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Long Distance Calling im Interview (Dezember 2019)

Schweigen ist Gold

The-Pit.de: Habt ihr eigentlich mal überlegt, auch eine Sängerin als Gast zu engagieren?

Janosch: Vielleicht.

The-Pit.de: Aber hat sich bislang einfach noch nicht ergeben oder passte nicht?

Janosch: Bisher nicht, aber mal sehen was die Zukunft zeigt. Ist nicht ausgeschlossen. Ich glaube allerdings nicht, dass wir in den nächsten Jahren wieder mit Vocals arbeiten werden, wir fühlen uns im Moment wieder absolut wohl mit diesem reinen Instrumental-Ding, was aber nicht heißt, dass wir nicht auch mal wieder einen Song mit Vocals auf eine Platte nehmen werden. Wie erwähnt, wird es erst im September 2020 wieder Konzerte von uns geben, bis dahin ist Livepause, doch in der Zwischenzeit werden wir uns auch mit neuem Material beschäftigen. Es steht noch nicht fest, wann eine neue Platte kommt, aber wir haben definitiv Lust, wieder in den Proberaum und ins Studio zu gehen, um Sachen zu schreiben und aufzunehmen.

The-Pit.de: Was kannst du an instrumentaler Musik von anderen Künstlern so empfehlen? Ich könnte mir vorstellen, die meisten (mich eingeschlossen) haben nicht besonders viel Ahnung, was es da überhaupt so gibt.

Janosch: Ich fand zum Beispiel Snarky Puppy, die aus dem Jazzbereich kommen, immer sehr beeindruckend – phänomenal, wie groß die geworden sind; dass da drei-, vier-, fünf-, sechstausend Leute zu einer Instrumentalband auf Konzerte kommen, finde ich völlig abgefahren. Dann gibt es im elektronischen Bereich halt so jemanden wie Bonobo, der eigentlich DJ ist, aber wenn er live spielt, auch eine sieben- oder achtköpfige Band dabei hat, die total Gas gibt – also, es existieren wirklich eine Menge spannender und inspirierender Sachen, gerade auch, wenn man den Rock- und Metalbereich mal so ein bisschen verlässt. Das war auch das Ziel des „Golden Silence“-Festivals, das wir in diesem Jahr veranstalten werden (Instrumentalmusikfestival, das am 2. November in Münster stattfand und von Janosch und LDC-Bassist Jan Hoffmann organisiert wurde; Anm.d.Verf.): Möglichst viele Acts, die aus verschiedenen Genres kommen zusammenbringen, denn ich glaube, dass man da überall was Cooles finden kann, wenn man ein bisschen open-minded ist. Klar, eine Stimme färbt Musik sehr, sehr stark. Wenn man jetzt beispielsweise ein poppiges Stimmenarrangement hat, ist es sicherlich schwieriger, den Progressive-Nerd dafür zu begeistern, aber ich glaube, bei Instrumentalmusik ist das noch ein bisschen was anderes, da kann man sich aus ganz vielen Genres eher was rausziehen, was einem gefällt.

The-Pit.de: Bei Wikipedia steht, ihr hättet zunächst deswegen Instrumentalmusik gemacht, weil ihr einfach keinen Sänger gefunden habt – stimmt das?

Janosch: Das ist korrekt, wir haben sehr lange nach dem passenden Gesang gesucht und irgendwann im Prinzip festgestellt, dass wir den gar nicht brauchen. Und so hat es sich dann ergeben, dass wir da irgendwann quasi gar nicht mehr raus konnten: Wir haben das erste Demo gemacht, dann die erste Platte und es hat uns schon überrascht, wie gut das alles angekommen ist, trotz fehlenden Gesangs. Aber es stimmt, das war tatsächlich eher aus der Not herausgeboren.

The-Pit.de: Habt ihr eigentlich erst die Idee für einen Titel und schreibt dazu passende Musik oder läuft es eher umgekehrt? Und gibt es da manchmal Diskussionen, wie man ein Stück nennen soll? Denn bei instrumentaler Musik hat ja sicherlich jeder ein bisschen andere Vorstellungen, was ein Stück ausdrückt, als wenn ein Text dabei ist.

Janosch: Meistens ist es eher letzteres, das heißt, es steht erst die Musik und dann kommt der Titel, aber es ist schon so, dass wir uns bei den meisten Alben vorher eine Art Konzept überlegen, das wir dann mit der Musik erzählen wollen. Und bei der Titelsuche ordnet man das dem natürlich unter, denn es muss ja zum Konzept passen, und guckt, welcher Titel zu welchem Song passt – das war bei „Trips“ so und auch bei „Boundless“. Auch für das nächste Album haben wir jetzt schon, obwohl noch kein einziger Song geschrieben wurde, sehr genaue Konzeptvorstellungen.

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