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Obituary im Interview (März 2015)

„Das ist der klassische Plattenvertrag, für die Band in der Regel einfach kompletter Scheißdreck“

The-Pit.de: Ich habe euch im Review neun von zehn Punkten gegeben und meiner Meinung nach tretet ihr auf „Inked In Blood“ einfach nur Arsch. In einen Interview hast du mal kurz und knapp gesagt, dass es ein „Monsteralbum“ sei. Kannst du das nicht mal präzisieren?

Donald: Meiner Meinung nach ist jeder Song einfach nur gelungen. Auf „Inked In Blood“ findest du keinen Song, den man am liebsten wegskippen möchte. Wenn ein Freund mir sagt, spiele mir doch mal einen Song vor und es ihm egal ist, welchen Song ist aussuche, weil er sich über alle neuen Songs freut, dann haben wir ja so viel nicht falsch gemacht. Ich weiß nicht, ob es so viele Bands gibt, die wirklich davon überzeugt sind, dass wirklich jeder Song auf der Platte zu hundert Prozent gelungen ist, dass alle Nummern genauso kraftvoll sind wie die anderen. Ich denke, genau das hat etwas zu bedeuten. Wenn ich an die ganzen Nachrichten auf Facebook oder per e-Mail denke und als Tenor dabei herauskommt, dass wir das jetzt abschließen und veröffentlichen sollen, dann ist das wie in Tritt in den Hintern. Da gilt es nur noch, Stolz auf dieses Gefühl zu sein ohne abzuheben. Dann weiß man auch, dass man mit den Songs jemanden erreichen kann.

The-Pit.de: Tracks wie „Violent By Nature“ oder auch „Violence“ sind einfach herausragend und auch wieder deutlich mehr zurück zu den Wurzeln. Wie siehst du das?

Donald: Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Wir hatten erst ein paar Stücke im Studio fertig und ein paar Freunde hörten sich die Songs mal an, die meinten auch, dass die Songs sich wie zu „Slowly We Rot“- und „Cause Of Death“-Zeiten anhören. Das hatten wir so natürlich nicht geplant, aber das ist doch genau das, wonach Obituary einfach klingen, wie das von dir angesprochene „Violence“.

The-Pit.de: Ihr habt das Album mit einer Kickstarter-Kampagne finanziert. Siehst du da nur Vorteile oder ist das auch Fluch zugleich?

Donald: Ein bisschen von beidem, befürchte ich. Wir mussten bei der Kickstarter-Kampagne gar nicht viel machen. Wir haben dabei aber so viel Geld bekommen, dass wir das komplette Album aufnehmen konnten. Niemand konnte dreinreden, wir hatten dadurch alles in eigenen Händen, wir brauchten halt niemanden nach finanzieller Unterstützung fragen. Doch nachdem wir fertig waren, da gab es dann die unzähligen Bestellungen und wir mussten sicherstellen, dass auch alle Personen eine CD und auch ein Shirt bekommen. Die einen wollten in XL, andere wollten bestimmte Versandformen oder Verpackungen, das hatten wir total unterschätzt, was für eine ….Scheiße. Es war schon hart, all diese Bestellungen abzuarbeiten. Wir haben ja auch keine Firma zur Abwicklung eingeschaltet, wir haben selbst alles eingepackt und verschickt. Das war die negative Seite, ganz deutlich. Wir würden solch eine Kampagne jederzeit wieder machen, doch müssten wir das Angebot ein bisschen einschränken, das müsste etwas stringenter ablaufen. Wenn wir das also wirklich nochmals wiederholen, dann müssen wir das vorher besser durchdenken, denn es war schon kaum umzusetzen, die ganzen Bestellungen abzuarbeiten. Das war einfach monstermäßig viel Arbeit.

The-Pit.de: Habt ihr denn so überhaupt keinen Druck verspürt, als ihr das Album geschrieben habt?

Donald: Nein, eigentlich nicht. Ich kann mich da eigentlich nur wiederholen: Wir haben das Album jetzt über so viele Jahre hinweg geschrieben, sodass da eigentlich gar kein Druck aufkam, dass unsere Fans auf ein Album warten würden, welches einfach nur großartig sei. Wir haben hart daran gearbeitet, wir sind von unseren eigenen Songs absolut begeistert und auch der Aufnahmeprozess machte mehr denn je Spaß. Terry und Kerry sind mittlerweile richtig gute Freunde geworden und so konnte man sich im Studio auch mal zurücklehnen, denn es hat einfach richtig gut funktioniert. Wenn ich mich mit anderen Bands unterhalte, dann bestätigen sie häufig, dass der Studioaufenthalt regelrecht an den Nerven zehrt, sehr frustrierend und verrückt ist und das dann noch der Zeitdruck aufkommt, weil du so viel Geld für eine Stunde Studio bezahlen musst und du genau dann auf den Punkt fit für die Aufnahme sein musst, auch wenn es dir nicht besonders gut geht. Ich hatte dieses Mal die Möglichkeit, auch morgens um Acht ins Studio zu gehen, wenn ich denn wollte, mir einen Kaffee zu gönnen und zu spielen, worauf ich Bock hatte. Zurück zur eigentlichen Frage: Wir haben uns nicht unter Druck setzen lassen, wir hatten mehr Spaß bei den Aufnahmen als jemals zuvor und ich denke, wir haben alles richtig gemacht.

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