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Pain Of Salvation im Interview (Oktober 2010)

Ohne Salz geht gar nichts

Aufwärts geht's: Schießt die neue Platte durch die Decke?

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The-Pit.de: Wie es beispielsweise bei Black Sabbath zu hören ist. Die nahmen ihr erstes Album innerhalb eines Tages auf, bei den späteren Scheiben wurde es dann immer etwas mehr und mehr, aber trotzdem klang das Ganze noch organisch.

Daniel: Ja oder auch mit den späteren Beatles-Alben ist es so. Sie haben einiges komprimiert, aber nicht zum Beispiel jede einzelne Drum-Spur, sondern meinetwegen das komplette Drumkit, anstatt alles gleich laut zu halten. So ist das Spielen noch intakt und wenn man sanft oder hart anschlägt, bleibt die Dynamik erhalten. Aber alles drückt trotzdem ein bisschen mehr und ist geringfügig verzerrt wegen der Preamps, die sie damals hatten. Und dasselbe gilt für die gesamte Musik: Man versuchte, laut zu sein und viel Low-End zu haben, aber man konnte es damals nicht, was, wie ich denke, eine perfekte Kombination ist, weil man heute so viel Low-End haben kann, wie man will, doch das Low-End tendiert dazu, alles abzutöten, weil die Lautsprecher dadurch gezwungen werden, langsam zu arbeiten. Und man versuchte damals, so viel Low-End und so viel Lautstärke wie möglich zu bekommen und am Ende war es zwar alles komprimiert, aber trotzdem noch organisch, weil man dies mit der gesamten Musik gemacht und diese vor allem auf Tape komprimiert hat, was eben eine sehr organische Komprimierung ergibt. Und ich habe versucht, dies zu simulieren. Nicht, dass ich versucht hätte, nur zu imitieren, aber ich habe versucht, den richtigen Sound aus den Amps herauszuholen. Hauptsächlich habe ich das gesamte Album über Combos verwendet: Bei einem Song verwende ich zum Beispiel eine wirklich teure Mayones-Gitarre durch einen sehr teuren Laboga-Amp – bei einem anderen Song aber benutze ich den billigsten Fender-Verstärker, der vielleicht 300 Euro kostet und dazu eine Epiphone-Gitarre, die auch um 300 kostet. Ich will damit sagen: Mir ist es relativ egal, ob etwas jetzt teuer oder billig ist, so lange es so klingt, wie ich es gerne hätte. Übrigens hat sich Fredrik für seine Keyboards einen meiner Fender-Verstärker für die Tour ausgeliehen. Ich weiß nicht, ob der Amp das durchhalten wird (lacht).


The-Pit.de: Alle Alben, die ihr bisher gemacht habt, sind Konzeptalben. Ist das neue auch eins?

Daniel: Ja.


The-Pit.de: Kannst du ein bisschen darüber erzählen?

Daniel: Ich versuche, mich kurz zu fassen. Grundsätzlich geht es darum, auf sein Leben und jede Entscheidung im Leben zu blicken; verschiedene Entscheidungen auf der Straße des Lebens sozusagen. Man hat Hochs und Tiefs, es gibt Scheidewege, manchmal trifft man gute Entscheidungen, manchmal schlechte. Manchmal ist die Straße breit, manchmal ist sie schmal, manchmal entscheidet man sich für den leichten Weg und manchmal für den schweren. Und wenn man auf sein Leben zurückblickt, findet man stets Schlüsselmomente; ich meine, oft geht man durch das Leben und trifft jeden Tag irgendwelche Entscheidungen, aber nicht solche, die das Leben verändern. Aber dann gibt es eben diese Schlüsselmomente, an die man sich erinnert, auch wenn man sich derer in dem Augenblick, wo man sie erlebt, vielleicht gar nicht bewusst ist, sondern dass sich erst im Nachhinein bemerkbar macht, dass sie dein Leben verändert haben. Diese Schlüsselmomente können eine schwierige Entscheidung sein, oder etwas, das einem passiert ist, was besonders gut oder besonders schlecht ist. Oder sie können ein Punkt an der Straße sein, von dem man eine gute Perspektive hat – wenn man sozusagen von einer höheren Lage aus blickt, kann man erkennen, wo man herkommt oder worauf man sich zubewegt; man hat sozusagen einen guten Überblick über sein Leben.
Und alle Songs auf „Road Salt“ sind solche Schlüsselmomente im Leben von Menschen und in jedem einzelnen Track sieht sich der Protagonist mit einer Möglichkeit und einem Preis konfrontiert; er kann etwas bekommen, muss aber dafür bezahlen und sieht sich diesem Dilemma gegenüber. Und derjenige, der das Album hört, macht sich hoffentlich Gedanken darüber, wo er wohl in dieser Situation stehen würde. Das ist im Prinzip die Idee, die dahinter steckt; was ich erreichen möchte, ist dieses Gefühl, das man von bestimmten Filmen bekommt, wo es mehrere parallele Geschichten gibt und obwohl man nicht richtig erklären kann, wo die Verbindung liegt, doch mit fortlaufender Dauer das Gefühl hat, dass sie irgendwie interagieren. Und wenn der Film zu Ende ist, bleibt man mit dem Gefühl zurück, dass sie alle verschiedene Teile der Geschichte erzählen, aber du kannst trotzdem nicht so richtig sagen, was das ist. Manchmal findet man das heraus, aber manchmal ist es auch nur so eine Art Vibe, der da ist.
Was nun den Titel angeht: Das mit der Straße ist klar und diese Idee hatte ich schon länger. Und als ich den Song „Road Salt“ schrieb, dachte ich schlichtweg, dass sich der Titel einfach richtig für dieses Stück anfühlt und dann kam mir die Erleuchtung, dass er auch bestens für das gesamte Konzept passen würde. Das Wort „Salz“ wiederum ist in mehrerer Hinsicht interpretierbar: Es kann das Salz entlang der Straße sein; das Salz, das wir während der Reise auf der Straße verbrauchen oder erhalten, in Form von Schweiß oder Tränen. Oder es ist das Salz, das Wunden säubert, aber trotzdem schmerzt. Und natürlich – was besonders uns im hohen Norden betrifft – das Salz, das die Straßen vom Schnee säubert. Der interessanteste Aspekt an Salz ist für mich jedoch, dass es eine Notwendigkeit des Lebens darstellt, obwohl es gleichzeitig eines der tödlichsten Dinge ist. Falls man Salz entfernen würde, würde man die Möglichkeit zu leben selbst aufheben, doch zu viel davon würde einen ebenfalls umbringen. Es ist wie mit Benzin, obwohl man das nicht braucht, um zu überleben - na ja, heutzutage vielleicht (lacht). Das ist so eine Art Ying-Yang-Balance.

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