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My Dying Bride im Interview (März 2009)

"Auf keinen Fall hätte ich denen erzählt, dass ich in einer Band spiele, die My Dying Bride heißt."

Andrew Craighan stand uns Rede und Antwort

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Am 27. März 2009 erscheint "For Lies I Sire", das neue Album der Doom-Legende My Dying Bride, auf dem zum ersten Mal seit "Like Gods Of The Sun" (1996) wieder die Geige zum Einsatz kommt. Außer an der Position von Violine und Keyboards, die nun Katie Stone bedient, gab es in der letzten Zeit allerdings noch einige weitere Wechsel im Line-up. Für uns Anlass genug, per Telefon ein paar Infos aus Bräute-Gitarrist Andrew Craighan herauszukitzeln.

The-Pit.de: Hallo, hier ist David von The-Pit.de. Wie geht’s denn so?

Andy: Gut, danke.

The-Pit.de: Super, dann lass uns doch gleich mal starten. Ich habe mir das neue Album jetzt etwa dreimal angehört und mein erster Eindruck ist, dass ihr quasi einen Schritt vor- und einen Schritt zurückgemacht habt – natürlich auch, weil ihr nach langer Zeit die Violine wieder eingebracht habt. Was habt ihr denn, abgesehen von der Violine, sonst noch im Vergleich zum direkten Vorgänger „A Line Of Deathless Kings“ verändert?

Andy: Ich denke, einer der Hauptunterschiede war vor allem – wenn man zunächst mal von den musikalischen Veränderungen wie der von dir erwähnten Violine absieht – die völlig andere Herangehensweise ans Songwriting. Wir wussten natürlich, dass wir schon ein paar starke Songs auf „A Line Of Deathless Kings“ hatten und letzten Endes ist es immer noch ein typisches My Dying Bride-Album; aber auf dem neuen Album wollten wir all das machen, was wir auf dem vorigen nicht gemacht haben – falls das jetzt überhaupt irgendeinen Sinn ergibt (lacht).

Einer der wichtigsten Unterschiede in Bezug auf die Entstehung von „For Lies I Sire“ ist vor allem jedenfalls, dass wir zum ersten Mal ins Studio gingen und die meisten Songs bereits fertig komponiert waren. Und das war etwas, was recht neu für uns war. Ich war eigentlich immer ein großer Fan davon, mit den Grundzügen eines Songs, „Song-Skeletten“ sozusagen, ins Studio zu gehen und die Stücke dort mit Hilfe der technischen Mittel richtig zum Leben zu erwecken, doch diesmal gingen wir mit den fertigen Stücken hin und es klang im Prinzip alles schon so, wie es sich jetzt auf der CD anhört. Die Songs wurden wirklich bereits im Proberaum fertig geschrieben. Ich weiß nicht genau, warum das diesmal so war, es hat sich halt einfach so ergeben.

Ich verstehe natürlich, was du meinst und denke, es ergibt Sinn, wenn du von „einem Schritt vor und einem Schritt zurück“ sprichst, aber – so paradox das jetzt auch klingen mag: ich hoffe trotzdem, die Leute sehen diesen „Schritt zurück“ wegen der Geige nicht als den so offensichtlichen, weil es sich schließlich immer noch um ein neues Album handelt. Dennoch sind natürlich auch traditionelle Elemente vorhanden, ganz klar.

The-Pit.de: Ja, es gab einige Riffs, die einen an alte Alben zurückdenken ließen; zum Beispiel dieses eine langsame in „Fall With Me“, das mich ein wenig an das End-Riffing von „Crown Of Sympathy“ von „Turn Loose The Swans“ erinnert.

Andy: Na ja, die Ähnlichkeiten sind nach so langer Zeit natürlich fast unmöglich zu vermeiden, schließlich ist es immer noch dieselbe Band und wir ticken immer noch genauso wie früher. Wenn wir in irgendeiner Sache schuldig sind, dann ist es die Tatsache, dass wir zu unseren Wurzeln stehen.

The-Pit.de: Das war jetzt auch überhaupt nicht negativ gemeint, sondern nur ein Beispiel dafür, dass ihr eben immer noch zu euren Wurzeln steht, bzw. in gewisser Weise back to the roots gegangen seid, und euch trotzdem weiterentwickelt habt, weil es im selben Song sowohl neuere Elemente gibt, bei denen man denkt: Der Song hätte auch auf „A Line Of Deathless Kings“ stehen können, als eben auch Passagen, die an die alten Alben erinnern.

Andy: Allerdings war es kein bewusster Schritt zurück. Ich denke, das neue Album könnte nach „Turn Loose The Swans“ und vor „The Angel And The Dark River“ kommen, oder aber auch zwischen „The Angel And The Dark River“ und „34,788 %“ oder „Like Gods Of The Sun“ stehen. Im musikalischen Sinn passt es für mich zwischen diese damaligen Scheiben, aber das war nicht etwas, das wir zu tun beabsichtigten. Wir wussten sozusagen gar nicht so recht, was wir da eigentlich hatten, bis wir es aufgenommen hatten, und dann mit etwas Abstand dachten wir: „Verdammte Scheiße, das klingt doch recht Old School und klassisch!“ Wenn so etwas passiert, ist das schon toll, aber andererseits auch gefährlich, weil es so offenkundig nach einem selbst klingt. Und entweder finden die Leute es gut, dass es total nach uns klingt oder die Leute mögen es nicht, weil es eben gerade ZU sehr nach uns selbst klingt.

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