente enthalten, auf „Rebel Extravaganza“ gibt es ein paar Industrial-Einflüsse – kurz: jedes Album ist völlig anders. Welches Album ist rückblickend deiner Meinung nach das Beste?

Frost: Es ist natürlich kein Geheimnis, dass wir sehr zufrieden mit „The Age Of Nero“ sind. Wir feilen so lange am Material für ein neues Album herum, bis wir fühlen, dass wir das bis dato beste haben. Auf keinen Fall können wir schon ins Studio gehen, wenn wir eigentlich das Gefühl haben, es sei noch zu früh. Wir müssen wirklich erst perfekt vorbereitet sein. Dieses Mal allerdings war es ein bisschen mehr als der gewöhnliche Enthusiasmus, den man bei einem neuen Album hat. Es fühlt sich diesmal an, als hätten wir einen wirklich großen Sprung gemacht, anstatt dieses kleinen Schritts nach vorne. Und ich denke, wir haben alles, was wir an Satyricon mögen und dessen wir musikalisch und spirituell fähig sind, in dieses Album eingebracht. Es hat die stärkste Substanz, es ist das dunkelste und atmosphärischste Album, gleichzeitig aber auch das härteste, heavieste und epischste.Es gab immer einen bestimmten Fortschritt; bei den ersten Alben zum Beispiel nach und nach in technischer Hinsicht. Und das Material selbst wurde immer etwas komplexer, schneller und eben technisch etwas herausfordernder.Die späteren Alben wiederum zeigten einen klaren Fortschritt auf songschreiberischer Ebene. Ganz besonders auf „Now, Diabolical“: Dieses Album war sehr auf klassisches Songwriting konzentriert.Und bei „The Age of Nero“ hatten wir das Gefühl, wir könnten quasi alles einbringen, ohne in eine bestimmte Richtung gehen zu müssen. Wir waren auf der einen Seite in der Lage, Songs zu schreiben, die sehr episch sind, ähnlich wie auf den frühen Alben, auf der anderen Seite aber auch Stücke mit sehr viel Groove und Drive wie auf den späteren Alben. Dann gibt es außerdem sehr intensives und aggressives Material, das mehr dieses dominante Feeling hat, wie auf unseren Frühwerken.Wir haben es geschafft, dies alles miteinander zu verbinden, unterschiedliche Stile zu vermischen und das Ganze gleichzeitig sehr kompakt zu gestalten. Im Prinzip ist alles in Erfüllung gegangen, was wir für dieses Album wollten: Wir haben den Sound, den wir wollten, wir haben enorme Vielfalt und gleichzeitig eine Gesamtheit – dieses Album ist eine lange, musikalische Reise.

The-Pit.de: Hast du bestimmte Lieblingssongs? Oder ändert sich das von Zeit zu Zeit?

Frost: Ja, das ändert sich immer wieder. Mir gefiel es sehr, „Die By My Hand“ auf dieser Tour zu spielen – live ein echter Killersong. In letzter Zeit habe ich aber auch großen Gefallen an „Sign Of The Trident“ gefunden, da liegt immer so eine seltsam magische Atmosphäre in der Luft – irgendwas passiert da zwischen dem Publikum und der Band, etwas, das sich schon beinahe zeremoniell anfühlt. Das ist ein Song über den Satyricon-Spirit, was wir auch jedes Mal erwähnen, bevor wir ihn spielen. Im Prinzip aber mag ich alle Songs von „The Age Of Nero“, auch weil sie als Live-Songs einfach alle wunderbar funktionieren.

The-Pit.de: Du spielst ja außerdem noch bei 1349. Erzähl doch bitte ein bisschen was über die Unterschiede im Songwriting-Prozess im Gegensatz zu Satyricon.

Frost: Das kann man kaum miteinander vergleichen. 1349 ist viel roher und wilder, während es bei Satyricon in allen Songs um klare, strikte Strukturen geht und einen kontrollierten Energielevel. Bei 1349 dagegen geht es wie gesagt mehr um Wildheit und Intensität, obwohl schon ein Plan dahintersteckt. Ich hab mal gesagt, dass Satyricon wie „chirurgisches Präzisions-Bombardement“ ist, während 1349 eher wie „Teppich-Bombardement“ ist.

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