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Revel In Void im Interview (April 2015)

„…für mich hängt da meine eigene Biographie mit drin…“

Interviewpartner Marcel bei einer völlig vernebelten Show mit Mayze

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Eine nicht ganz so kleine Überraschung lieferten Revel In Void mit ihrem Debüt „Those He Hates He Loves Most“ letztes Jahr aus. Klar, da musste Songwriter, Gitarrist und Bandkopf in einem, Marcel, dran glauben: Fix wurde ein Interviewtermin ausgemacht und so sitzen wir dann in seinem Wohnzimmer und arbeiten ein wenig den Hintergrund der Gelsenkirchener auf.

The-Pit.de: Ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus: Wie sieht es mit Liveshows bei Revel In Void aus? Bestehen da überhaupt keine Chancen, eventuell auch mit einem anderen Sänger?

Marcel: Das ist genau der Knackpunkt. Revel In Void haben einfach eine Geschichte, die davon lebt, dass Guido ein fantastischer Sänger mit einer einzigartigen Stimme und Art und Weise zu singen ist. Ich möchte dieses eigentlich ungern aufbrechen und jemanden anderes ans Mikrofon holen. Leider wird es mit Guido Revel In Void nicht live geben können, weil er auch von Anfang an gesagt hat, dass er dafür keine Zeit hat. Es bliebe also bei Liveauftritten nur die einzige Möglichkeit, jemand anderes zu nehmen. Das weiß ich noch nicht, es gibt auch kein neues Material, und da ich momentan nur für Mayze arbeite, steht das in den Sternen. Ich für mich möchte das auf keinen Fall ausschließen, weil ich es liebe, live zu spielen, ich würde am liebsten auch gleich morgen mit Revel In Void auftreten, wenn Guido sagen würde, er hätte doch Zeit, aber da dieses nicht abzusehen ist, wird es eher unwahrscheinlich bleiben. Ich habe Guido auch gefragt, ob er damit ein Problem hätte, wenn ich einen anderen Sänger nähme, und er meinte: Auf keinen Fall, könntest du machen.

The-Pit.de: Der Titel „Those He Hates He Loves Most” ist ja schon ein wenig kryptisch. Was kannst du uns dazu sagen, was hast du dir dabei gedacht?

Marcel: Ich mache die Erfahrung, dass alles im Leben zwei Seiten hat, die „schwarz und weiß“-Gegensätze, dazwischen dann die ganzen Graustufen. Du kannst im Leben einfach nichts machen, ohne dass es eine Konsequenz nach sich zieht, die du nicht willst oder nicht mitbedacht hast. Egal, was du fühlst, egal, was du denkst, es hat immer auch eine andere Seite. Genau das sagt eigentlich der Titel aus und das zieht sich auch durch das Album. Dieser Titel ist ja eigentlich ein Widerspruch, denn wenn ich etwas hasse, dann ist es natürlich ein Gegensatz, etwas am meisten zu lieben. Dieses findet sich auch nochmals am Ende in „Oxymoron“, weil das das Stilmittel ist. Der Titel an sich sagt einerseits diesen Gegensatz aus und ist gleichzeitig eine Beschreibung des lyrischen Ichs, welches sich0000000000 textlich durch die Songs zieht. Ein Mensch, der sozusagen davon lebt, dass er hasst, was im Prinzip sein Lebenselixier, sein Motor für Kraft, sein Motor für Energie, für dunkle Energie ist.

The-Pit.de: Meiner Meinung nach setzt du dich mit diesem Bandprojekt auch zwischen alle Stühle. Viele Metaller propagieren eher die Reinheitslehre, du schwelgst aber zwischen epischen, opulenten und schweren Gitarrenriffs und machst es dadurch dem Hörer nicht leicht. Du hast deswegen eine Chance verdient, weil…?

Marcel: Ich bin eben jemand, der immer mit seiner Musik zwischen den Stühlen lebt, und das war schon bei Symbiontic so. Für die einen waren Symbiontic zu technisch, für die anderen nicht hart und stumpf genug. Da hieß es ja immer schon, dass wir nicht richtiger technischer Death Metal seien; andere bezweifelten, dass wir überhaupt Death Metal seien, weil wir zu technisch waren. Das zieht sich durch ganz viele Dinge, die ich musikalisch gemacht habe. Meine eigene Erklärung ist die: Ich komme aus den 80ern aus der Synthesizer-Ebene. Angefangen hatte zu Hause alles mit den Beatles, den Rolling Stones, alles, was ich von meinem Vater mitbekommen habe, der begeisterter Gitarrist und Folklorist war und ist. Dann habe ich irgendwann die Liebe zu Bands wie A-ha und Depeche Mode entdeckt, und diese Liebe ist auch immer noch vorhanden. Ich habe das wirklich frenetisch gehört, in mich aufgesogen, die Sachen nachgespielt. Ich stand auf dem Tisch und habe so getan, als würde ich Keyboards spielen oder mitsingen. Dann bin ich von jetzt auf gleich zum Death Metal gekommen, mit Obituary und Morbid Angel. Ich glaube, dass diese musikalischen Einflüsse dann eben auch in dem münden, was ich selbst mache und dass das für viele eben etwas ist, was für sie nicht der Reinheitslehre entspricht. Das kann aber auch gleichzeitig spannend sein, man muss ja nicht auf die Reinheitslehre verzichten, dann sucht man sich halt die Bands, die so etwas repräsentieren. Und bei mir gibt es etwas anderes, und das kann man auch einmal hören, das wäre doch ganz spannend. Es wäre natürlich einfacher, wenn man auf der Bühne auch die Energie rüberbringen kann, die dahinter steckt, die in mir und auch den anderen Musikern drinsteckt. Da dieses aber vollkommen wegfällt, ist es extrem schwer, überhaupt in der Masse der guten Bands herauszustechen und zu sagen: Hier, wir sind auch da, hört uns doch auch mal an.

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