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Neverdream im Interview (Februar 2011)

Nevermore + Dream Theater = Neverdream

Gabriele von Neverdream (links) stand uns für ein Interview zur Verfügung

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Dass Konzeptalben in der Progressive-Szene nichts Ungewöhnliches darstellen, dürfte jedem bekannt sein. Bands wie Dream Theater oder Pain Of Salvation haben auf diesem Gebiet Meilensteine veröffentlicht, und dass es immer wieder interessante Geschichten zu besingen gibt, beweisen auch die Italiener Neverdream, die mit „Said“ im letzten Jahr ihr drittes Full-Length-Werk unters Volk gebracht haben. Nachdem man auf den Vorgängern „Souls“ und „Chemical Faith“ die Tschernobyl-Katastrophe beziehungsweise das Schicksal von Christiane F. (basierend auf ihrer Autobiographie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) behandelte, wartet man auf „Said“ mit einer nicht minder ambitionierten Thematik auf: Diesmal dreht sich alles um den afrikanischen Kontinent, was den Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo, Kindersoldaten, Sklavenaufstand und das Leben des südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela einschließt. Allein diese „Metal-untypischen“ Konzepte, die mal etwas anderes sind, waren schon Grund genug für The-Pit.de, sich ausführlich mit der Band zu unterhalten. Nachdem der erste Termin aus arbeitstechnischen Gründen gecancelt werden musste, klappte es im zweiten Anlauf und Gründungsmitglied, Schlagzeuger und Texter Gabriele Palmieri erteilte uns auf unsere Fragen telefonisch bereitwillig Auskunft.

The-Pit.de: Hi Gabriele, schön, dass es diesmal geklappt hat. Zunächst einmal ein frohes neues Jahr. Hast du denn irgendwelche besonderen Vorsätze gefasst?

Gabriele: Na ja, im Prinzip das Übliche, hauptsächlich auf die Band bezogen – nächste Woche gehen wir auf eine kleine Tour durch Spanien und ich hoffe mal, dass das gut läuft. Ansonsten aber, wie gesagt, das Übliche.

The-Pit.de: Ja, bei mir ist es eigentlich auch das Übliche, wie zum Beispiel, weniger saufen oder aufhören zu rauchen. Aber im Prinzip weiß ich sowieso, dass ich damit scheitere.

Gabriele: (lacht) Ja, so was in der Art kommt mir bekannt vor.

The-Pit.de: Gehen wir zum musikalischen Teil über. Ihr habt mit „Said“ vor kurzem ein neues Album veröffentlicht, das mit dem Thema Afrika erneut ein interessantes Konzept vorlegt; bereits auf den vorigen Scheiben habt ihr mit Christiane F.s Autobiographie und dem Tschernobyl-Desaster eher ungewöhnliche Thematiken angeschnitten. Wie kam es dazu, was hat euch inspiriert?

Gabriele: Bei Christiane F. war es in erster Linie schlicht und ergreifend das Buch, das ich mehrmals gelesen habe, und 2005, nach unserer ersten EP, war es eine wichtige Phase für Neverdream, in der wir wuchsen. Es war vielleicht etwas früh, denn als Band macht man ja für gewöhnlich lauter kleine Schritte, doch wir gingen gleich von einer Drei-Track-EP zu einem Konzeptalbum, und inzwischen sind es innerhalb von vier Jahren drei Full-Length-Platten geworden, die jeweils etwa 70 Minuten Musik beinhalten. Jedenfalls dachte ich 2005, ich sollte etwas anderes, etwas Spezielles machen und dachte an das Buch von Christiane F., da es für mich etwas sehr Ungewöhnliches war. Wir betrieben einige Recherche, um die sozialen Umstände damals zu erfassen, die von den Mainstream-Medien übrigens viel zu schnell vergessen wurden.

The-Pit.de: Ich hab das Buch auch gelesen und in der Tat ist es sehr realistisch und authentisch. Auch den Film fand ich sehr gut.

Gabriele: Ja, der ist auch sehr gut, und als wir 2006 in Berlin mal eine Show gespielt haben, hatten wir eine Leinwand hinter uns, auf der einige Szenen aus dem Film gezeigt wurden, während wir spielten. Ist natürlich irgendwo traurig für die Leute, da das ja kein schöner Anblick ist, aber eben sehr authentisch und wahr. So ist das Leben halt, oder zumindest in Berlin oder überhaupt in Europa in den Siebzigern – Drogen waren ein großes Problem.

The-Pit.de: Zufälligerweise habe ich gerade gestern auf Wikipedia gelesen, dass David Bowie, der in den Siebziger Jahren für drei Jahre in Berlin lebte, es die „Welthauptstadt des Heroins“ nannte.

Gabriele: Traurig, aber da ist wohl was dran.

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