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Leprous im Interview (Juli 2015)

Der Niedergang der Gesellschaft

Gesprächspartner Einar Solberg hier noch mit Rastas live in Nürnberg 2012.

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The-Pit.de: Es überrascht mich gar nicht mal so sehr, dass du u.a. auch von Trip-Hop-Geschichten inspiriert bist, denn viele eurer Songs basieren auf rhythmischen Strukturen.

Einar: Exakt. Auf recht repetitiven Rhythmusstrukturen und das ist etwas, das mir viel Freude bereitet: Ein bestimmtes rhythmisches Muster zu haben, um das herum man einen Song aufbaut, sodass man ein Grundgerüst hat, das man dann mit allen möglichen Facetten ausschmückt.

The-Pit.de: Apropos Rhythmus: Ihr habt einen neuen Drummer, Baard Kolstad, der auf dem neuen Album sehr eindrucksvoll zeigt, was er draufhat.

Einar: Ja, das mag er, er ist ein Angeber (lacht). Im Ernst: Er ist so ziemlich das Gegenteil unseres vorigen Schlagzeugers (Tobias Ørnes Andersen; trommelte von 2007 bis 2014 bei Leprous; Anm. d. Verf.), der ein recht introvertierter Typ ist. Er ist ebenfalls ein hervorragender Schlagzeuger, aber bevorzugte es, die Dinge eher simpel zu halten. Aber Baard hat unheimlich viel Energie und wir gaben ihm auf dem Album die komplette Freiheit, zu tun was er wollte. Allerdings finde ich nicht, dass er es übertreibt; er liefert einen sehr guten Job ab und ist ganz offensichtlich ein ziemlich technischer Drummer.

The-Pit.de: Und er hat sogar bereits einige Songs auf „The Congregation“ mitgeschrieben.

Einar: Richtig, er hat einige Rhythmussektionen bei „The Price“ und „Down“, dem vorletzten Song, geschrieben. Er hat interessanterweise eine ganz andere Herangehensweise als ich beim Songwriting, aber wir sind da sehr offen – jeder darf etwas beitragen, auch wenn letztendlich ich schon das meiste schreibe. Aber es ist natürlich immer gut, auch von den anderen ein bisschen Input zu bekommen.

The-Pit.de: Du bist nicht nur Hauptsongwriter, sondern auch Keyboarder – schreibst du eher am Keyboard oder an der Gitarre?

Einar: Tatsächlich schreibe ich das meiste am Computer, auch die meisten Gitarrenparts sind am Rechner entstanden – ich habe selbst überhaupt keine Ahnung vom Gitarrespielen (lacht). Ich weiß höchstens, wie man das Ganze für einen Gitarristen arrangiert bzw. ich weiß einiges über Gitarren, nur nicht, wie man sie spielt, drücken wir es so aus (lacht wieder). Am Computer zu schreiben, ist für mich sehr befreiend; ich kann einfach Noten hin und her bewegen, ohne zu rational vorgehen zu müssen, denn Logik und Rationalität passen meiner Ansicht nicht gut mit Kunst und Musik zusammen.

The-Pit.de: Oha, was für Schock für die Trve-Metal-Fraktion…

Einar: (lacht erneut) Ja, die Leute haben schon sehr genaue Vorstellungen davon, was richtig und was falsch ist auch in Bezug auf den Schreibprozess, doch das einzige, was letzten Endes tatsächlich zählen sollte, ist das Endresultat. Am Anfang stehen bei uns sowieso eigentlich meistens nur Gitarre und Schlagzeug, die am Computer geschrieben wurden, die Keyboards und der Gesang kommen erst später hinzu. Und ich denke, wir haben dafür immerhin eher unkonventionelle, untypische Gitarrenriffs. Außerdem wäre es meiner Meinung nach dumm, nicht die Werkzeuge zu benutzen, die einem zur Verfügung stehen, wenn man sich denn mit dieser Art von Schreiben wohl fühlt. Unser Gitarrist Tor (Oddmund Surke; Anm. d. Verf.) hingegen fühlt sich viel wohler, wenn er auf seiner Gitarre schreibt und nicht am Rechner – das ist eine rein persönliche Angelegenheit. Und wer weiß: Vielleicht habe ich in ein paar Jahren ja auch keine Lust mehr, am Computer zu schreiben und denke mir eine andere Methode aus – das wird die Zukunft zeigen.

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