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Mystic Prophecy im Interview (Oktober 2016)

„Der nächste Schritt würde ja bedeuten, dass ich für ein paar Wurstsemmel in irgendeinem Club spiele...“

Mit „War Brigade“ hatten Mystic Prophecy im März dieses Jahres eine mehr als amtliche Schiebe herausgehauen, die Tour mit Orden Ogan platzte kurz vor Startschuss, doch über mangelnde Beschäftigung muss sich unser Interviewparter Roberto Dimitri Liapakis nicht beschweren, wie schnell deutlich wird. Umso schöner, dass er sich die Zeit genommen hat, ein paar Fragen zu beanworten.

The-Pit.de: Eigentlich solltet ihr im Frühjahr auf Tour mit Orden Ogan sein, habt dann im Endeffekt aber nur eine Release-Show im Bochumer Rockpalast gespielt. Woran ist es gescheitert oder woran hat es gelegen?

Roberto: Die Show in Bochum war super, ich glaube, wir waren es den Leuten, unseren Fans, auch ein bisschen schuldig, hier noch mal aufzutauchen und zu spielen, eben wegen dieser Absage. Wir können jetzt natürlich nicht in ganz Deutschland spielen, deswegen auch die Tour im September. Grund? Es ist eigentlich blöd jetzt rauszugehen und über andere schmutzige Wäsche zu waschen, da bin ich nicht der Typ für.

The-Pit.de: Produktions- oder organisationstechnische Gründe kann jetzt aber auch alles oder nichts heißen...

Roberto: ...nein, wir sind erwachsene Leute und können über alles reden. Wenn wir uns nicht einig werden, dann platzt halt die Tour, das ist der Grund. Leider erst vier Wochen vor der Tour, aber egal, es war halt so. Jeder geht seinen Weg und macht sein Ding und gut ist. Sie sind auch Kollegen von uns und versuchen auch ihr bestes... time will tell. Die machen ihr Ding und wir unser, alles okay.

The-Pit.de: Okay, akzeptiert, du willst nicht weiter ins Detail gehen. Mit „War Brigade“ habt ihr ein neues Album draußen, seid weiterhin bei Massacre Records und das schon seit zehn Jahren. Solch eine Liaison ist im heutigen Geschäft fast schon ungewöhnlich. Was läuft da bei euch anders

Roberto: Stimmt, wir sind jetzt bei Massacre Records schon seit zehn Jahren, das ist jetzt dort unser sechstes Album und wir sind mit ihnen mega zufrieden. Vorher waren wir bei Nuclear Blast, da waren wir auch zufrieden, die haben alle ihren Job gemacht. Wir fühlen uns halt wohl bei Massacre, die achten auch auf unsere Lieder, man sieht es ja auch daran, was Werbung etc. betrifft. Wir sind da eine Priority-Band und genießen Freiheiten, die wir vielleicht woanders nicht bekommen. Wir können die Musik machen, auf die wir Bock haben, wir können bei unsern Covern machen, was wir wollen. Wir brauchen nur abliefern und sie vertrauen uns einfach, und genau das finde ich brutal wichtig an einem Label, dass ein Label dir vertraut, was du machst. Deswegen sind wir auch schon zehn Jahre dort. Killer Label, wir sind voll zufrieden, und so wie es ausschaut, werden wir wohl noch ein paar Scheiben dort veröffentlichen. Massacre Records feiern ja jetzt auch schon ihr 25. Jahr im Business, und wenn du so schaust, dass es Labels gegeben hat, die gekommen und gegangen sind – Massacre war aber immer konstant da. Da gehört ja auch was dazu, damit du in diesem Business überlebst. Musikbusiness und vor allem Heavy Metal ist schon ziemlich heftig.

The-Pit.de: Völlig unstrittig ist doch, dass das Business sich auch stark verändert hat...

Roberto: Wenn man daran denkt, dass Whitesnake, Dio oder weiß der Geier fünf bis acht Millionen Scheiben verkauft haben und heute gar nichts mehr geht? Das verkauft jetzt nicht mehr die ganze Elite des Metals weltweit, alle Bands zusammen verkaufen nicht mehr das, was Dio damals allein verkauft hat. Oder Dokken, die haben damals in Hallen vor 20.000 bis 50.000 Leuten gespielt. Und jetzt spielen sie vor hundert Leuten. Die Szene ändert sich einfach. Die Kiddies wissen nicht, wie die Musik entstanden und in die Jahre gekommen ist, sie kennen nur Spotify und iTunes. Plastikmusik. Es klingt alles gleich, Qualität kannst du nicht unterscheiden; ob jetzt eine Produktion für eine Million oder 500 Euro im Keller machst, es klingt alles gleich. Sie können ja auch nichts dafür, sie wachsen in einer Gesellschaft auf, wo es auch nur noch das gibt. Kassetten, LPs – das kennen die Kiddies halt nicht. Das kennen nur die älteren Semester wie wir, das geht vielleicht 20 oder 30 Jahre noch so. In Amerika fängt es ja schon an, da gibt es keine Releases mehr, da kannst du dein Booklet und die CD herunterladen, es gibt quasi keine physikalischen Veröffentlichungen mehr. Da zählt nur noch der Computer. Kein Vertrieb, kein Lager, kein dies und das. Wenn sie ein Album für 5 Euro verkaufen, dann passt das.

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