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Morgoth im Interview (April 2012)

Mehr Shows, neue DVD – und was ist mit neuen Songs? Kommt, oder nicht?

Morgoth live auf dem Rock Hard Festival 2011

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The-Pit.de: Mütter gehen ja einem gerne auf den Keks und können nicht verstehen, dass man jenseits der zwanzig noch immer auf Konzerte geht. Was würdest du als Antwort auf das Nichterwachsenwerden geben?

Marc: Ich glaube, ich will nie erwachsen werden. Wenn man seinen Musikstil mit dreizehn, vierzehn oder fünfzehn gefunden hat, wenn man da sich für eine Sache interessiert, dann begleitet das einen auch das ganze Leben. Die Musik, die man in diesem Alter für sich entdeckt, ist dann auch prägend für den Rest des Lebens. In den Achtzigern habe ich für mich den Metal entdeckt und trage ihn seitdem im Herzen. Natürlich hört man zwischendurch auch mal andere Sachen, aber ich glaube auch, dass es einfach eine Einstellung ist. Die Leute, die sich im Metal wohl fühlen, sind alles Leute, die meistens coole Typen und nett sind. Früher hieß es ja immer „Gewalttätigkeiten“ und so, aber das siehst du auf Metalkonzerten nie und das ist geil. Es gibt so ein verschworenes Zusammenhaltsgefühl, und wenn man irgendwo einen Metalfan trifft, dann hat man sofort eine Verbindung und man versteht sich auch gut. Jeder, der Metalfan ist und auch nicht erwachsen werden will, hat etwas entdeckt, wo man sein Herzblut reinsteckt und ich glaube, dass gerade Metalfans sehr treu und ein Schlag Mensch sind, die meistens sehr nett und umgänglich und sehr gut im Trinken sind.

The-Pit.de: Du hast es ja schon erwähnt: Ihr habt zwei neue in euren Reihen. Nach welchen Kriterien habt ihr euch die beiden ausgesucht?

Marc: Den Schlagzeuger Marc Reign (ex-Destruction, ex-Mystic Circle, Anm. d. Red.) kannte ich persönlich vorher nicht, obwohl er auch in Berlin wohnt. Wir haben uns letztes Jahr auf einer Kreator-Show beim Thrashfest kennen gelernt und im Prinzip hat uns Mille vorgestellt, der schon mitbekommen hatte, dass wir uns reunionieren wollen, und er meinte einfach, dass wir doch den Marc fragen sollen, weil wir noch einen Schlagzeuger suchen würden. So kam das dann. Wir haben vorher noch ein paar Leute getestet, da gab es drei, vier Kandidaten und Marc war einfach derjenige, der am überzeugensten war und natürlich durch die lokale Nähe zu Sebastian und mir war es dann auch ganz gut, dass wir zu dritt richtig proben und die Songs schon mal einstudieren konnten. Insofern war das auch ein Kriterium. Letztendlich war natürlich das Musikalische entscheidend, da haben wir uns im Proberau alle angeschaut und wir wussten, dass wir eigentlich gar nicht mehr weitersuchen mussten. Er war der Erste und es gab noch ein paar andere Kandidaten, aber eigentlich waren die anderen dann chancenlos. Soti ist ein Kumpel von uns, den kennen wir über einen gemeinsamen Bekannten. Er spielt auch noch in einer anderen Band namens Sinew, die eher Prog-Metal spielen, und wir haben ihn einfach gefragt, ob er sich das vorstellen könnte, er ist ja auch schon jahrelang Metalfan gewesen, hat auch schon mal in einer Punkband gespielt und auch andere Bands ausprobiert. Er hat nach wie vor auch seine anderen Projekte, für ihn ist es auch einfach nur Spaß. Er ist ein super Bassist und ein klasse Typ, das passt einfach auch gut.

The-Pit.de: Wie ist das für dich, wenn blutjunge Fans auf dich zukommen und dir die Morgoth-Texte von damals in die Ohren brüllen?

Marc: Ich bin ehrlich gesagt ganz erstaunt, dass so viele junge Fans auch die Texte und auch die Alben kennen, wir wussten ja nicht, was uns erwartet nach 15 Jahren, ob es nun noch die alten Fans sind, die vor der Bühne stehen oder ob es Fans sind, die später dazugekommen sind und uns noch nie gesehen haben. Das ist natürlich auch toll zu sehen, dass auch die jüngere Generation sich offensichtlich die Alben angeschafft hat und das Material auch zu schätzen weiß, insofern erfreut es mich natürlich, dass man auch junge Leute, eine ganz andere Generation erreicht. Ich hatte 1990, als ich dann auch Led Zeppelin für mich entdeckt habe, auch gedacht, dass es toll wäre, die mal zu sehen. Ich will mich jetzt nicht mit Led Zeppelin vergleichen, aber es ist wahrscheinlich auch eine ähnliche Sache, dass man sich halt Morgoth, die man gar nicht mehr erwartet hatte, doch noch mal ansehen kann. Das ist natürlich klasse.

The-Pit.de: Die vielleicht unangenehmste Frage kurz vor Schluss: Viele Fans freuen sich, euch wieder live zu sehen, aber einige Fans hier im Sauerland freuen sich überhaupt nicht auf euch, weil sie euch noch nachtragen, dass ihr die Fanbase verraten hättet. Kannst du dir darauf einen Reim machen?

Marc: Ich weiß nicht wieso, warum, weshalb, wahrscheinlich wegen dem letzten Album, was natürlich eine Sache war, die die Leute gespalten hat, und das kann ich auch gut verstehen. Das ist auch ein Album, welches im Prinzip nicht unter dem Namen Morgoth hätte erscheinen sollen. Ich weiß nicht, ob die Leute das darauf bezogen haben, würde mich aber schon interessieren, weshalb. Naja, es gibt halt Leute, die uns mögen und auch welche, die uns nicht mögen, da hat jeder das Recht, das auch kundzutun, habe ich auch kein Problem mit.

The-Pit.de: Und da sind wir auch schon bei meiner Standard-mäßig letzten Frage. Teile uns doch bitte deine TOP 5 in Sachen Musik mit.

Marc: Ich höre gerne die letzte Autopsy „Macabre Eternal“, die „The Tomb Awaits“ von Entrails finde ich super, ich finde auch eine Band namens Russian Circles gut, eine rein instrumentale Band, kein Metal, ein bisschen Prog, und dann höre ich natürlich die Klassiker rauf und runter, Slayers „Reign In Blood“, Possessed mit „Seven Churches“ oder auch alte Maiden- und Judas Priest-Klassiker. Ich würde schon sagen, dass es Sachen gibt, die ich ständig höre, bei mir variiert das schon, aber ich muss sagen, dass ich viele alte Scheiben höre.

Und zack war das Interview auch vorbei, die nächste Band stand auch schon auf der Bühne, Morgoth mussten sich auch so langsam auf ihren Auftritt vorbereiten. Mein Dankeschön geht auch an Dario und Leif von Century Media, die für die terminliche Absprache und die Umsetzung vor Ort zuständig waren.

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