Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Redcraving im Interview (Dezember 2009)

„Kontrapunktischer BBQ Hardrock mit Synths, schreiend serviert in einer Pianobar“

Das Cover der aktuellen Platte "Lethargic, Way Too Late"

Zum Thema

Die Berliner Jungspunde von Redcraving überzeugten mit ihrer Mischung aus Post-Hardcore und enormer Spielfreude derart, dass sie bei uns mit ihrer neuen Scheibe volle 9,5 Punkte einheimsen konnten (siehe Review). Zum Release ihrer Platte „Lethargic, Way Too Late“ stellten sich Sänger Max und Gründungsgitarrist Manuel charmant unseren Fragen und erzählten von Tourerlebnissen, der Berliner Szene und der Gründung der Band.

The-Pit.de: Hey, herzlich willkommen zum Interview! Erstmal Gratulation zu eurem großartigen Album! Wie geht es euch?

Manuel: Heyhey, uns geht es echt gut! Die CD ist endlich draußen und wir freuen uns über das meist gute Feedback.

Max: Danke für die Blumen! Vorneweg noch eine Anmerkung zum „Album”, es soll eigentlich eine EP sein...

The-Pit.de: Erzählt doch erstmal, wie und wann die Band überhaupt zustande gekommen ist.

Manuel: Im Grunde liegen unsere tiefsten Wurzeln in der Gründung einer Schülerband vor knapp 5 ½ Jahren. Dass sich die Band seit dieser Zeit zu dem entwickeln sollte, was sie heute ist, hat damals wohl keiner von uns erwartet, zumal ich als einziges Gründungsmitglied „überlebt“ habe. Mit mehreren Mitgliederwechseln kam auch schrittweise immer mehr Professionalität und unser Stil hat sich stets gewandelt. Wo wir am Anfang noch Emocore (zugegeben teilweise doch sehr punkig und nicht wirklich tight) gemacht haben, sind wir heute doch eher in einer anderen Richtung zu finden. Wir sind als Musiker mit Redcraving nicht nur auf- sondern auch schlicht gewachsen und entdecken uns und die Musik die aus unserem Miteinander entsteht stets neu.

The-Pit.de: Ihr seid ja mehr oder minder eine Multikulti-Band – hat euch das bisher z.B. auf Tour irgendwelche Probleme bereitet?

Manuel: Bisher hatten wir keine Probleme mit Fremdenhass oder dergleichen. Hier in Berlin würde mich das auch sehr überraschen. Aber auch auswärts gab es bisher keine derartigen Steine auf unserem Weg. Erheiternd ist nur, wenn uns Leute auf unseren Konzerten fragen, wo denn unser afrikanischer Schlagzeuger sei. Wohlgemerkt, Can und Recep (Gitarre) sind türkischer Abstammung.

The-Pit.de: Berlin gilt was Trends angeht als extrem schnelllebig, gerade auch was Musik betrifft. Ist das eher ein Vorteil oder ein Nachteil für eine Band wie euch?

Manuel: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nicht nur die Leute in Berlin in der Tat sehr schnell konsumieren und auch wieder abstoßen, besonders was Musik angeht. Aber ist nicht Musik generell zu einem recht kurzlebigen Produkt geworden, dessen Haltbarkeitsdauer allenfalls bis zum nächsten Albumrelease reichen kann, der aufgrund der Probleme des Tonträgermarktes in immer kürzeren Abständen erfolgen muss? Da wir jedoch keinen Trends hinterherlaufen, was ja gerade zurzeit „im Trend“ zu sein scheint, machen wir uns darüber keine Gedanken, sondern schreiben lediglich das, was uns gefällt – und dann wird sich zeigen, wie die Szene und alle anderen unsere Musik aufnehmen.

Max: Echt? Ich habe immer das Gefühl, dass Berlin dem Rest hinterher hängt. Der Ruhrpott ist da weitaus innovativer. In Berlin gibt’s meistens nur konservative Auf-die-Fresse-Bands. Wir sind da relativ untrendy.

The-Pit.de: Ich hab irgendwo gelesen, dass ihr als „Hoffungsträger“ der neuen Metal-Szene gehandelt werden. Was denkt ihr darüber?

Manuel: Hoffnung ist immer gut. Wir sind alle sehr optimistische Menschen, also tragen wir in erster Linie unsere Hoffnungen. Ob wir die Hoffnungen der Metalszene tragen oder gar erfüllen können, ist eine ungeheure, ja scheinbar unlösbare Aufgabe. Wer kann schon die Wünsche einer Szene erfüllen, die noch gar nicht weiß, was sie eigentlich hören möchte? Niemand kann erahnen, welche Musik ihm gefällt, wenn diese noch gar nicht gehört wurde. Geschmack ist etwas sehr individuelles und in eben jener Eigenschaft für jeden einzigartig. Wer also Hoffnungen in uns setzt, der sollte am besten einen Gig von uns besuchen und sich ein Bild von uns machen.

Max: Ich sehe es radikal. Wenn es heisst, dass wir zum Untergang des Metalcore beitragen, dann freuen wir uns über solche Komplimente.

Seite
comments powered by Disqus

Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Abend

„Singen ist Sport, egal was für einen Stil, da machen wir uns nichts vor...“

Ausverkauftes Café Nord im „Erste-Klasse-Gewalt“-Fieber