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Running Wild im Interview (April 2012)

Im Schatten des Schöpfers – von Überzeugung bis Schönreden

Soloprojekt Running Wild

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The-Pit.de: Bist du von deinem Freundeskreis unterstützt worden oder haben nicht auch einige gesagt, dass du die Finger davon lassen sollst?

Rock’n’Rolf: Nee, die haben das Material ja schon im Demo-Stadium gehört und sie haben gesagt, dass es das beste Material sei, welches ich jemals im Leben geschrieben hätte, das müsste raus. Ich hatte ja auch mit mehreren Firmen verhandelt und die letzte Firma, mit der ich in Verhandlung getreten bin, waren SPV. Mit denen war ich auch sehr schnell einig, der Vertrag ging eigentlich genauso schnell; das waren kaum vierzehn Tage vom ersten Gespräch mit Olly Hahn bis zum unterschriftsreifen Vertrag, was normalerweise recht ungewöhnlich ist, denn normalerweise dauert es schon ein paar Monate Verhandlungen, da geht der Vertrag fünf Mal hin und her. Das war bei uns gar nicht der Fall, weil von vornherein klar war, welche Sachen wem wichtig sind und wo man sich auch nicht bewegen konnte. Das passte aber wie Schlüssel und Schloss irgendwie zusammen, da war das dann sehr schnell entschieden.

The-Pit.de: Das hört sich fast nach Vertrag Marke Handschlag an.

Rock’n’Rolf: Ja, das hatte schon ein bisschen diesen Charakter, das kann man schon so sagen. Wir haben uns auch nur einmal getroffen und schon war klar, dass wir den Vertrag machen - auch die Vorstellungen mit dem, was wir erreichen und wie wir vorgehen wollten, passten sehr gut zusammen. Ich hatte ihnen eine Demo, Auszüge von fünf Songs vorgespielt, was bei ihnen für ziemliche Begeisterung sorgte, nicht nur beim Olly, sondern auch beim Andreas Rennmann, insofern passte alles. Man war sich auch sympathisch, zusätzlich kam natürlich dazu, dass Künstler und Firma in der gleichen Stadt sind, was ja nicht vom Nachteil ist, ein zusätzlicher Pluspunkt auf jeden Fall.

The-Pit.de: Nächster großer Aufreger, den du sicherlich mitbekommen hast, war die Veröffentlichung eines Teilstücks des Cover-Artworks. Wie ausgeprägt ist dein Verständnis dafür, dass die Fans nicht unbedingt mit deiner Idee konform gegangen sind?

Rock’n’Rolf: Natürlich, denn das war nicht etwas, was man erwartet hat, denn das hat immer etwas mit Erwartungshaltung zu tun. Das war aber auch letztendlich der Grund, warum ich das gemacht habe. Ich wollte von vornherein klar machen, dass es kein Wiederaufleben der Vergangenheit ist, sondern dass es ein Neustart von Running Wild ist, hier in der Gegenwart, heavy for the future. Das war genau das, was ich auch machen wollte. Es war ziemlich schnell klar, dass „Shadowmaker“ auch der Titeltrack sein sollte, und da diese Story ja auch Science-Fiction-Elemente beinhaltet, aber auf der anderen Seite auch auf alten Weissagungen und Teilen der Bibel usw. basiert, war für mich klar, dass muss mit dieser Figur zu tun haben, die ich in dieser Geschichte entworfen habe. Die Urzeichnung, der Grundsatz des Artworks kam von mir und der Jens Reinhold hat es dann halt ausgefertigt. Er hat den Helm dann noch in 3D gemacht; das ursprüngliche Cover war ja praktisch noch eins und null, die erste Version davon ist ja ein komplett schwarzes Jewelcase, wo vorne nur in silber das Cover aufgedruckt ist. Deswegen hatten wir nur dieses weiße Cover herausgegeben, was aber mittlerweile in 3D ist mit roten Augen. So war aber das ursprüngliche Cover nicht gedacht.

The-Pit.de: Auch der Track „Me & The Boys“ wurde zwiespältig aufgenommen, der meiner Meinung nach wie Twisted Sister klingt. Was denkst du, wie tolerant sind die Running-Wild-Fans bei solchen Experimenten wirklich?

Rock’n’Rolf: Das kann ich so nicht beurteilen, weil ich nur weiß, dass ich auch in der Vergangenheit solche Sachen gemacht habe, die nicht unbedingt zu Running Wild passen. „Uatschitschun“ war zum Beispiel so ein Song, der damals nicht wirklich zu Running Wild in dem Sinne gepasst hat, ein totaler Hard-Rock-Song, der eigentlich auch total poppig ist, der eine sehr poppige Melodie hat, insofern war das auch ein Experiment, welches gut angenommen wurde. Wir haben den Song damals auch fast immer live gespielt. „Me & The Boys“ hat zwiespältige Reaktionen hervorgerufen, auf der anderen Seite aber auch wahnsinnig viele positive. Es gibt aber auch im Pressebereich viele, die halt Running-Wild-Fans der ersten Stunde sind und eigentlich auf die schnellen Sachen stehen, die aber sagen, dass „Me & The Boys“ der beste Track auf der Platte ist. Musik ist natürlich immer eine Geschmacksfrage, denn es gibt niemals ein Patentrezept. Das habe ich bei diesem Album auch gar nicht versucht. Ich habe wirklich zehn Titel geschrieben, die einfach aus mir herauskamen, ich hatte also auch keine Planung gemacht, wie das Album werden soll. Das, was herauskam, war letztendlich das Album, und so sind zehn Songs entstanden, die sich vollständig voneinander unterscheiden, was für mich von vornherein der wichtigere Punkt war, so dass jeder Song einen eigenen Charakter entwickelt, was wir dann in der Produktion auch nochmals ein bisschen pushen wollten. Was mir persönlich bei den heutigen Digitalproduktionen auf Pro-Tools und den ganzen Programmen ein bisschen auf den Sack geht ist, dass die Platte vom ersten bis zum letzten Titel vollständig gleich klingt. Das ist etwas, was mir nicht wirklich gefällt.

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