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Long Distance Calling im Interview (Dezember 2019)

Schweigen ist Gold

Nach sechs Alben haben Long Distance Calling mit dem smart betitelten „Stummfilm“ kürzlich ihre erste Live-DVD/Blu-ray veröffentlicht. Ein beeindruckendes Livekonzert in einzigartiger Atmosphäre, wurde es doch in einer Kirche, der Kulturkirche in Hamburg-Altona, aufgezeichnet. Drummer Janosch Rathmer stand uns in einem entspannten, etwa halbstündigen Plausch Rede und Antwort und verriet nicht nur Details über die Produktion der Blu-ray und die Zukunftspläne der Instrumentalrocker, sondern verlor auch ein paar Worte zur ebenfalls erst vor Kurzem vollzogenen Zodiac-Wiedervereinigung, bei denen er bekanntermaßen ebenfalls die Stöckchen schwingt.

The-Pit.de: Hi Janosch, wie geht’s dir? Alles gut soweit?

Janosch: Auf jeden Fall. Im Moment ist gerade viel zu tun: Nächste Woche wird das Album veröffentlicht, da haben wir eine Releaseshow in Münster (das Interview fand am 25. Oktober statt; Anm.d.Verf.), fürs nächste Jahr haben wir gerade eine Tour angekündigt – deswegen ist es gerade ein bisschen stressig, aber das ist positiver Stress. Also alles gut.

The-Pit.de: Wunderbar. Wie du schon sagtest, steht eure Blu-ray „Stummfilm“ an, um die es heute in diesem Gespräch hauptsächlich gehen wird. Diese habt ihr in Hamburg aufgenommen – wieso eigentlich dort und nicht in eurer Heimatstadt Münster?

Janosch: Zunächst einmal ist es der Location geschuldet; wir haben für die Blu-ray und die letzte Tour schon besondere Locations gesucht und so was gibt es in Münster halt nicht. Wir haben keine „Kulturkirche“ und im Prinzip war das auch der Hauptgrund. Als die Tour dann gebucht war, haben wir uns gesagt, das müssen wir nutzen, weil diese Kulturkirche schon sehr imposant war. Zudem muss man sagen, in Hamburg oder auch Köln ist es für uns zuschauertechnisch meistens besser als in der Heimat. Das war ein weiterer Punkt, weswegen wir gesagt haben: Okay, wir versuchen das mal in einer anderen Stadt.

The-Pit.de: Katatonia haben vor einiger Zeit ja auch mal eine DVD in einer Kirche aufgenommen. Seid ihr vielleicht außerdem auch dadurch inspiriert worden, das zu machen?

Janosch: Nee, das eigentlich nicht. Wir sind irgendwann zu der Erkenntnis gelangt, dass es spannend wäre, mal bestuhlte Konzerte zu machen, um den Leuten etwas Besonderes zu bieten – das hat sich durch die gesamte Produktion gezogen, das heißt, wir wollten eine besondere Location haben, es gab ein besonderes audiovisuelles Set-up, wir hatten Surround-Boxen dabei, die im gesamten Raum verteilt standen, dann haben wir uns eine spezielle Light- und Visualshow für diese Konzerte ausgedacht – deswegen ist in manchen Städten dann die Wahl auf eine Kirche gefallen, weil da halt schon Bänke drinnen stehen. Außerdem ist es von der Optik her sehr schön und so haben wir letztlich entschieden, die Show in Hamburg aufzunehmen.

The-Pit.de: Das hat auch echt Stil und sieht toll aus. Und ich finde ja, der Titel „Stummfilm“ ist für eine Instrumentalband ziemlich clever. Wer hatte denn diesen Geistesblitz?

Janosch: Das war, als wir nach dem Cover gesucht haben. Wir wollten dafür ein Livebild haben, sind die Fotos durchgegangen und irgendwann kam dieses Bild, was so ein bisschen Film Noir-mäßig erschien und an alte Stummfilme erinnerte, weil es auch in Schwarzweiß war. Und dann wir uns im Prinzip gemeinschaftlich gesagt: „Hm, ,Stummfilm‘ ist ja eigentlich der perfekte Name für diese Liveplatte, das trifft bei einer Instrumentalband ja wirklich den Nagel auf den Kopf.“ Des Weiteren ist es sehr griffig, klingt gut und wir sind zwar eine Band, die auch international unterwegs ist, aber trotzdem fand ich es überhaupt nicht schlimm, dass das mal ein deutscher Titel ist, da es auch Leute, die kein Deutsch sprechen, vielleicht ein bisschen neugierig macht, dass die dann nachforschen, was das eigentlich heißt – letztlich passt es einfach wie Arsch auf Eimer.

The-Pit.de: Auf jeden Fall. Und ihr hattet ja zum Beispiel auf eurem ersten Album schon das Stück „Jungfernflug“, also gab es bei euch ja auch vorher schon Titel auf Deutsch.

Janosch: Genau.

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