Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Porcupine Tree im Interview (Oktober 2009)

Ein wohlwollender Diktator

Cover der aktuellen Porcupine Tree-Scheibe "The Incident"

Zum Thema

The-Pit.de: Könntest du Steve als Musiker und als Person beschreiben?

Colin: Nun, er ist sehr fokussiert, sehr zielorientiert. Er hat einen großen Drive, sein Ding durchzuziehen und wir hatten sicherlich auch schon unsere Meinungsverschiedenheiten. Ich hab ihn in der Vergangenheit mal als „wohlwollenden Diktator“ bezeichnet (lacht) – ich denke, da steckt schon etwas Wahrheit drin. Trotzdem kommen wir sehr gut miteinander klar; allein die Tatsache, dass die Band schon so lange zusammen ist, spricht für sich. Es ist schwierig, das Leuten zu erklären, die noch nicht auf Tour waren, aber man ist praktisch mit den anderen Leuten im Bus verheiratet, schließlich muss man seine komplette Zeit mit denen verbringen. Von daher kommen wir gut miteinander aus, können gut zusammen arbeiten und ich habe mich immer sehr dafür interessiert, was Steve gerade so für Musik hört – er hat mir eine Menge gezeigt. Ich bin sehr open-minded, aber manchmal brauche ich so einen kleinen Anstoß, um in etwas richtig reinzufinden, und in der Hinsicht hat er mich an eine Menge Zeug herangeführt.


The-Pit.de: Wo du gerade davon gesprochen hast, dass die Band schon sehr lange als eine Einheit zusammenspielt – der Einzige, der die Band überhaupt je verlassen hat, war meines Wissens nach Chris Maitland. Doch warum ist er überhaupt gegangen? Ich habe nirgendwo jemals eine Erklärung dafür gefunden...

Colin: Zunächst mal sei gesagt, dass wir kein Problem mehr mit Chris haben. Vor ein paar Jahren sind Steve, Richard und ich zusammen Essen gegangen und haben das Problem beseitigt. Aber damals hatten wir gerade einen Majordeal mit Atlantic Records unterschrieben, das war im Jahre 2002 – und plötzlich war viel mehr Druck als vorher da. Denn Porcupine Tree war zuvor etwas, das wir zwei oder drei Monate im Jahr tun konnten und wofür wir die Zeit locker fanden. Und auf einmal war es etwas, für das wir viel mehr Zeit investieren mussten. Wir hatten diesen Majordeal, wir durften es nicht verkacken – wirklich eine ganze Menge mehr Druck als zuvor. Und die Sache ist die, dass Chris bereits eine recht erfolgreiche Karriere hinter sich hatte, er hatte viel Theatermusik gespielt und irgendwie gab ihm das unglaublich viel Druck, mehr als dem Rest der Band. Das war wohl der wahre Grund für den Split und ich denke, es war die richtige Entscheidung. Mit Gavin (Harrison – jetziger Drummer – Anm. d. Verf.) funktioniert es wirklich prächtig – womit ich jetzt bestimmt nicht sagen will, Chris sei nicht gut in dem, was er tut, aber er hätte es wohl sehr schwierig gefunden, sich mit den Touren, die wir danach bestritten, anzufreunden, besonders, als es durch Amerika ging.


The-Pit.de: Meine nächste Frage bezieht sich ebenfalls auf dieses Thema. Als Bassist, der du bist – Drums und Bass bilden schließlich die Rhythmusgruppe – würde ich gerne wissen, wo die Unterschiede bestehen, mit Chris Maitland und mit Gavin Harrison zu spielen?

Colin: Das Witzige ist, dass es durchaus eine ganze Reihe Ähnlichkeiten zwischen den beiden gibt, auch was die Persönlichkeit betrifft. Aber Gavin ist ein wesentlich präziserer Drummer und technisch stärker, was nicht heißt, dass ich Chris hier diskreditieren will; er war ebenfalls toll, hatte einen fantastischen Energielevel und passte zum früheren Material, dennoch veränderten sich die Dinge mit Gavin in verschiedener Hinsicht, zum Beispiel, was technische Aspekte während der Show angeht. Wir haben ja Filme während der Konzerte laufen, und daher haben wir manchmal einen Clicktrack in den Kopfhörern, sodass wir mit den entsprechenden Filmen genau zusammen spielen können. Ich denke nicht, dass das auch mit Chris passiert wäre. Außerdem interessiert sich Gavin sehr für Aufnahmetechnologie und ist daher auch in diesem Punkt sehr hilfreich, mehr als es Chris gewesen ist. Vom spielerischen Standpunkt aus gesehen muss ich aber sagen, dass ich es auch sehr mochte, mit Chris zu spielen – er hatte diese verrückte Energie, Gavin ist wesentlich beherrschter. Ich denke, ich mag beides sehr gerne, für mich ist das keine Frage von besser oder schlechter, es ist einfach unterschiedlich.

Seite
comments powered by Disqus

Waldbühne lädt bei freiem Eintritt ein

Von Erinnerungen, Rückblicken und Genuss

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin