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Kreator im Interview (Dezember 2010)

Macht kaputt, was euch kaputt macht

Mille mit Kreator bei der Hamburger Ausgabe des Thrashfestes 2010

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Dass Kreator eine der wichtigsten, authentischsten und besten Thrash-Metal-Bands nicht nur Deutschlands, sondern auf der ganzen Welt sind, dürfte wohl jeder wissen. Seit über 25 Jahren existiert die Band um den sympathischen Frontmann Mille Petrozza nun schon und kann auf eine umfangreiche Diskographie von zwölf Studio- und einigen Livealben, sowie mehreren Singles und DVDs zurückblicken. Allein das ist schon Grund genug für The-Pit.de, im Rahmen des Thrashfestes in Hamburg endlich das erste Interview mit dem Frontmann zu führen, außerdem ist der Essener in einer Metalszene, die ihre früheren Ideale zum Großteil längst verloren hat, einer, der immer noch was zu sagen hat. Backstage in der Markthalle ist bei insgesamt vier Bands ganz schön was los, und es ist bei viel Stimmengewirr und einem sich einschreienden Mark Osegueda im Hintergrund (ich tippe jedenfalls mal, dass er der Schuldige ist, da das Interview in der Pause zwischen Suicidal Angels und Death Angel stattfindet), nicht immer ganz einfach, ein Gespräch zu zweit zu führen, doch gerade letztgenannte Tatsache ist irgendwo auch wieder sehr unterhaltsam und zeigt das Tourleben hautnah, mal abgesehen davon, dass das Interview selbst zweifelsohne trotz aller Umstände sehr interessant war.

 

The-Pit.de: Hi Mille. Erstmal: Wie bist du denn eigentlich zum Thrash gekommen?

Mille: Das war normal; ich war einfach Metalfan und habe Judas Priest und so was gehört. Irgendwann kam das erste Album von Metallica raus, vorher gab’s auch noch Venom – es entstand irgendwie, man ist da eigentlich nicht unbedingt zu gekommen, sondern die Musik hat sich einfach in diese Richtung entwickelt. Es gab ja die ganze Tapetrading-Szene, und das führte dann irgendwann auch zum Thrash Metal.

The-Pit.de: Es gab ja nun damals die Bay-Area-Szene und später dann auch eine große Szene in Deutschland. Wie waren da so die Unterschiede?

Mille: Wir haben das gar nicht so als Unterschied betrachtet. Weißt du, es gab eine Band, die uns super beeindruckt hat und das waren Possessed, obwohl die mit der Bay Area gar nicht so in Verbindung gebracht werden.

The-Pit.de: Die werden ja eher so zum Death Metal gezählt.

Mille: Ja, aber das war trotzdem eigentlich unser Haupteinfluss aus der Bay Area. Die und Metallica. Obwohl, im Nachhinein kann man es gar nicht mehr so nachvollziehen. Es waren einfach ganz viele Bands, da gab es auch welche aus Brasilien wie Korzus, Sarcófago, Sepultura; es gab belgische Bands, dänische Bands – weltweit ganz viele.

The-Pit.de: Und wie siehst du die Unterschiede der Szene zwischen damals und heute?

Mille: Ich glaube, da muss man ganz weit ausholen, also erstmal gibt es viele Bands, die damals existierten und heute nicht mehr, andere wiederum sind immer noch dabei, und dann ist es natürlich organisierter – wenn ich sagen würde, es wäre genauso wie früher, wäre es ja traurig. Früher haben wir uns selbst organisiert und das machen wir jetzt eigentlich auch noch, nur müssen wir uns dabei von anderen helfen lassen. Früher war es noch so eine Sache, da hat man, wenn man eine Band kannte, gesagt: „Wir besorgen euch ’nen Gig in Deutschland, ihr besorgt uns ’nen Gig in Belgien“ oder so, und so ist das entstanden.

The-Pit.de: Seit wann kannst du von der Musik leben?

Mille: Ich habe noch nie von etwas anderem gelebt, ehrlich gesagt.

The-Pit.de: Ich habe euch auf dem Wacken 2008 mal gesehen und da weiß ich noch, dass du dich sehr deutlich gegen Rassismus geäußert hast, was du ja immer mal machst und was ich sehr gut finde. Glaubst du, dass die Szene im Moment stark infiltriert wird, und wie gefährlich ist zum Beispiel dieser ganze NSBM-Scheiß?

Mille: Also ich glaube, es ist so lange nicht gefährlich, wie es die Leute nicht in die Szene lassen. Nur das Problem ist, dass das einfach so toleriert wird und beide Augen zugedrückt werden.

The-Pit.de: So nach dem Motto: „Ich höre nur die Musik und die Texte interessieren mich nicht.“

Mille: Entweder so oder nach dem Motto: „Mein Kumpel ist eben rechts und hat halt ’ne andere Meinung.“

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann