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Maks & The Minors im Interview (April 2010)

Von Kaffee und Zigaretten, Fernsehgärten, Eichelhäherdamen, blauen Müllsäcken und... na ja, Musik

Bassist Artjom Feldtser

Zum Thema

The-Pit.de: Vielleicht spielt er auch besser Gitarre, weil er den ganzen Drogenscheiß jetzt hinter sich hat. Der hat ja sogar aufgehört zu rauchen. Slash ohne Kippe – kannst du dir das vorstellen?

Max: Seine Haare verliert er aber auch. Slash ohne Haare – geht noch weniger, die sind ja sein Markenzeichen.


The-Pit.de: Tja, da kann man nichts machen... Aber um mal zu meinen Fragen zurückzukommen: Ich hätte da eine sehr interessante: Der Opener eures aktuellen Albums heißt ja „Most Disgusting Town“. Welche Stadt ist denn damit gemeint? Habt ihr da schlechte Tourerfahrungen gemacht, oder was?

Max: Och, das sind nicht nur Tourerfahrungen, das ist hauptsächlich meine Erfahrung... Also, ich werde jetzt nicht den Fehler machen und sagen, wie die Stadt heißt, weil da ziemlich viele Leute wohnen, die ich kenne, aber pass auf: die Stadt liegt in Schleswig-Holstein, ziemlich in der Mitte und es ist nicht Kiel.


The-Pit.de: Hm, auf Kiel hätte ich natürlich jetzt als Erstes getippt...

Max: Nee, ist es nicht. Kiel finde ich jetzt auch nicht so wahnsinnig heiß, aber die ist es nicht. Nicht Kiel und auch nicht Lübeck. Sie ist ein bisschen kleiner und vor allen Dingen total zum Kotzen. Aber es gibt sie wirklich und es gibt Leute, die mögen die Stadt – was völlig okay ist...


The-Pit.de: Na gut, belassen wir’s dabei. – Erzähl mir doch jetzt bitte mal was über Texte.

Max: Texte schreiben ist furchtbar. Manchmal schreibt man einen Text, der geht einfach so runter und du hast den Song fertig. Und manchmal hast du einen Wahnsinns-Song mit allen Gesangsmelodien am Klavier fertig – aber du hast nicht eine Zeile. Manchmal vielleicht eine und du musst dann gucken, dass du darauf was aufbaust. Also, es gibt zwei Arten: Manchmal hast du eine Art von Thema und dann passt alles gleich zusammen, und manchmal ist es so, dass du über ein bestimmtes Thema schreiben willst, und jedesmal, wenn du dann die Strophen schreibst, weicht es total ab von dem, worum es eigentlich ging. Das kann mal cool sein, kann aber auch zu weit gehen. Auf jeden Fall ist Texte schreiben eine der Sachen, die ich am meisten hasse, die ich aber trotzdem für sehr wichtig halte, weil es ein unglaublich wichtiger Bestandteil vom Song ist, nur kommt er meistens nicht so einfach wie die Musik.


The-Pit.de: Ich meinte jetzt aber auch inhaltlich. Sind deine Texte alle autobiographisch?

Max: Meistens ja, aber oft auch ein bisschen ausgesponnen. Ich versuche mir auch vorzustellen, wie jemand anders mich sieht. Ich singe den Song dann sozusagen gar nicht, sondern eine andere Person, die mich betrachtet. Ich versetze mich in die Person rein. Oder man erfindet irgendwas auf der Basis von etwas, das man erlebt hat, verzerrt es jedoch ein bisschen. (denkt nach) Ich versuche gerade ein Beispiel zu finden: Sagen wir mal, du hast einen ordentlichen Kater, so richtige Kopfschmerzen und bist total depressiv, also so ein richtiger Depri-Kater. Ich versetze mich in die Stimmung und versuche mir vorzustellen, ich wäre immer so. Und aus der Idee, ich wäre immer so, schreibe ich einen Song, dass ich irgendwie der totale Depri bin.


The-Pit.de: Geiles Beispiel auch...

Max: Oder meinetwegen: Ich war mal in einem Hotel und da war ein Ofen im Zimmer, den hab ich angemacht. Aber nachher, als ich wieder gefahren bin, war mir nicht sicher, ob ich ihn auch wieder ausgemacht hab. Und die ganze Woche, als ich wieder zu Hause in Hamburg war, hatte ich ständig das Bild von diesem Ofen im Kopf, wo ich dachte: „Scheiße, der brennt noch und das Haus fackelt ab!“ Immer, wenn ich die Augen zugemacht hab, hab ich diesen Ofen gesehen und dachte: „Oh Gott, das ist ein Zeichen, ich muss zurück und das melden, sonst brennt das Haus ab!“ – Und aus dieser Vorstellung von dem Ofen, die ich immer hatte, kam der Text zu „Three Words“: „I see a fire burning wild, everytime I close my eyes“ – obwohl ich in dem Song nicht über einen Ofen singe (lacht) – aber da kam die Idee her.


The-Pit.de: Und „About Cash“ ist doch bestimmt eine Homage an Johnny Cash, oder?

Max: Nein. Natürlich haben wir von Johnny Cash dieses Riff geklaut. Ist natürlich dieser standardmäßige Fünfziger-Jahre-Country-Beat und deswegen haben wir es auch „About Cash“ genannt, um die Leute ein bisschen zu verwirren, aber tatsächlich handelt das Stück von einem Ex-Bekannten, mit dem ich hier abrechne, weil ich den überhaupt nicht mehr ausstehen kann. Und „About Cash“ ist tatsächlich wörtlich zu nehmen, also dass es letztlich um Geld geht, aber es passte einfach zusammen mit dem Sound des Songs. – Ich würde auch nie einen Song über Johnny Cash schreiben, den habe ich ja nie gekannt (lacht).


The-Pit.de: Zumindest wohl nicht persönlich... Als der vor ein paar Jahren verstorben ist, kamen ja sowieso plötzlich Leute aus allen Ecken angekrochen und haben gesagt, wie toll er doch gewesen sei und welchen Einfluss er ausgeübt hätte.

Max: Ja, plötzlich war er der große Gott und zwanzig Jahre vorher wollte niemand was von ihm wissen.

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