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Leprous im Interview (Juli 2015)

Der Niedergang der Gesellschaft

Gitarrist Tor Oddmund Surke ist neben Einar Solberg das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied.

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The-Pit.de: Wie sieht es mit den Lyrics aus? Obwohl du der Sänger bist, schreibst du vergleichsweise eher wenig Texte…

Einar: Wobei ich da inzwischen mehr beitrage als noch früher.

The-Pit.de: Auf jeden Fall sind eure Texte oft relativ verstörend, auch wenn man nicht immer alles erfasst. Was steckt dahinter?

Einar: Nun, es lief so, dass Tor und ich uns zusammensetzten, um die generellen Themen zu besprechen, bevor wir jeder einzeln unsere Texte schrieben. Auf „The Congregation“ geht es hauptsächlich um den Niedergang der Gesellschaft und wie uns die Gesellschaft in eine Ecke drängt in Bezug auf nicht nachhaltige Entscheidungen, die einen zerstören. Alle Songs drehen sich mehr oder weniger um diese Hauptthema. Um es einfacher auszudrücken: „The Congregation“ (zu Deutsch: „die Gemeinde“ oder „die Versammlung“; Anm. d. Verf.) sind wir alle; an oberster Stelle steht immer der Profit und es gibt wenig, was wir dagegen tun können. Ich meine, als Verbraucher, als Konsument hat man immer eine gewisse Art Macht, die aber letztlich doch limitiert ist. Zum Beispiel mit der Massenproduktion; man kann beim lokalen Bauern Fleisch kaufen oder sich auf vegetarische Kost beschränken, anstatt Massentierhaltung zu unterstützen oder lokal hergestellte Textilien anstatt Kleidung, die irgendwo in der Dritten Welt von Kindern angefertigt wurde, um die Kosten niedrig zu halten. Was ich damit sagen will: Wenn man in dieser Gesellschaft nicht extrem gut aufpasst, kann es passieren, dass man sehr destruktive Entscheidungen trifft. Und darum geht es im Prinzip auf diesem Album.

The-Pit.de: Ich denke mir auch manchmal, dass man eigentlich so gut wie gar nichts mehr kaufen kann, weil alles von sonstwo herkommen kann, seien das nun Klamotten oder Essen oder was auch immer.

Einar: Genau das meine ich: Es ist sehr schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Man könnte höchstens in den Wald ziehen und alles selbst produzieren (lacht). Ob ich damit allerdings den Leuten helfen würde, die meine Hilfe benötigen, ist fraglich. Aber es sollte Dinge geben, die es einem etwas leichter machen. In Norwegen zum Beispiel steht es um vegetarische Alternativen ziemlich schlecht. Ich bin Vegetarier und warum macht man es nicht einfach so, dass ein Fifty-fifty-Angebot besteht, dann gibt es bessere Auswahl. Es gäbe genug Optionen für die Fleischesser, aber auch für Vegetarier. Aber so nach und nach ändert sich alles scheinbar so ein bisschen, also gibt es vielleicht doch noch Hoffnung.

The-Pit.de: Was kannst du zum Cover-Artwork von „The Congregation“ berichten?

Einar: Das bezieht sich auf das, was ich gerade erzählt habe: Es zeigt die sukzessive Deformation und Zerstörung, die um uns herum passiert. Das ist eigentlich auch schon alles (lacht).

The-Pit.de: Natürlich müssen wir auch noch über deine Stimme sprechen, die außergewöhnlich und wirklich fantastisch ist.

Einar: Vielen Dank.

The-Pit.de: Das ist nur die Wahrheit. Und bei den komplexen, chorartigen Gesangsharmonien und -arrangements muss ich manchmal glatt an Freddie Mercury denken.

Einar: Er war ein Meister darin, insofern ist das ein Vergleich, von dem ich alles andere als beleidigt bin (lacht). Auf jeden Fall war er ein Pionier, was diese chorartigen Arrangements angeht. Was wir vielleicht gemeinsam haben, ist, dass auch er bei den Chorparts fast immer nur seine eigene Stimme verwendet hat. Es mag also Ähnlichkeiten geben, wobei ich natürlich trotzdem demütig bleiben und mich nicht mit einem absoluten Meister vergleichen möchte (lacht).

The-Pit.de: Meine Lieblingsstücke auf dem Album sind übrigens „Rewind“ und „Slave“. Gibt es für dich bestimmte Songs, die du besonders gelungen findest?

Einar: Ja, die beiden mag ich tatsächlich ebenfalls besonders gerne, außerdem auch „The Flood“. Aber das ist immer schwer: Nachdem wir ein neues Album herausgebracht haben, höre ich es ständig, aber irgendwann danach kann ich es mir nie wieder antun. Diesen Punkt habe ich gerade fast erreicht (lacht). Das ist eine gute Methode, um dazu inspiriert zu werden, neue Musik zu schreiben. Live bringen die neuen Sachen aber enorm viel Spaß; bisher haben wir allerdings nur ein einziges Konzert mit „Congregation“-Songs gespielt (das Interview fand am 16. Juni statt; Anm. d. Verf.).

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