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Maks & The Minors im Interview (April 2010)

Von Kaffee und Zigaretten, Fernsehgärten, Eichelhäherdamen, blauen Müllsäcken und... na ja, Musik
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The-Pit.de: Mal was ganz anderes: Könntest du dir vorstellen, jemals ein Konzeptalbum zu verfassen?

Max: Ich weiß nicht, ich bin eigentlich nicht so der Freund von Konzeptalben. Da fallen mir ein „The Wall“, das ist nicht mein Lieblingsalbum von Pink Floyd, „Tommy“ von The Who... (überlegt)... Also, ich mag’s bei Konzeptalben irgendwie nicht, dass man irgendwelche Songs im Grunde zusammenwürfeln kann und du kannst immer sagen: „Den singt jetzt der Zauberer“, und dann hast du einen Song, der klingt ganz anders und ganz niedlich und da kannst du sagen: „Den singt jetzt die kleine Ente“ (lacht). Oder du hast einen Metalsong und sagst dann: „Okay, den singt jetzt der Motorradfahrer“. Du kannst halt quasi für jeden Song eine Entschuldigung haben, warum der aufs Album darf, weil du einfach eine Person oder eine Geschichte dazu erfindest. – Aber vielleicht mach ich das trotzdem mal, jetzt wo du davon redest – finde ich eigentlich ganz geil, die Idee mit der kleinen Ente (grinst). Aber wahrscheinlich nicht in den nächsten zwanzig Jahren.


The-Pit.de: Man weiß nie, was kommt... Du spielst ja eine ganze Menge verschiedener Instrumente. Hast du dir das eigentlich selbst beigebracht?

Max: Teilweise ja, teilweise nein. Klavier habe ich vom siebten Lebensjahr an mit einer Klavierlehrerin gelernt, mit zehn habe ich angefangen, Gitarre zu spielen, mit zwölf E-Gitarre und das hab ich mir selbst beigebracht. Mundharmonika auch und was das Singen angeht, hatte ich auch ein bisschen Unterricht, aber im Grunde genommen hab ich das hauptsächlich durch Livepraxis gelernt. Wir hatten damals halt keinen Sänger und deswegen musste ich eben singen. Das hat sich so ergeben und mittlerweile fühle ich mich damit ganz wohl.


The-Pit.de: Was hältst du denn für deine bislang beste Komposition?

Max: (wie aus der Pistole geschossen) „I Was Wrong“.


The-Pit.de: Wow, das nenne ich mal eine deutliche und schnelle Antwort! Weil die meisten bei dieser Frage ja antworten, dass das ständig wechselt.

Max: Klar, wechselt das auch mal, aber der Song gehört eigentlich immer zu meinen Favoriten. Auch textlich.


The-Pit.de: Okay. – Letztens hab ich bei YouTube gesehen, dass ihr mal im Fernsehgarten aufgetreten seid. Wie kam das denn?

Max: Das war ein Unfall – wir hatten eine Wette verloren und da mussten wir’s machen. Nee, Quatsch, also es war so: Ken Hensley hat da gespielt und uns gefragt, ob wir mit ihm auftreten wollen, was wir dann auch getan haben. Dass wir aber namentlich nicht erwähnt werden, haben wir erst erfahren, als wir auf der Bühne standen, und deswegen gab’s da auch so ein geiles Bild von allen, die teilgenommen haben am Fernsehgarten, und wo ich ganz am Rand stehe und ganz böse gucke, weil ich so sauer war. Wir hatten den Moderator extra gefragt, ob er uns nicht mitankündigen kann und da er meinte: „Nein, das geht nicht!“ das Bild, wo ich so böse gucke. Und am ersten Tag danach war das auf der Startseite von der Homepage des ZDF zu sehen. Einen Tag später bin ich da noch mal raufgegangen und da war immer noch das gleiche Bild, aber links war der Bildrand so ein bisschen abgeschnitten – und rate mal, wen sie da weggeschnitten haben... Insofern: Wenn du im Fernsehgarten bleiben willst, musst du immer nett gucken und immer lachen. Das war furchtbar! Hast du „Fear And Loathing In Las Vegas“ gesehen oder gelesen?


The-Pit.de: Sehr oft.

Max: So ungefähr fühlte sich das an. Was auch noch witzig war: Wir waren sehr ambitioniert damals und wussten noch nicht, wie blöd das wird, und ich bin damals zwei Wochen vor dem Auftritt im Fernsehgarten jeden Tag joggen gegangen – jeden Tag. Am Abend vor dem Auftritt aber hab ich bis sechs Uhr morgens an der Bar gesessen und für 87 Euro mit unserem damaligen Gitarristen Southern Comfort getrunken. Das ist mir gestern noch eingefallen, wie bescheuert das ist, zwei Wochen joggen zu gehen, damit man in Form ist und dann... na ja... deswegen bin ich auch nicht in die Maske gegangen, ich konnte mein Gesicht nicht sehen.


The-Pit.de: Habt ihr bei dem Titel eures ersten Albums „Movin’ Out“ eigentlich an Aerosmith gedacht, von denen es ja einen Song gibt, der so heißt?

Max: Nicht wirklich. „Movin’ Out“ ist ein geiler Song von Aerosmith und die sind sowieso eine meiner Lieblingsbands und auch von Billy Joel gibt es einen Song, der „Movin’ Out“ heißt und ebenfalls ziemlich cool ist, aber daran haben wir eigentlich nicht gedacht. Wir haben den Titel eher gewählt, weil wir groß rauskommen wollten (grinst).


The-Pit.de: Wie sind denn so die Pressereaktionen?

Max: Wenn was kommt, zu 90 Prozent sehr gut. Es ist nur schwierig, an die ganz wichtigen Leute ranzukommen, das ist fast unmöglich. Aber egal, wo wir hinkommen, es läuft eigentlich immer sehr gut, ob jetzt vor zehn Leuten oder vor 500. Jedenfalls bekommen wir gute Kritiken, aber die große Resonanz ist schwer zu kriegen; wir sind eben immer noch eine unter tausend Bands.


The-Pit.de: Hast du mal irgendwelche lustigen Touranekdoten auf Lager?

Max: Furchtbar viele. Letzte Woche in Chemnitz haben wir zum Beispiel im Hippiehaus übernachtet – die Schildkröte hieß Rebecca, geschlafen haben wir auf Baumstämmen, wir hätten fast die Eichelhäherdame geheiratet, wäre sie nicht weggeflogen (Is’ klar – Anm. d. Verf.). Sehr viel unterschiedliche Sachen... Lustig war auch letztens, da ist Niki mit dem Bett zusammengebrochen. Wir waren alle total fertig, hatten gerade mal zwei Stunden geschlafen und plötzlich gab es diesen Riesenknall, ich glaub’, so was Lautes hab ich noch nie gehört. Und ich hab mich tierisch erschrocken und musste dann total lachen, weil es einfach so witzig war, wie ich mich erschrocken hab.


The-Pit.de: Und hattet ihr mal so einen richtig beschissenen Gig, wo nichts ging?

Max: Ja, ganz viele. Wir hatten zum Beispiel mal einen Gig, wo es vorher geregnet hat, und da haben die Organisatoren die ganze PA in Müllsäcke verpackt, also einfach blaue Mülltüten über die Lautsprecher rübergestülpt. Und immer, wenn die Bassdrum oder der Bass gespielt hat, klang das so (er ahmt ein Geräusch nach, das sich so ähnlich wie der Elefant aus der „Sendung mit der Maus“ anhört), weil die Dinger natürlich an der Membran vibriert haben. Das war völlig absurd, weil wir synchron zum Beat immer dieses Geräusch hatten (lacht).


The-Pit.de: Danke fürs Interview.

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