Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Rage im Interview (August 2017)

Zurück zu den klassisch-starken Wurzeln

The-Pit.de: Das war mit Sicherheit eine böse Überraschung!

Peavy: Ja, ja! Nichts war vorher abgesprochen. Außerdem hat man einen Song vom Album rausgestrichen, auch ohne Absprache. Kai [Walterbach der Inhaber von Noise –Red.] hat sich aufgeführt. Heute würde sich keine Plattenfirma mehr trauen, in ihre Bands einzugreifen. Das war halt damals normal, bei anderen Bands ebenfalls. Aber was willst du machen? Wir konnten nicht viel ändern. Die Firmen haben sich wie Land Lords aufgeführt und die Bands wie Leibeigene betrachtet. (lacht)

The-Pit.de: Hättet ihr euch damals nicht schützen können wie 1987 Blind Guardian, die ihren eigenen Vertrag aufgesetzt haben? Oder kamt ihr wegen eures Alters nicht auf diese Idee?

Peavy: In meiner Anfangszeit hat man Künstlerverträge aufgelegt und nicht so, dass man mit eigenen Verträgen ankam. Die Firmen haben zuerst ein Produkt erstellt und man musste auf Bestellung direkt daraufhin im Studio sein. Du hattest in der kurzen Zeit gar nicht die Zeit gehabt, deinen eigenen Vertrag fertig zu machen. Du hattest auch kein Mitspracherecht wie bei Blind Guardian. Die kamen erst später in der nächsten Generation. Zu der Zeit von 1987 hat sich die Situation geändert. Sie waren aber auch bei Charly Rinne. Er war nicht so ein Despot wie Kai Walterbach oder Manfred Schütz. Sie hatten ein bisschen andere Einstellung zur Musik. Die besseren Bedingungen haben die Guardians bereits vorgefunden. Diese waren dann nicht mehr so übel, sondern salonfähiger. Die Bands bei SPV und Noise haben sich dann auch beschwert und aufgelehnt. Dadurch wurden bessere Verträge gemacht. 1987 haben wir dann auch einen besseren Vertrag gekriegt. Aber das war beim ersten Album halt anders.

The-Pit.de: Neuerdings werden die alten Noise Scheiben nach und nach herausgebracht. Denkst du über den Rückkauf deiner Rechte zurück?

Peavy: Ich habe doch alle Rechte zurück! Ich bin der Einzige vom großen Noise-Haufen, dem es gelungen ist, den gesamten Backkatalog zurückzubekommen. Alle Rechte gehören mir. Ich wiederveröffentliche jetzt auch schon Sachen. Ende 2015 haben wir die Refuge-Box auf dem eigenen Label herausgebracht. Ich habe ein eigenes Label mit dem Namen ´Dr. Bones´ gegründet. Dann habe ich die Sachen herausgebracht, die ich mit der Band, mit der ich zurzeit gearbeitet habe, aufgenommen habe. Dann haben wir Ende Juli die zweite Box veröffentlicht. Sie heißt ´The Early Years: From Avenger to Rage´, wo ´Reign In Fear´ und ´Execution Guaranted´ mit Bonustracks enthalten ist. Das war eine 6-CD-Box. Die Vinyls werden auch bald folgen. Da habe ich eine Lizensierung mit Pure Steel Records. Die Veröffentlichung auf Vinyl ist etwas komplizierter, vor allem die Marketing. Das haben wir dann lieber ausgelagert. Bald kommen auch die ganzen anderen CD-Veröffentlichungen und Digital-Krams. Das machen wir alles selber.

The-Pit.de: Höchstwahrscheinlich warten sehr viele Fans auf die ersten Scheiben.

Peavy: Ab dem 30. Juli sind viele schon erhältlich. Die Box kann man dann schon auf Amazon kaufen, wenn man die entsprechenden Suchwörter eingibt. Die Rechte liegen bei BMG, aber ich habe geschafft, sie zurückzukaufen. Nachdem das passiert ist, haben die dicht gemacht und nichts mehr herausgegeben.

The-Pit.de: Auch die ganz frühen Noise-Alben von Voivod, Celtic Frost und Kreator sind bereits erschienen.

Peavy: Das bringen die Bands nicht selber heraus, sondern BMG.

The-Pit.de: Ok, die Rechte liegen zwar höchstwahrscheinlich komplett bei BMG und die Firma bestimmt, wann und wie das jeweilige Album erscheint. Aber die Bands haben doch ein wenig Mitspracherecht bei der Aufmachung.

Peavy: Genau. Die Rechte liegen bei BMG und die Bands dürfen sich im besten Fall bei der Verpackung einbringen oder sie dürfen Liner Notes schreiben. Das war dann schon alles, was die Firma zugesteht. Die Bands haben einen Scheißdreck davon.

Seite
comments powered by Disqus

Erneut eine eindrucksvolle Bewerbung um den Titel „Konzert des Jahres“

Vom pinkfarbenen Cover hin zum Boxen

Das Wandern ist des Metallers Lust

Refuge, Teutonic Slaughter und Kadaverficker beim Saunafest