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Nucleus Torn im Interview (Dezember 2010)

Travellers to Andromeda

Nucleus Torn auf einem Bild mit passendem Ambiente zu ihrer Musik

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Gleich zwei neue Platten haben Nucleus Torn zum Ende des Jahres 2010 auf die Menschheit losgelassen, wobei „Andromeda Awaiting“ die reguläre neue Langrille und den Abschluss einer Trilogie darstellt, die mit „Nihil“ begonnen und mit „Knell“ fortgeführt wurde. Bei „Travellers“ hingegen handelt es sich um eine Compilation, bestehend aus drei alten EPs sowie den beiden bislang unveröffentlichten Tracks „Leadless“ und „Lurking“. Wir hatten also genügend Gesprächsstoff für ein interessantes Interview mit Mastermind Fredy Schnyder.

The-Pit.de: Hi Fredy. Wir hatten ja 2008 schon das Vergnügen – das war damals mein erstes Interview überhaupt...

Fredy: Ja, ich erinnere mich noch ziemlich genau daran.

The-Pit.de: Ihr habt mit „Andromeda Awaiting“ ein neues Album am Start. Du hattest ja bereits letztes Mal im Interview angekündigt, dass dies wesentlich ruhiger sein würde als die Vorgänger. Und da diesmal ja wirklich keine Metalelemente auszumachen sind, könnte man sagen, es sei sehr mutig; auch vor allem, das auf einem Metallabel zu veröffentlichen. Wusste die Plattenfirma das vorher schon, war das alles so abgesprochen? Weil man weiß ja, dass viele Plattenfirmen oft nicht so glücklich damit sind, wenn so vom Standard abweicht.

Fredy: Ich glaube, das Wichtigste und Tollste an der ganzen Sache mit Prophecy ist, dass sie eben kein „herkömmliches“ Metallabel sind. Wenn man mal schaut, was sie alles so für Acts auf dem Label haben – da sind viele Bands dabei, die haben mit Metal bestenfalls im weitesten Sinne etwas zu tun, oder zumindest bei Auerbach (Sublabel von Prophecy – Anm. d. Verf.) ist es definitiv so. Lupus Lounge (weiteres Sublabel – Anm. d. Verf.) ist wohl die härteste Schiene am Rollen, aber abgesehen davon gibt es wirklich viele Bands, die durch das Raster der Kategorisierung durchfallen. Und ja, sie wussten von Anfang an, was da auf sie zukommt – irgendwann, als „Knell“ erschienen ist, hab ich ihnen ein Demo von „Andromeda Awaiting“ oder zumindest von mehreren Sequenzen geschickt, und da war nie zu spüren, dass die jetzt Mühe damit hätten, im Gegenteil; sie sahen dadurch eigentlich nur noch mehr Potential in der Angelegenheit.

The-Pit.de: Was kannst du denn zum Albumtitel sagen, steckt da irgendetwas dahinter?

Fredy: Also das Wichtigste ist zunächst mal die ästhetische Ausstrahlung des Albumtitels, mir gefällt einfach der Klang dieses Titels, ich finde auch, es sieht schön aus, wenn man ihn schreibt und ganz ehrlich: das ist eigentlich das Wichtigste am Titel. Er sollte einfach für sich genommen rein von der ästhetischen Ausstrahlung, klanglich und optisch was hergeben, und natürlich hat er was mit Sternen zu tun, etwas mit fernen Welten, mit etwas nicht Erfülltem, mit Etwas-Abwarten auch. Und all diese Assoziationen, die so ein Titel zu wecken vermag – das genügt wahrscheinlich schon. Aber wenn man jetzt nach einer tieferen Bedeutung suchen würde, in Verbindung zum Beispiel mit dem Mythos der Andromeda – da müsste ich verneinen.

The-Pit.de: Und was kannst du textlich so berichten? Mir ist aufgefallen, dass diesmal ja eigentlich verhältnismäßig wenig gesungen wird und eigentlich mehr die instrumentalen Exkurse im Vordergrund stehen.

Fredy: Das ist eine spannende Beobachtung. Bis zu einem gewissen Grad bin ich sehr damit einverstanden, auf der anderen Seite habe ich, glaube ich, schon gesagt, dass das im Prinzip auf „Knell“ auch schon der Fall war. Möglich, dass der Gesang auf „Knell“ stärker zur Geltung gekommen ist, keine Ahnung, aber rein vom Textumfang her, verteilt auf die Spielzeit, ist wahrscheinlich etwa ähnlich viel Gesang vorhanden. Schwierig zu beantworten, aber was ganz sicher richtig ist, ist, dass die einzelnen Instrumente auf „Andromeda Awaiting“ vielleicht stärker in den Vordergrund gestellt wurden als das bei den bisherigen Alben der Fall war. Hier haben wirklich alle eine kleine solistische Funktion und eine entsprechende Passage bekommen, die dem Instrument jeweils gewidmet ist.

The-Pit.de: Der Eindruck rührt aber wahrscheinlich auch daher, dass das Album eben ruhiger ist und weniger Gitarrenwände und Schlagzeug zu hören sind.

Fredy: Wahrscheinlich auch. Ich denke, das hat etwas mit der Wahrnehmung und dem Kontext zu tun und weniger mit der Menge an sich. Auch Schlagzeug: Ich denke, es ist fast gleich viel Schlagzeug vorhanden wie auf dem letzten Album, aber halt ganz anders gespielt. Im Metalkontext hat man ja meistens die powernden 4/4-Pulse, während wir bei „Andromeda Awaiting“ halt ein Schlagzeug haben, das sich meist eher dezent im Hintergrund hält – aber es ist natürlich da.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann