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Kreator im Interview (Februar 2017)

Finstere Aussichten

Für ihr neues Album „Gods Of Violence“ haben Kreator wieder einmal viel Lob, sowohl von der Presse als auch seitens ihres Fanlagers, einheimsen können. Rund fünf Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger von „Phantom Antichrist“ endlich spruchreif war – doch das Warten hat sich gelohnt. Natürlich wollten wir gerne mehr über den Entstehungsprozess und die Hintergründe der Scheibe wissen, wofür uns Leadgitarrist Sami Yli-Sirniö zur Verfügung stand. Der Finne ist für die anspruchsvollen Arrangements zuständig und beantwortete unsere Fragen, während die Band sich gerade auf Tour befindet. Im folgenden Interview geht es nicht nur um das Essener Thrash-Urgestein, sondern wir ließen uns selbstverständlich die Gelegenheit nicht nehmen, Sami auch noch ein paar Infos zu seinen anderen Bands Waltari und Barren Earth zu entlocken.

The-Pit.de: Hi Sami. Herzlichen Glückwunsch zu einer weiteren sehr starken Kreator-Platte. Ist „Gods Of Violence“ das beste Album, das diese Band je gemacht hat?

Sami: Hi David. Ich fühle, dass dies so ist. Neues Material ist immer am interessantesten für jeden Musiker, aber momentan fühlt es sich tatsächlich so an. Letztlich wird es die Zeit zeigen.

The-Pit.de: Ich finde, die Unterschiede zwischen „Hordes Of Chaos“ und „Phantom Antichrist“ sind offensichtlicher als zwischen „Phantom Antichrist“ und „Gods Of Violence“. Sicherlich auch deshalb, weil „Hordes Of Chaos“ praktisch live aufgenommen wurde, „Phantom Antichrist“ hingegen ganz klassisch mit einzelnen Spuren. Auch war „Phantom Antichrist“ melodischer als sein Vorgänger, hauptsächlich wegen deines Spiels, was auch auf „Gods Of Violence“ zutrifft. Wie ist deine Meinung dazu und wie seid ihr beim Songwriting vorgegangen? Gab es eine Vision, einen „Plan“?

Sami: Dieses Mal war ich in den Schreibprozess stärker involviert, dennoch war Mille der Hauptsongwriter und alleiniger Texter wie immer. Ich sehe das Album als eine Fortsetzung, teilweise weil wir mit demselben Produzenten gearbeitet haben (Jens Bogren; Anm.d.Verf.). Einen wirklichen Masterplan gab es nicht. Die Dinge entwickelten sich langsam zu dieser Entität musikalischen Ausdrucks. Es zu kreieren hat eine lange Zeit gedauert.

The-Pit.de: Wie dürfen wir uns den Songwriting-Prozess bei euch vorstellen? Kommt Mille mit ein paar Riffs an und du verfeinerst das dann mit Leadgitarren oder so ähnlich?

Sami: Dieses Mal schickte Mille dem Rest der Band bereits 2014 die ersten Demos. Er fragte die anderen anschließend nach ein paar Ideen und ich schickte ihm einige rüber, die sich als inspirierend herausstellten. Dann wurden mit der kompletten Band Demos angefertigt, bevor wir dann „richtig“ aufgenommen haben mit unserem Produzenten Jens Bogren.

The-Pit.de: Ich weiß, dass du in Deutschland gelebt hast und ziemlich gut Deutsch sprichst. Allerdings lebst du ja inzwischen längst wieder in Finnland. Wie geht ihr damit bei Kreator um? Fliegst du jedes Mal für Proben rüber und wie oft probt ihr überhaupt?

Sami: Ich lebe inzwischen seit 17 Jahren wieder in Finnland. Lustigerweise kam mein Umzug zurück in den Norden genau zu dem Zeitpunkt, als ich bei Kreator einstieg. Aber es gibt ja jeden Tag mehrere Flüge von Düsseldorf nach Helsinki. Letzten Frühling habe ich viel Zeit in Essen verbracht, als wir an den Songs arbeiteten. Das hat Spaß gemacht.

The-Pit.de: Wie kam es eigentlich dazu, dass du bei Kreator eingestiegen bist?

Sami: Ich habe 1997 bei einer kurzen Tour ausgeholfen, als Tommy Vetterli sich unglücklich an der Hand verletzt hatte. Als sie später einen Gitarristen auf permanenter Basis brauchten, nehme ich an, dass sie dachten, da ist dieser Typ, der bei einer Show aushelfen kann, auch wenn man nur zwei Tage vorher Bescheid sagt (lacht).

The-Pit.de: Wie kam die Kollaboration mit Fleshgod Apocalypse zustande? Wer hatte die Idee, mit orchestralen Elementen aufzuwarten?

Sami: Im Intro „Apocalypticon“ wollten wir von Anfang an bombastische Orchestrierungen haben. Die Italiener wurden uns von Produzent Jens Bogren empfohlen. Sie machten einen so tollen Job, dass wir noch bei zwei weiteren Songs um ihre Unterstützung baten. Allerdings ist ihr Input beim Intro am stärksten.

The-Pit.de: Wie habt ihr festgelegt, welche Songs Orchestrierungen haben sollten?

Sami: Der Mittelteil von „World War Now“ fühlte sich an, als ob da noch etwas hingehört, um es quasi größer zu machen, da wo das Thema das dritte Mal vorkommt. Das Intro von „Lion With Eagle Wings“ hatte bereits in der Demoversion Streicher. Es hat wirklich nur etwas damit zu tun, was der Song braucht.

The-Pit.de: Bist du zufrieden mit dem Endresultat, was die Orchesterelemente betrifft?

Sami: Absolut. Ich hätte es selbst nicht besser machen können. Die Dateien wurden nur zweimal hin- und hergeschickt und da ging es nur um geringfügige Änderungen.

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