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Motorjesus im Interview (Januar 2014)

„…man hängt da schon ziemlich in Gedanken, man fühlt sich auch ziemlich scheiße…“

Die Mönchengladbacher Heavy Rocker Motorjesus melden sich zurück, mit einem neuen Album, aber auch live auf der Bühne. Nicht ganz selbstverständlich, wenn man als Fan die Geschicke der Band verfolgte und in 2013 alle eher einer ungewissen Zukunft entgegenblickten, war doch nicht immer wirklich klar, wie es denn um die Gesundheit von Frontmann Chris wirklich steht. Jetzt aber melden sie sich mit neuer Frische zurück und gemeinsam mit The-Pit.de gilt es, einmal den Blick zurückzuwerfen, aber auch die Zukunft wird ein stückweit beleuchtet

The-Pit.de: Wir haben ja vorab abgemacht, dass wir ein bisschen das Jahr 2013 Revue passieren lassen. Abgesagte Shows, du wurdest am Herzen operiert, kein leichtes Jahr also. Wie ist das allgemein aufgenommen worden?

Chris: Ich war ja erst selber voll vor den Kopf gestoßen, dass sich die ganze Herzensgeschichte innerhalb so kurzer Zeit so verschlechtert hatte. Wir hatten ja im Sommer noch die ganzen Festivals wie das Rock Hard gespielt, da ging es mir eigentlich noch gut. Ich hatte keine Probleme und auf einmal ab September/ Oktober 2012 ging es dann los, dass es mir gesundheitlich immer schlechter ging. Im Januar/ Februar kam dann schon die Nachricht, dass ich an der Pumpe operiert werden muss, was mich dann selber etwas von den Füßen gehauen hat, weil ich da überhaupt nicht so krass mit gerechnet hatte. Von den Leuten ist das total positiv aufgenommen worden. Ich habe da eigentlich nur nette Kommentare erhalten, tolle Nachrichten, teilweise von Fans oder befreundeten Bands Geschenke bekommen. Ich kann es ja erzählen: Von Gun Barrel habe ich zum Beispiel eine Flasche Doppel-Herz bekommen. Da kam die Post, dieses Riesenpaket, da hatten sie mir diese XXL-Magnum-Doppel-Herz-Flasche geschickt. Nach dem Motto: Kannst du doch nicht machen mit dem Herzen. Das war total abgefahren, wie viele Leute sich echt Sorgen gemacht haben. Ich weiß auch nicht, es war halt sehr sehr bewegend, ich habe da ganz viel positive Resonanz bekommen. Klar, am Ende ist das eine Geschichte, die du ganz alleine mit dir selber ausmachst, da kann dir leider mehr keiner bei helfen. Man gibt sich da selber auch in die Hände von Ärzten und überlässt denen das ganze Feld und guckt, wie es läuft. Aber wie gesagt, von Fans und befreundeten Bands gab es eine total tolle Resonanz und da möchte ich mich auch an der Stelle nochmals bedanken, dass die Leute da so cool reagiert und so nett geschrieben haben. Ich hab mich da tierisch drüber gefreut. Ich konnte jetzt auch nicht jedem sofort antworten, aber das hat mir echt viel bedeutet und geholfen auf dem Weg jetzt im letzten Dreivierteljahr.

The-Pit.de: Gab es in der langen Zeit eine Phase, wo die Band zusammenzubrechen drohte?

Chris: Ja, auf jeden Fall, gerade die Zeit vor der OP, wenn man nicht weiß, was die Zukunft bringt, weil man auch nicht weiß, ob das nachher überhaupt noch etwas wird, weil es ja auch so eine Fünfzig-Fünfzig-Sache ist. Kann ja sein, dass alles gut überstanden wird und alles funktioniert. Bei mir war das eine Rekonstruktion, die Klappe wurde aus eigenem Gewebe repariert, aber es hätte auch sein können, dass ich eine künstliche Klappe kriege. Da ist man dann gesundheitlich noch etwas eingeschränkter. Ob das dann mit der Band alles so weitergegangen wäre? Man hängt da schon ziemlich in Gedanken, man fühlt sich auch ziemlich scheiße, weil man nicht genau sagen kann, was die Zukunft bringt. Vorher war alles einfach relativ positiv, wir hatten ja schon das Album geplant bzw. wir waren schon beim Aufnehmen, es war schon alles geplant nach dem Motto: Wir gehen jetzt diese Schritte. Und auf einmal weißt du von heute auf morgen gar nicht mehr, ob überhaupt noch mal Musik drin ist, ob das überhaupt noch mal geht. Das war schon ziemlich beschissen, das kann man gar nicht anders sagen. Da geht es einem einfach nur dreckig. Vor der OP hatte ich auch eine düstere Phase. Ganz viele Texte für das neue Album waren irgendwie nach der OP, nachdem alles gut verlaufen ist und ich dann auch wieder ein bisschen positiver drauf war, scheiße. Ich habe dann knapp 80 Prozent der Lyrics vom neuen Album nachher nochmals neu geschrieben, weil mir das vorher alles zu negativ und zu düster war, nicht gut genug. Vielleicht war ich mit meinen Gedanken auch nicht zu hundert Prozent dabei. Weiß ich nicht. Ich habe dann nochmals alles überdacht, was das Album anging. Das hat der Platte auch letzten Endes Positives gebracht, von daher alles super. Und jetzt nach der OP ist man auch ganz anders drauf, weil ich jetzt ganz anders mit mir selber umgehe und versuche, mein Leben ein bisschen anders zu gestalten und mir bewusster Gedanken über meine Gesundheit zu machen. Stress vermeiden, sich bewegen, das ist auch wichtig, das sind Sachen, die nehme ich wirklich ernst. Ich nehme das ganze Thema ernster als vorher. Vorher war ich so: Wenn ich nichts merke, dann interessiert mich das auch nicht. Ich habe mir vorher nie Gedanken gemacht, ich habe es ja auch nicht gespürt, denn es gab keine direkten Symptome. Ab und zu mal ein paar Rhythmusstörungen, aber ansonsten ging es mir eigentlich ganz gut. Von daher habe ich mir eigentlich auch nicht immer so viele Gedanken machen müssen. Bis Dezember 2012 habe ich eigentlich nichts groß gemerkt. Ich bin auch nicht immer toll mit mir umgegangen und das ist jetzt auch alles eher positiv. Ein bisschen mehr auf sich aufpassen, das ist schon wichtig.

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