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Saltatio Mortis im Interview (Mai 2011)

Die Spielleute plaudern über Erfolg, harte Arbeit und den alltäglichen Wahnsinn

Frontmann Alea bei vollem Einsatz

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Die Spielleute von Saltatio Mortis gastieren in der schönen Fränkischen Schweiz im kleinen Örtchen Trockau. Zur gleichen Zeit veröffentlicht die Band eine Live-DVD, deren Sonderpressung vorab schon ausverkauft ist. Dann war die Band noch in Afrika, es gab Wetten über Chartplatzierungen die irgendwie jeder verloren hat und einen sehr dubiosen Rasenmäher. All diesen Sachen versucht The-Pit.de, auf die Schliche zu kommen.

The-Pit.de: Hallo Frank und Lasterbalk. Schön, dass ihr etwas Zeit für uns gefunden habt. Ihr seid momentan sehr viel beschäftigt. Genau heute erscheint eure erste DVD. Ist es etwas anderes, eine DVD herauszubringen als eine CD?

Frank: Ja, es ist die erste! Und man kann sie angucken. Man hat quasi ein Bild zum Ton und der Herstellungsprozess ist auch ein ganz anderer als bei einer CD.

Lasterbalk: Ich glaube, die Frage ist falsch gestellt. Das Veröffentlichen eines Albums oder einer DVD ist viel unspektakulärer, als man sich das vielleicht vorstellt. Das Machen unterscheidet es ganz deutlich. Die Hälfte meiner grauen Haare sind dieser DVD geschuldet. Das war ein echtes Mammut-Projekt.

The-Pit.de: Warum habt ihr das Konzert denn eigentlich in Wuppertal veranstaltet? Ihr stammt doch alle aus Karlsruhe.

Lasterbalk: Letztendlich kommt nur der harte Kern von uns aus Karlsruhe. Selbst das stimmt aber so eigentlich auch nicht! Alea kommt aus Kaiserslautern. Der Falk und ich kommen aus Karlsruhe, Frank kommt aus Karlsruhe. Samoel kommt aus der Nähe von Nürnberg.

The-Pit.de: Habt ihr einen persönlichen Bezug zu Wuppertal?

Lasterbalk: Schon, aber nicht die gesamte Band. Der Hauptgrund für Wuppertal war, dass wir für diese Produktion den entsprechenden Saal brauchten. Als wir das erste Mal in die historische Stadthalle hinein gelaufen sind, war es sofort klar -"Wow, mit dem Ambiente? Dann machen wir das hier!" Und danach kamen mehrere Dinge zusammen. Die Stadthalle war gerade frisch renoviert und die Stadt war auf der Suche nach einer Band für die Eröffnung einer Rocknutzung dieser Halle. Da kamen wir mit dieser DVD daher und so hat sich das ganz gut ergeben.

The-Pit.de: Um die Sache mit der DVD weiterzuspinnen. Gibt es auf der DVD eine Szene, die euch sofort an etwas Bestimmtes erinnert?

Frank: Oh, da gibt es schon eine ganz spezielle!

Lasterbalk: Tatsächlich! Als ich sie das erste Mal gesehen habe, hatte ich so richtige körperliche Stresssymptome. Also ich war so nervös vor dieser Show wie noch nie zuvor!

Frank: Ja, das war ganz, ganz furchtbar.

Lasterbalk: Wir hatten diesen Vorhang, diesen Kabukivorhang, und als wir auf die Bühne gingen, war das Publikum so extrem laut. Ich habe hilfesuchend zu unserem Monitortechniker geguckt, weil ich das Intro nicht hörte, das lief. Ich war echt entsetzt und habe gedacht: „Ach du Scheiße! Hoffentlich pegelt der nach“, also habe ich auch mein Monitorpack noch mal aufgerissen und dann warteten wir. Dieses Warten über das ganze Intro und den ersten Teil des Songs, als wir noch hinter dem Vorhang gespielt haben. Du hörst zwar die Leute unglaublich laut, siehst sie aber nicht wirklich durch den Vorhang. Als dieser dann fällt, trifft einen der erste Eindruck wie ein Schlag. Während dieses Momentes hat man einen extremen Adrenalinpegel. Das hat mich die ersten zwei Male wirklich geflasht. Mittlerweile kann ich es mir mit sehr viel Abstand anschauen. Ja, die ersten Male hatte ich oft echte Stresserlebnisse beim Anschauen - ganz klar!

The-Pit.de: Wie viele Leute waren bei der Show?

Lasterbalk: Zweitausend. Mehr durften nicht in die Halle.

Frank: Es hätten noch ein paar rein gepasst.

Lasterbalk: Die Show war sehr schnell ausverkauft, was uns sehr überrascht hat. Die After-Show-Tickets waren nach ca. zwei Tagen weg und das reguläre Konzert war fünf Monate vor Showstart ausverkauft.

The-Pit.de: Jetzt habt ihr eine gute Überleitung geliefert. Die Limited Edition eurer DVD ist inzwischen auch schon ausverkauft. Das ist respektabel, wenn man bedenkt, dass sie heute erst auf den Markt kommt.

Lasterbalk: Das blödeste daran ist, dass ich selbst auch nur eine habe. Ich muss jetzt erst schauen, wie ich an noch eine rankomme.

The-Pit.de: Aber für dieses Genre ist es schon Wahnsinn. Die DVD konnte vorher noch keiner sehen.

Lasterbalk: Wir haben sehr treue Fans. Das wurde uns durch dieses „Sold-Out“ wieder einmal bewusst. Wir saßen bei der Planung zusammen, unterhielten uns, wie man das mit der After-Show-Party am besten organisieren könnte. Letztendlich sind wir mehr oder weniger alle davon ausgegangen, dass der höhere Preis die Nachfrage nach den After-Show-Tickets regeln würde. Natürlich war trotzdem klar, dass die After-Show Tickets, alleine schon begrenzt durch die geringere Anzahl, früher als die anderen Karten ausverkauft sein würden. Darüber musste man sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken machen, es lief erst der Vorverkauf an. Dann hatten aber die Ticketshops noch nicht einmal alle Tickets, als wir die schon wieder zurückziehen mussten, weil klar wurde, dass uns dieses Projekt gerade völlig um die Ohren fliegt. Das Resultat dieser Aktion war logischerweise eine kurze Frustwelle von denen, die keine Aftershow-Tickets mehr bekommen haben, und wir dachten uns dann schon: „Oh Gott, hoffentlich kaufen die noch normale Tickets“. Es hat sich allerdings innerhalb von zwei drei Tagen erholt und dann ging der Vorverkauf innerhalb von acht Wochen über die Bühne. Ich habe dann auf die Verkaufszahlen geschaut und gedacht: Ein Olympiastadion wäre vielleicht schlauer gewesen.

The-Pit.de: Fanpflege wird im Hause Saltatio Mortis ganz groß geschrieben, denn bei euren Autogrammstunden spielt ihr vorher noch ein kleines Programm und über das Internet betreut ihr eure Anhänger auch recht intensiv. Das Album „Wer Wind säht“ habt ihr zum Beispiel auch komplett auf eure Myspace-Seite gestellt.

Frank: Die Leute, die uns hauptsächlich hören, sind auch ziemlich viel im Netz unterwegs. Letztendlich ist es für uns ein Einfaches, die Leute auch genau dort zu erreichen. Da gewisse Bandmitglieder sowieso die meiste Zeit vor dem Rechner hocken, auf Grund der Arbeit und sonstiger Dinge, müssen diese auch das Material für die Fans veröffentlichen, während andere zum Beispiel wandern gehen, muss dann der Asiate noch den nächsten Podcast schneiden.

Lasterbalk: Ich kann nur sagen, solche Asiaten sind ungemein praktisch. Jeder sollte einen haben.

The-Pit.de: Apropos Podcast: Wer kommt eigentlich auf die Idee, einen kleinen Rasenmäherroboter Würstchen holen zu schicken?

Frank: Die Rasenmähergeschichte hat sich einfach so ergeben. Aber Marvin, der Rasenmäher, ist ein guter Freund von uns. Wir kennen ihn seit 2007, zu Zeiten der „Aus der Asche“-Platte. Als wir letztens im Studio waren, war Marvin kurz weg und wir dachten schon, er ist von einem LKW überfahren worden. Da ist eine Raststätte in der Nähe. Es ist ihm aber nichts passiert und beim Grillen ist er dann wieder über die Wiese gefahren und hat da eben dem alten Vater und dessen Sohn die Würstchen gebracht.

The-Pit.de: Ihr steckt voll in den Arbeiten zu eurem neuen Album. Es soll wieder eine Märchenvertonung sein. Wenn ich richtig informiert bin, dann wird es „Eulenspiegel“ werden, richtig?

Lasterbalk: Eulenspiegel ist letztendlich eine Geschichte in mehreren Teilen. So richtig als Märchen würde ich sie nicht bezeichnen.

 

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