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Opeth im Interview (Dezember 2012)

Anders als die anderen

Interviewpartner Fredrik Åkesson live in Bukarest Anfang 2012

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Bereits im letzten Jahr brachten Opeth in Form von „Heritage“ ein Album heraus, das die Gemüter der Anhängerschaft spaltete, da dort keine Growls und grundsätzlich deutlich weniger Härte vorzufinden war. Ein Interview war daher längst überfällig und ist nun, wo sich die Schweden schon zum zweiten Mal im Rahmen ihrer „Heritage“-Rundreise in Hamburg eingefunden haben, endlich geglückt. Ein gut gelaunter Fredrik Åkesson stand bereit, sich unseren Fragen zu stellen.

The-Pit.de: Hi Fredrik! Wie läuft die Tour bislang?

Fredrik: Och, das macht schon Spaß bisher, auch angesichts dessen, dass wir zwei verschiedene Setlists spielen, eine akustische und eine, die heavy ist. Heute Abend wird es auf jeden Fall eine heftige Show.

The-Pit.de: Mein Bruder und ein Freund waren letzten Freitag in Bochum bei einer eurer Akustikshows und waren ein wenig enttäuscht, weil sie nur 75 Minuten ging.

Fredrik: Zunächst mal: Die Heavy-Shows dauern zwei Stunden. Und was das kurze Set bei den Akustikshows angeht, so haben die Typen, die uns gebucht haben, uns gesagt, dass wir nur so wenig Zeit hätten. Erst hieß es sogar, wir hätten nur eine Stunde Zeit, aber das fanden wir dann doch zu wenig und konnten wenigstens noch eine Viertelstunde mehr herausschlagen.

The-Pit.de: Nachdem das geklärt ist – wie kam es dazu, dass du 2007 als Nachfolger von Peter Lindgren in die Band geholt wurdest?

Fredrik: Nun, Mike (Mikael Åkerfeldt; Sänger und Gitarrist – Anm. d. Verf.) hat mich damals in Stockholm in einigen Pubs gesehen, als ich Judas Priest-, King Diamond- und Dio-Cover gespielt habe. Er kannte mein Gitarrenspiel jedoch bereits von der Doom-Metal-Band Krux, bei der ich auch noch Mitglied bin, und von Talisman. Außerdem waren wir auf derselben Tour, als ich 2006 bei Arch Enemy aushalf; das war auf der Gigantour in Amerika mit Megadeth und Lamb Of God. Er sah, dass ich ausgiebigem Touring gewachsen war, und nachdem ich im Februar 2007 Arch Enemy verließ, rief Mike mich wenige Monate später an und fragte, ob ich Lust hätte, bei Opeth mitzumachen. Vorher haben wir uns allerdings noch einmal getroffen, um ein bisschen zu jammen, denn er wollte, dass ich ihm ein bisschen technisches Zeug auf der Gitarre zeige. Ich meinte nur okay, wenn er mir dafür ein bisschen was auf der Akustikgitarre zeigt, denn daran musste ich wiederum etwas arbeiten. Also jammten wir, aber ich glaube, er hat sozusagen heimlich eine Audition daraus gemacht, weil er mir auch einige Opeth-Riffs gezeigt hat und sehen wollte, ob ich die spielen kann; „Deliverance“ und solche Sachen. Na ja, wie gesagt, er hat dann angerufen, gefragt, ob ich einsteigen will, und ich habe sofort zugesagt. Ich war ein Fan der Band und somit war das einfach fantastisch. Und ich kannte die Jungs ja vom gemeinsamen Touren, was die Angelegenheit noch leichter gemacht hat. Ich kam zur Band während des Schreibprozesses zu „Heritage“, was auch sehr cool war, denn bei Arch Enemy hatte ich hauptsächlich nur die Parts, die die anderen geschrieben hatten, gespielt. Bei Opeth war ich gleich involviert und am Album beteiligt, bevor wir auf Tour gegangen sind.

The-Pit.de: Wo du erwähntest, dass du selbst Fan der Band warst – hast du ein Lieblings-Opeth-Album von denen, auf denen du nicht spielst?

Fredrik: Ich mag „Ghost Reveries“ sehr, die Songs darauf sind wirklich großartig. Die Produktion ist für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen steril, aber das war zu der Zeit wohl so ein bisschen eine Modeerscheinung. Auch „Still Life“ mag ich sehr und natürlich „Blackwater Park“ und „My Arms, Your Hearse“. Aber ich denke, „Still Life“ gehört tatsächlich zu meinen absoluten Favoriten. Heute Abend spielen wir übrigens „White Cluster“.

The-Pit.de: Geil! Ich hab euch bislang zehnmal gesehen, aber den Song hab ich noch nie live gehört, da freue ich mich drauf. Da ihr so viel auf Tour seid: Was würdest du als eure bislang beste Show bezeichnen?

Fredrik: Nun, die Jubiläumsshow in der Royal Albert Hall in London war großartig, wenn es darum geht, eine bestimmte Erfahrung zu nennen. Ich denke, spielerisch haben wir sicherlich bessere Shows abgeliefert, aber was die Atmosphäre und das besondere Gefühl betrifft, war das einzigartig. Wir haben aber auch auf dieser Tour einige wirklich gute Konzerte gegeben, denke ich – wir versuchen jedes Mal, die perfekte Show zu spielen und achten sehr auf Details. Wenn man auf der Bühne steht, will man natürlich das Bestmögliche geben; doch manchmal kann es schwieriger sein, einen vermeintlich leichten Part zu spielen als irgendwelche technischen Geschichten. Und wenn man sich verhaut, ist das unangenehm, weil man dann irgendwie alleine dasteht und es hässlich klingt.

The-Pit.de: Zumal die Leute es wohl leichter bemerken, wenn sich einer bei einem einfachen Riff verspielt, als wenn man bei schnelleren Läufen mal eine Note auslässt.

Fredrik: Absolut.

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