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Krokus im Interview (Februar 2013)

„Du hast einerseits die Musik, die die eigentliche Therapie für dich selbst ist…“

Interviewpartner Chris von Rohr

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Eine halbe Ewigkeit sind Krokus nun dabei, haben in den ganzen Jahren alle Gipfel, aber auch Täler des Musikbusiness kennengelernt. Seit 2008 machen sie wieder richtig ernst, im Februar 2013 steht das mittlerweile 16. Studioalbum „Dirty Dynamite“ an, Gitarrist Mandy ist zurück – genug Gesprächsstoff also für die angesetzten 20 Minuten. Nach etwas einer halben Sunde ist dann tatsächlich Schluss – nun aber Mucke an und lesen, was Chris von Rohr so mitzuteilen hat.

The-Pit.de: Hi Chris, danke erst einmal, dass du dir für meine Fragen Zeit nimmst. Mein erster Krokus-Kontakt war 1986 mit der „Alive And Screamin’“-Scheibe. Seitdem bin ich regelmäßiger Hörer, aber kein beinharter Fan.

Chris: Das ist doch schon mal gut. Du bist natürlich in einer Zeit dazugestoßen, wo eigentlich die große Krokus-Zeit vorübergehend unterbrochen war. Intern bezeichnen wir ja die alten Platten „Metal Rendez-Vous“, „Hardware“, „One Vice At A Time“ und „Headhunter“ als „The Big Four“. Das waren eigentlich Krokus, so wie es sein muss. Das, was danach kam, war schon eine Durststrecke, es gab viel Streit, viel zu viele Wechseleien, ein Hin und Her, bis sich dann schließlich auch wieder die wahre Qualität in 2008 gefunden hat. Das ist so die Sicht von uns, aber ich nehme ja an, wenn du das Livealbum gehabt hast, dass du die großen Hinkelsteine kennst, die sind ja da drauf.

The-Pit.de: Zwei Jahre habt ihr an dem neuen Album gearbeitet. Wie schwer ist es da, das Gefühl für den Song zu behalten und nicht zu verkopft daran zu gehen?

Chris: Das ist gut, dass du diesen Ausdruck verkopft bringst, weil es einer meiner Lieblingsausdrücke der deutschen Sprache ist. Ich finde, dass die gesamte Zivilisation darunter leidet, dass zuviel im Kopf und zu wenig im Bauch und erst recht in der Seele und im Arsch passiert. Das ist definitiv eine Krankheit. Du solltest dir immer wieder eine Auszeit gönnen und einen Song in mehreren Jahreszeiten angehen und spielen und auf die Goldwaage legen, denn dann merkst du, ob es auch wirklich hinhaut. Ich sehe das als einen großen Vorteil an. Am Anfang bist du ja total von den Songs angefixt, aber du musst sie wirklich auf Herz und Nieren prüfen. Das geht nur, wenn du dir Zeit nimmst. Wenn du dir wie AC/DC acht Jahre Zeit nimmst, dann ist das fast zuviel, aber das Ganze muss wachsen. Zuerst musst du die Songs ja erst erfinden und komponieren, dann ist gut, wenn du sie mal jammen kannst, dann aufnehmen und aber auch wieder hinterfragen, ob dieser Break oder dieser Chorus wirklich so gut ist. Es gibt da viel zu tun und mit Kopf hat das bei uns eigentlich wenig zu tun. Wir gehen den Song wirklich aus der Hüfte an, wir schauen immer, wie sich das anfühlt. Wir stellen sie neben die anderen besten Krokus-Songs und dann schauen wir, wie sie sich schlagen beim Spielen. Kann man das auf einer Bühne vertreten, kann man da einfach wirklich geil losrocken? Geht das oder geht das nicht. That’s it.

The-Pit.de: Ich denke schon, dass ihr da ein fett rockendes Album hinbekommen habt. Der Opener „Hallelujah Rock’n’Roll“ hat für mich schon eine feine AC/DC-Note abbekommen, wobei ihr da auch „Rock’n’Roll Ain’t Noise Polution“ zitiert. Liege ich da falsch?

Chris: Ja gut, vorgestern hat mir einer gesagt, dass AC/DC solch einen Song gut auf ihrer letzten Platte hätten gebrauchen können. Ich sehe das auch so. Das Riff ist geil und originell von unserem Gitarristen Mark. Es ist ein Lobgesang an den Rock’n’Roll. „Rock’n’Roll Ain’t Noise Polution“ hab ich da jetzt überhaupt nicht im Sinn gehabt, das kam einfach so. Wenn ich an den Texten arbeite, läuft das so: Ich höre die Musik zuerst und, ohne auch wieder verkopft daran zu gehen, entweder springt da etwas direkt rüber oder nicht. Dann checke ich meistens auf YouTube, ob es diese Wortkombination schon gibt, weil ich überhaupt nicht darauf stehe, wenn ich einen Songtitel schreibe, dass er schon irgendwo tausend Mal zitiert wurde. Deswegen findest du auch „Bedside Radio“, „Long Stick Goes Boom“ oder auch „Hoodoo Woman“ nicht auf YouTube bei sieben anderen Bands. Ich stelle an mich den Anspruch, etwas zu finden, was einfach originell genug ist, um gut dazustehen. So bin ich auch bei diesem Text rangegangen. Natürlich kannst du keine neuen Wörter erfinden, aber wenigstens Wortkombinationen.

The-Pit.de: Der Titeltrack „Dirty Dynamite“ hat für mich auch eine leichte Rose Tattoo-Schlagseite. Gehören sie vielleicht zu den Bands, die euch geprägt haben, wobei ihr ja mittlerweile auch genug andere Bands geprägt habt?

Chris: Sehe ich nicht so, wenn schon eher Georgia Satellites, dieses Southern-irgendwas. Rose Tattoo haben wir eigentlich nicht groß wahrgenommen. Viel eher AC/DC, Free oder Dave Edmunds. Wir reden hier problemlos von Einflüssen, weil eh jeder von jedem geprägt ist. AC/DC von Chuck Berry, jeder klaut da, oder sagen wir lieber, lässt sich inspirieren. Bei uns ist das ganz klar schon immer AC/DC, die Bon-Scott-Phase hat uns gereizt, nicht zuletzt dadurch, dass unser Sänger Marc sicher die Bon-Scott-DNA in sich hat. Fernando. Mark und ich suchen immer wieder Riffs, die in diese Richtung gehen.

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