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Long Distance Calling im Interview (April 2009)

"Dani Filth? Der kann echt gar nichts!"

Erscheint am 25. April: "Avoid The Light"

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The-Pit.de: Ihr habt grundsätzlich keine Lyrics in den Songs. Was bedeutet das für eure Musik als solche beziehungsweise ihrer Entfaltung? Neue Möglichkeiten? Weniger Grenzen?

Flo: Ohne Texte zu arbeiten, hat den Vorteil, dass dem Hörer keine Vorgabe gemacht wird. Es wird ihm keine Interpretationsweise vorgesetzt. Er kann sich voll und ganz auf die Musik einlassen und sich einen eigenen Film im Kopf dazu kreieren. Wir bilden quasi eine Plattform, von der aus jeder in seine eigene Welt abtauchen kann.

 

The-Pit.de: Habt ihr mal grundsätzlich überlegt, einen Sänger anzuheuern? Bei Leech beispielsweise war die Entscheidung für Instrumental-Musik ja eher gezwungen. Und dass sich Gesang trotz allem gut macht in euren Liedern, beweist ihr ja nun schon das zweite Mal.

Flo: Wir haben als wir angefangen haben schon vorgehabt, mit einer Stimme zu arbeiten. Aber da sich niemand Passendes gefunden hat, sind wir bislang instumental geblieben. Aber ich muss sagen, dass wir da generell nicht abgeneigt sind. Wenn sich jemand findet, der uns vollkommen überzeugt, sind wir sofort dabei.

 

The-Pit.de: Da keine lyrischen Botschaften übermittelt werden, sondern es nur die Musik gibt, ist sie sehr intensiv und emotional. Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen? Welche Wirkung wollt ihr erzielen?

Flo: Wir wollen die Leute dazu bringen, komplett in unsere Musik einzutauchen und in ihr aufzugehen. Wie genau das jeder Einzelne anstellt und was er dabei fühlt, ist natürlich ihm überlassen. Eine Freundin von mir sagte, dass sie unsere Platte immer beim Lernen für ihr Diplom gehört hat. Das zum Beispiel ist eine Variante, wie unsere Musik wirken kann.

 

The-Pit.de: Wo siehst du generell die Schwächen und Stärken von instrumentaler Musik?

Flo: Ich denke, eine große Schwäche von instrumentaler Musik ist, dass sich viele Bands verrennen, sprich nicht auf den Punkt kommen und sich in zu viel Atmosphäre verlieren. Ein großer Vorteil dagegen ist, wie ich eben schon gesagt habe, dass der Hörer viel mehr eigene Interpretationsmöglichkeiten hat, weil ihm außer der Musik nichts vorgegeben wird.

 

The-Pit.de: Kennt ihr Probleme, den Hörer ohne Gesang zu fesseln?

Flo: Also bei unseren Konzerten hat es bisher immer sehr gut funktioniert. Da kommen neben der Musik aber natürlich auch noch andere Faktoren wie Performance oder Licht und Visuals hinzu.

 

The-Pit.de: Du hast eben selbst schon die euphorischen Rekationen auf eure Musik angesprochen. Hattet ihr im Entferntesten selbst damit gerechnet, so viel Erfolg zu haben?

Flo: Nein, absolut nicht. Mit so etwas kann man ja auch eigentlich nicht rechnen, wenn man so unkommerzielle Musik macht wie wir. Natürlich freuen wir uns unglaublich darüber, dass das, wo wir so viel Kraft investiert haben, so gut bei den Leuten ankommt.

 

The-Pit.de: Dann kam der Plattenvertrag wahrscheinlich auch recht unerwartet zu Stande. Instrumentale Musik ist ja in der Tat nicht unbedingt bekannt dafür, dass sie sich besonders gut verkauft.

Flo: Nein, das war überhaupt nicht absehbar, zumal wir die Band eigentlich als Spaßprojekt, mit dem wir uns austoben können, gegründet haben. Wir hatten eigentlich gar nicht geplant, so schnell durchzustarten (lacht). Wir waren auch sehr überrascht, dass wir nach nur einem Demo einen Deal angeboten bekommen haben.

 

The-Pit.de: Im Song „The Nearing Grave“, dem einzigen Track des neuen Albums mit Gesang, singt Jonas Renkse von Katatonia. Die Band ist ja mittlerweile eine wirklich große Nummer. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Flo: Also erstmal muss ich sagen, dass wir uns sehr geehrt fühlen, dass Jonas den Song gesungen hat, weil wir alle sehr große Katatonia-Fans sind. Der Kontakt kam zu Stande, weil wir uns gedacht haben, dass wir ihn einfach mal fragen, ob er interessiert ist. Genialerweise hat er sehr schnell zugesagt.

 

The-Pit.de: Aber mit einer Zusage habt ihr nicht wirklich gerechnet, oder?

Flo: Nein, gerechnet haben wir damit absolut nicht. Er ist ja schon eine ziemlich große Nummer. Wir dachten uns einfach: „Ach komm, scheiß drauf, wir fragen ihn jetzt einfach mal!“ (lacht)

 

The-Pit.de: Ich finde, die Nummer könnte auch durchaus als ein Katatonia-Song durchgehen. Existierte er in dieser Form schon vor der Zusage von Jonas oder habt ihr ihn auf seine Art des Gesangs angepasst?

Flo: Ja, ich finde auch, dass der Song ziemlich nach Katatonia klingt. Den Track haben wir erst geschrieben als Jonas uns zugesagt hatte. Wir haben den Song dann tatsächlich speziell auf seine Stimme und seine Art zu singen zugeschnitten. Wir haben uns beim Schreiben vorgestellt, wie es klingen würde, wenn Jonas jetzt mit uns proben würde.

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