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Obituary im Interview (März 2015)

„Das ist der klassische Plattenvertrag, für die Band in der Regel einfach kompletter Scheißdreck“

The-Pit.de: Ist dann der klassische Plattenvertrag zukunftslos?

Donald: Wenn ich zurück an die 80er denke und an diese klassischen Plattenverträge, dann kann ich nur sagen, dass wir einfach nur ausgenommen wurden. Wir haben bis heute keine Rechte an den Alben, was sehr traurig und schade ist. Wir haben keinen Zugriff auf unsere ersten fünf Alben, wir bekommen da keinen Pfennig zu sehen und wir können sie auch nicht erneut veröffentlichen, selbst wenn wir wollten. Das ist der klassische Plattenvertrag, für die Band in der Regel einfach kompletter Scheißdreck. Heutzutage haben wir die kompletten Rechte an den Songs, wir schauen also frohen Mutes in die Zukunft. Und so lange Fans Obituary hören wollen, so lange wird die Plattenfirma auch von Obituary gestellt.

The-Pit.de: “Inked In Blood“ ist in den amerikanischen Charts auf Platz 30 gelandet. Ist das für euch wichtig oder geht euch das eher am Allerwertesten vorbei?

Donald: Ich weiß nicht, ob das sonderliche Auswirkungen hat, aber ich denke auch, dass es wichtig ist. Ich denke, dass es ein gutes Zeichen dafür ist, dass unsere Fans uns genau auf dem Schirm haben und sie Death Metal auch unterstützen wollen. Das muss finanziell gesehen am Ende des Jahres keine wirklichen Auswirkungen haben, aber es sorgt schon dafür, dass wir uns mit einem Lächeln im Gesicht wohl fühlen und unsere Fans durchaus das Gefühl haben, dass sie etwas bewirken können.

The-Pit.de: Die Legende Andreas Marschall zeichnete das Coverartwork. Wie würdest du deinen Empfindungen zum Bild Ausdruck verleihen?

Donald: Wir nannten ihm den Titel der Platte, wir schickten ihm einfach eine e-Mail und meinten, er möge sich doch bitte ein paar Gedanken machen. Wir schickten ihm auch ein paar Songtitel und er antwortete unverzüglich, dass er eine brillante Idee habe. Ich hatte dann noch geantwortet, dass er uns nicht vereimern solle, er möge uns doch seine Idee mitteilen. Als dann die ersten Bleistiftzeichnungen kamen, da haben wir uns angesehen und gemeint: So müssen Obituary aussehen. Und als wir dann das fertig gemalte Bild sahen, da sahen wir, wie grafisch fantastisch und kraftvoll „Inked In Blood“ geworden ist, sodass wir uns darin sofort verliebt haben. Andreas selbst sagte, dass er damit sein bisher wohl kraftvollstes Bild abgeliefert hat. Er ist sehr stolz auf dieses Coverartwork.

The-Pit.de: “Slowly We Rot“ ist irgendwie schon immer der letzte Song einer jeden Obituary-Show. Ist er mittlerweile ohne jegliche Konkurrenz?

Donald: (fragt die anderen Bandmitglieder) Haben wir schon mal einen anderen Song als „Slowly We Rot“ am Ende der Show gespielt? Nein, um die Frage zu beantworten, keiner von uns kann sich daran erinnern, jemals einen anderen Song zum Schluss gespielt zu haben. Es ist einfach „Slowly We ‚Fucking’ Rot“. So muss die Show wohl auch enden, es geht gar nicht anders.

The-Pit.de: “Metal Up Your Ass“ war damals ja eure erste Demo. In 2006 gab es davon auch eine 7“-Pictureplatte, so viel ich weiß, ist es auch ein Bootleg. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass damals die Demo auch auf Vinyl herauskam und lediglich auf 100 Stück limitiert war. Ich habe solch ein Stück noch nie gesehen. Stimmt das überhaupt und wenn ja, hast du selbst noch ein Exemplar?

Donald: Von dem Bootleg habe ich noch nie etwas gehört, aber was die Auflage in den 80ern betrifft, ja, das ist wahr. 1985 hatten uns unsere Eltern unterstützt, ins Studio zu gehen und acht Songs aufzunehmen. Davon haben wir zwei Songs herausgepickt und auf eine kleine Vinylplatte gepackt.

The-Pit.de: Hast du eigentlich noch Kontakt zu Allen West und Daniel Tucker?

Donald: Ich treffe Daniel Tucker noch immer, er ist mein Freund. Ich sehe ihn regelmäßig bei Metalshows in Tampa. Von Allen habe ich nie mehr was gehört, seitdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Wir haben versucht, via Facebook und per e-Mail mit ihm Kontakt auszunehmen, aber da passiert leider nichts. Mehr kann ich dir gar nicht sagen.

The-Pit.de: Abschließend will ich wissen, wo du Obituary in der Zukunft verortest…

Donald: Nun, ich weiß nicht, die Zukunft ist die Zukunft. Ich weiß aktuell, dass wir als Band noch nie so kraftvoll waren wie jetzt. Wir sind als Band geschlossener und gefestigter und mehr Freunde denn je. Und das ist mehr wert als alles andere. Wir haben Spaß an dem, was wir tun und wollen da auch weitermachen. Für Obituary ist das eine große Gelegenheit, die Zukunft doch sehr positiv aussehen zu lassen. Wir wollen einfach eine schöne Zeit verbringen und noch mehr geile Musik schreiben.

Wie viel Spaß Obituary auch mit den neuen Songs verbreiten, dass zeigte sich nur wenige Stunden später bei der Show im Essener Turock. „It was a blast“, so würde Donald das vielleicht noch nennen. Danke für die Zeit, Danke auch an Frank van Liempd für das Einstielen des Interviews.

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