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Pattern-Seeking Animals im Interview (April 2022)

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Gesprächspartner John Boegehold

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Innerhalb von nur drei Jahren haben Pattern-Seeking Animals drei starke Alben veröffentlicht – ein stolzer Wert, der zeigt, dass wir es hier mit gestandenen, vorzüglichen Musikern zu tun haben, die genau wissen was sie tun. In der Tat dürften die Protagonisten der vierköpfigen Truppe den meisten Fans in der Szene ein Begriff sein, denn alle spielen bei der Prog-Institution Spock's Beard respektive haben dort mal gespielt, Sänger und Gitarrist Ted Leonard kennen außerdem sicherlich viele von seiner Mitwirkung bei Enchant. Einzig John Boegehold war bei den Bärten stets eher im Hintergrund aktiv und eine Art inoffizielles Bandmitglied, leistete dort aber einen enormen Beitrag zum Songwriting. Nun hat er mit PSA jedoch eine eigene Combo am Start, bei der er vor allem für die Keyboards zuständig ist und wiederum fast alle Stücke im Alleingang komponiert hat – höchste Zeit also für ein Gespräch mit dem sympathischen Bandleader.

The-Pit.de: Hallo John, wie geht’s dir? Glückwunsch zu eurem dritten Album. Ich habe es etliche Male gehört und finde sehr schön, dass ihr euch überhaupt nicht wiederholt. Klar, es gibt natürlich einen bestimmten Sound, der von Anfang an etabliert wurde, trotzdem klingt jedes Album anders. Man sieht das ja schon mit einem Blick auf die Tracklist: Die letzte Platte hatte nur sechs Tracks, die neue hat zehn mit einigen kürzeren Tracks. War das auch der Plan, etwas kompakter vorzugehen?

John: Zunächst mal danke. Nun, bei „Prehensile Tales“ wurden von uns keine Bonustracks verlangt, vielleicht wegen der Pandemie, wegen der ja dann alles verrücktspielte, bei der neuen Scheibe jedoch wollte die Plattenfirma gerne ein paar Bonustracks haben, bei denen es sich um die letzten beiden Tracks handelt. Ich plane nie, eine bestimmte Anzahl von Tracks zu haben oder dass diese eine bestimmte Länge haben müssen. Ich setze mich einfach hin und schreibe und dann wird das Stück halt so lang, wie es eben wird.

The-Pit.de: Klar. Das sollte auch jetzt mehr der Orientierung dienen und untermauern, dass ihr hier schon einiges anders gemacht habt.

John: Ja, ich denke, insgesamt betrachtet kann man schon sagen, dass ich, als ich mit dem Schreiben für „Only Passing Through“ begann, beabsichtigte etwas mehr Spannung hinzuzufügen, ein bisschen mehr Uptempo, sodass es weniger Ruhepausen gibt, sage ich mal. Das ist manchmal zwar auch gut – ich bin beeinflusst von den alten Prog-Helden wie Genesis, Yes usw., die schließlich oft über zehn Minuten lange Tracks mit einem eher langsamen Vibe haben. Ich liebe das Zeug, aber ich wollte sozusagen nicht wieder darauf zurückfallen, denn es ist für mich sehr natürlich, das zu tun. Insofern gab es sicherlich schon ein Bemühen, den Spannungsfaktor hochzuhalten und die Dinge etwas temporeicher anzugehen.

The-Pit.de: Manche verstehen unter Prog nur Shredding, aber im eigentlichen Sinne bedeutet der Begriff ja, „weiterentwickeln“, was ihr kontinuierlich tut. Ihr schafft es auch gut, die Balance zwischen progressiven Elementen und eingängigen Melodien zu halten.

John: Ich bin alt (lacht) und daher höre ich schon seit Ewigkeiten Musik. Und ich war schon immer ein Fan von Popmusik, von guten Hooks. Aber ich mag eben auch den wirklich erfinderischen Kram, wie die bereits erwähnten Genesis und Yes. Die haben allerdings als Popbands angefangen, haben sich von da aus weiterentwickelt und erst nach und nach auch andere Elemente einbezogen. Spätere Progbands wiederum hörten dann oft nur noch die Progbands aus jener Zeit; als sie also, inspiriert von deren Ideen anfingen Songs zu schreiben, hatten sie diesen Pop-Background nicht und es fehlten oft die zündenden Hooks. Ich mochte immer lieber das Prog-Zeug, wo auch diese poppigen Elemente zu finden waren. Was das Shredding betrifft: Das wurde bis zur Erschöpfung ausgereizt – und manchmal mag ich es; früher bin ich zu jeder Allan Holdsworth- oder John McLaughlin-Show gegangen. Aber auch wenn ich es mag, hat man gerade heutzutage oft das Gefühl, man hat das alles schon mal gehört. Vom technischen Standpunkt betrachtet mag das sehr beeindruckend sein, aber es bewegt mich nicht wirklich.

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