Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Saltatio Mortis im Interview (Mai 2011)

Die Spielleute plaudern über Erfolg, harte Arbeit und den alltäglichen Wahnsinn

Frank kümmert sich nebenbei auch um die Podcasts

Zum Thema

The-Pit.de: Sie lassen sich einfach schön lesen.

Lasterbalk: Genau, sie lesen sich gut. Ich bin mir auch sicher, dass keinem Musiker der Welt ganz egal ist, wie die Platte chartet. Jeder wirft da ein Auge drauf. Aber auch das relativiert man dann im Laufe der Zeit. Ich kann mich erinnern, wie wir uns freuten, als „Des Königs Henker“ auf Platz 54 war. Als „Wer Wind Sät“ auf Platz 10 stieg, freuten wir uns auch, aber es war irgendwie anders.

Frank: Viele Leute in der Band haben damals Wetten verloren.

The-Pit.de: Welche dieser Wetten wurden denn bis jetzt eigentlich schon eingelöst?

Frank: Die Wetten sind bis jetzt alle noch offen. Wir werden die Einlösung aber auch immer mit einer Videokamera begleiten und alles aufzeichnen.

The-Pit.de: Das heißt, der pinke Fiat wird noch starten.

Frank: Aber so was von wird der starten.

The-Pit.de: Und du, Lasterbalk wirst dein Fitnessstudio in Badehose einladen oder wie war die Wette?

Lasterbalk: Auch das muss ich machen. Ich bekomme regelmäßig Facebookmeldungen von den betreffenden Leuten, die mir dann unmissverständlich klar machen, dass sie diese Wette nicht vergessen haben. Das Thema ist also nicht vom Tisch. Um aber noch mal zu Thema Druck zurückzukommen: Wir haben jetzt echt harte anderthalb Jahre hinter uns, in denen wir eigentlich nur gearbeitet haben. Und alleine der Wetteinsatz von Frank und Alea, also der kleine Spontanurlaub, bedeutet, dass die beiden eine Woche weg wären. Und ich wüsste gerade nicht, wo wir das einplanen sollten. Daraus ergäbe sich dann ein noch viel größeres Problem. Sollten die beiden eine Woche lang weg sein, dann werden mir die Lebensgefährtinnen der beiden an die Gurgel gehen. Getreu dem Motto: Jetzt hat der schon einmal eine Woche frei und nun ist er wieder nicht zu Hause. Wir werden das schon machen, zumal ich den Herrn Tambour auf jeden Fall auf dem Christopher Street Day sehen möchte. Es muss aber eben auch sinnvoll in unsere Arbeit passen. So Scherze sind wirklich toll und wir machen auch jeden Scheiß mit, es muss aber eben in unseren Zeitplan passen.

Frank: Wir haben momentan recht viel um die Ohren. Kopfmäßig beenden wir gerade schon die Studioproduktion für das kommende Album und die DVD-Produktion war eigentlich schon Ende letzten Jahres abgeschlossen. Sie wurde dann noch ein paar mal Korrektur geschaut und gehört, ob eben alles in Ordnung ist.

Lasterbalk: Auf dem Flughafen.

 

The-Pit.de: Auf eurem Weg nach Afrika?

Frank: Ja, genau. In Afrika waren wir dann auch froh, ein paar Wochen nichts von der Produktionsarbeit zu hören. Wir müssen diesen Arbeitsaufwand berücksichtigen, wenn wir jetzt gesagt bekommen, wie toll oder wie schön die DVD geworden ist.

Lasterbalk: Da untertreibt jetzt mein asiatischer Freund schon gewaltig. Jeder von uns hängt momentan an seinem iPhone oder Ähnlichem und freut sich 'nen Ast ab, wenn die Leute schreiben, dass die DVD gefällt. Das muss man so schon auch sagen. Also kalt lässt einen das nicht.

The-Pit.de: Ihr arbeitet recht viel und spielt in vielen Städten und angesagten Locations. Wie kommt ihr gerade auf das verschlafene Nest Trockau?

Lasterbalk: Das ist eine Frage für die Bookingagentur. In erster Linie vermute ich, dass das am Veldensteiner Festival liegt, auf dem wir auch schon öfter aufgetreten sind.

Frank: Man bucht uns, wir kommen!

Lasterbalk: Ich glaube, da unterscheiden wir uns wieder etwas von anderen Bands. Ich habe schon auf so vielen Marktplätzen in verschiedenen Städten gespielt. Da kann man sich sein Publikum auch nicht aussuchen. Entweder die Leute gehen vorbei oder sie bleiben stehen, wenn Du gut bist. Ich bin schon der Meinung, dass man die Auftritte so spielen sollte, wie sie kommen. Unser Produzent hat mir mehrfach den Kopf gewaschen, wie ich auf die Idee kommen kann, mitten unter der Studioarbeit auch noch zwei Auftritte zu spielen. Und gerade jetzt, wo ich hier so sitze, frage ich mich selbst, ob das eine so gute Idee war. Die Gigs haben sich aber eben gerade angeboten und dann spielen wir sie auch. Wir sind eine Liveband.

The-Pit.de: Die Fans, von denen jetzt gerade schon schätzungsweise zweihundert vor der Halle warten, werden mit Sicherheit der Meinung sein, dass es eine gute Idee war, heute hier zu spielen.

Lasterbalk: Ich denke auch, dass es heute Abend gut wird.

Frank: Warum sollten wir nicht auch dort spielen, wo wir zuvor nie waren.

Lasterbalk: Es gibt Gruppen, die gucken auf Zahlen. Die sehen sich ihre Karte an und sagen: „Oh, da in dieser Region sind wir schwach, lass uns da lieber nicht hinfahren.“ Ich sehe das genau anders herum. Ich schaue auf die Karte und sage: „Hier kennt uns noch niemand, hier müssen wir mal hin!“ Meistens schauen mich dann die Leute der Bookingagentur schief an und meinen, dass solche Aktionen doch zum Scheitern verurteilt sind. Mir ist das dann aber egal, wenn nur hundert Leute kommen, dann spielen wir auch. Ich lass mich dann einfach überraschen.

The-Pit.de: Ihr habt einen USB-Stick mit Songs von euch veröffentlicht, die auf einem Klavier eingespielt wurden. Wie kam es dazu?

Frank: Wer hatte eigentlich die Idee dazu?

Lasterbalk: Das warst ganz sicher du.

Frank: Nachdem nun geklärt ist, dass ich der alleinig Verantwortliche dafür bin, muss ich wohl auch die Frage beantworten. Musik neu zu interpretieren, ist keine Neuerfindung von uns, das gibt es ja öfter. Das Projekt entstand aus einer Laune heraus und dabei hat es sich angeboten, dass wir einen Bekannten haben, der Pianistik studiert. Dem wurde dann das Material mit dem Auftrag, sich Gedanken dazu zu machen, übergeben. Heraus kam diese kleine Sammlung.

Lasterbalk: Ich höre diese Lieder heute noch gerne, vor allem abends im Nightliner.

The-Pit.de: Wird dieses Projekt fortgesetzt?

Lasterbalk: Das ist eine schwierige Frage, die wir gerade aktuell in der Band diskutieren. Wir waren mit besagtem Pianisten gerade im Studio, weil wir zu zwei Songs ein klassisches Konzertpiano haben wollten. Natürlich wurden da diese Fäden auch weiter gesponnen. Da dies alles aber noch nicht spruchreif ist, kann ich dazu jetzt nicht allzu viel sagen.

The-Pit.de: Ok, dann lenken wir unsere Aufmerksamkeit doch auf ein Thema, das Rockbands immer wieder unterstellt wird: Groupies. Habt ihr so richtige Groupies, die euch hinterher reisen?

Lasterbalk: Ich kenne so einen Chinesen, der uns ständig hinterher reist.

Frank: Der arbeitet für die Band.

Lasterbalk: Ach echt? Eigentlich mag ich den Begriff "Groupie" nicht so. Dieser wird meist von Frauen für Frauen verwendet. Und zwar von Frauen, die der Band gerne näher stehen würden, für Frauen, die der Band näher stehen als sie selbst. Aber ja, die gibt es. Jetzt im Ernst, wir haben Fans die, viel mit uns feiern. Die kennt man dann auch irgendwann, wir sind schließlich nicht blind. Natürlich gibt es auch viele Fans, die oft kommen, die wir aber nicht kennen. Sei es, weil sie sich nicht trauen, einmal Hallo zu sagen, oder vielleicht wollen sie auch nicht. Meine Großmutter hatte da immer einen großartigen Satz: „Wo Menschen sind, da menschelts.“ Das ist bei uns im Publikum genauso wie auf der ganzen restlichen Welt.

The-Pit.de: Dem bleibt nicht viel hinzuzufügen. Vielen Dank für eure Zeit und das ausführliche Interview.

Lasterbalk: Dazu könnte man bei der Gelegenheit noch sagen, dass wir nach jedem Konzert am Merch-Stand sind. Mit uns kann man reden, mit uns kann man auch ein Bier trinken. Wenn man sich dann öfter da trifft, dann wird man sich auch höchstwahrscheinlich an diese Person erinnern können. Am meisten freut uns natürlich, dass wir Fans haben, die immer wiederkommen, denn das ist doch die beste Bestätigung, dass das, was wir machen, nicht so verkehrt sein kann.

Genauso kommt es dann an diesem Abend auch. Die Band legt einen sehr aufregenden Gig hin und nach der Show treffen sich viele noch zum Plausch vor dem Merchandise-Stand. Im Gespräch erklärt Frontmann Alea dann, dass er gerne beim Interview dabei gewesen wäre, sich aber aufgrund seiner Halsentzündung dazu entschlossen hatte, seine Stimme lieber für das abendliche Konzert zu schonen. Diese Rechnung geht auch auf. Alea und seine Stimme halten den Auftritt wunderbar durch und machen den Abend so zu einem wahren Erlebnis.

Seite
comments powered by Disqus

Rauschende Jubiläumsparty mit ein paar Wermutstropfen

Bundeswehr-Musikkorps und U.D.O. für den guten Zweck

Delirious und Terrorblade im Rausch der Kanalfahrt

Darkness Drummer Lacky beim Selbstversuch mit dabei

„Deutsch“ ist in und Schumi irgendwie mit dabei