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Korpiklaani im Interview (August 2005)

"Exotic sells"
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Nur selten hat man als Online-Redakteur die Ehre, gleich eine komplette Band zum Interview vorgestzt zu bekommen. Die Jungs von Korpiklaani tauchten zum Interview beim Summer Breeze Festival mit einem ganzen Tross von Kameras, Managerin und Tourbegleitern auf. In der folgenden halben Stunde plauderten die Folkmetaller dann „wild“ durcheinander – was es unmöglich macht, die einzelnen Antworten einem Musiker jeweils einzelnen zuzuordnen. Das ist aber auch gar nicht so schlimm, denn sowohl auf der Bühne, wie auch beim Interview zeigten sich die Finnen als echte Teamplayer, und verrieten einiges über ihre Musik und über ihre Pläne.

The-Pit.de: Was genau bedeutet Korpiklaani? Ich kann leider kein Finnisch.

Korpiklaani: Es bedeutet soviel wie „forest clan“, also Clan des Waldes. Früher war unsere Band bekannt unter dem Namen Shaman. Wir mussten uns dann aber umbenennen, weil es schon eine andere Band gab, die unter diesem Namen bekannt war. Unsere ursprüngliche Idee für einen neuen Namen war „wood clan“, aber unsere Plattenfirma meinte dann, dass ein finnischer Name besser wäre. Und so wurde es dann eben „Korpiklaani“, der Clan des Waldes. Der Name ist einfach exotischer und besonderer als sein englisches Pendant.

The-Pit.de: Seit wann gibt es Eure Band schon und wie oft wart ihr schon in Deutschland? 

Korpiklaani: Die Band gibt es seit 1998. Während der momentanen Tour haben wir zwei Auftritte in Deutschland gespielt. Aber die Tour selbst ist unsere erste in Deutschland.

The-Pit.de: Dann hat’s ja schon relativ lange gedauert bis ihr nach Deutschland gekommen seid. Gab es hier kein Publikum für euch? 

Korpiklaani: Doch schon. Wir haben bereits Alben unter dem Namen „Korpiklaani“ in Deutschland veröffentlicht. Und während dieser Tour haben wir gesehen, dass es durchaus ein Publikum für uns gibt. Vielleicht sollten wir öfter hierher kommen.

The-Pit.de: Wie genau bezeichnet ihr euren Musik-Stil? Da sind ja recht viel Einflüsse dabei: Folk, Metal, ein bisschen Mystik – wie nennt man das? 

Korpiklaani: Die Musik ist eine Kombination aus vielen Einflüssen. Old School ist drin, Heavy Metal und vieles anderes. Das Album ist zu 100 Prozent natürlich, klar und ein bisschen durchgeknallt.

The-Pit.de: Wenn ihr euer Songwriting mit einem Kochrezept vergleicht, welche Zutaten kommen rein; was ist typisch für einen Korpiklaani-Song? 

Korpiklaani: Traditionelle Folkmelodien. Das ist immer ein guter Anfang. Oder ein guter Heavy Metal-Riff. Das sind so die Grundlagen der Lieder. Du hast mit der Frage insofern Glück, das genau derjenige vor Dir sitzt, der die Lieder schreibt. (Geste auf Jonne, lacht)

The-Pit.de: Was ist die Hauptintention hinter euren Liedern?  

Korpiklaani: Eigentlich geht es nur darum, eine gute Zeit auf der Bühne zu haben. Das ist so die Hauptidee dahinter. Lachende, fröhliche Menschen, ein paar Biere... genau darum geht’s.

The-Pit.de: Aber wenn ihr sagt, dass ihr viel Traditionelles in den Songs verarbeitet, dann gibt es doch bestimmt auch so was wie eine tiefere Bedeutung oder Message in euren Liedern? 

Korpiklaani: Nein, eigentlich nicht. Es ist nur Rock’n’Roll und zum Spaßhaben. Aber ein sehr wesentliches Thema der Stücke ist natürlich die finnische Mythologie im Allgemeinen. Wir haben also weniger eine Botschaft, sondern nur ein Hauptthema.

The-Pit.de: Was bedeutet euch diese Mythologie? 

Korpiklaani: Die Natur, die finnischen Wälder und die Mythen, die damit zusammenhängen, sind uns allen in der Band sehr wichtig. Wir sind eben echte „country boys“. (lacht)

The-Pit.de: Ist diese Mythologie in Finnland ein populäres Thema? 

Korpiklaani: Nein, das ist mehr so eine Art Untergrund-Ding. Bands wie Finntroll oder Ensiferum machen das auch noch. Ich denke, in der Metal-Szene ist diese Thematik weiter verbreitet als in anderen Musikszenen.

The-Pit.de: Finnland scheint ja im Allgemeinen ein sehr produktives Land für diese Art von Musik zu sein. 

Korpiklaani: Ja, das stimmt. Die finnischen Traditionen und die finnische Geschichte unterscheiden sich aber auch sehr von denen anderer westeuropäischer Länder. Das Ganze ist eine Mischung aus westlichen und vorwiegend östlichen Einflüssen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Finnland ein sehr seltsames Land und daran mag es auch liegen, dass unsere Musik für andere Länder, zum Beispiel Deutschland, seltsam klingt. Es ist Folk und „Humpa“.

The-Pit.de: Dieser Begriff „humpa“ ist ja auch ziemlich eng mit euch verbunden. Was muss ich mir darunter vorstellen, wenn jemand dieses „humpa“ erwähnt? Ist das so ne Art Ritual? 

Korpiklaani: Du musst dir mittelöstliche Paare vorstellen, tanzend unter freiem Himmel, eine Band spielt Musik dazu... wir von Korpiklaani benutzen dieses Wort sehr oft. Es hat aber nichts mit einem traditionellen Ritus zu tun. Der Begriff „humpa“ bezieht sich auf eine Art von Volksmusik, die in Deutschland und Mitteleuropa sehr verbreitet ist. Mit der Zeit wurde das Wort zu einer Art Witz unter den Metalern. Es ist einfach so, dass wenn du dein Instrument schnell spielst, hört es sich an wie „humpa“.

The-Pit.de: Wir sind hier grade von mehreren Kameras umzingelt. Plant ihr eine DVD? 

Korpiklaani: Genau das. Die wird es dann wahrscheinlich auch in Deutschland geben, aber wir wissen noch nicht genau wann. Auf der DVD werden dann auch einige Sachen vom neuen Album drauf sein, das wir im Dezember aufnehmen werden.

The-Pit.de: Womit wir dann schon bei der nächsten interessanten Frage wären: Wann gibt’s in musischer Hinsicht was Neues von Euch zu hören? 

Korpiklaani: Wir werden wie gesagt demnächst ins Studio gehen. Die neue Platte gibt es dann so ungefähr im März. Einige neue Songs haben wir auch schon fertig – nur live spielen wir sie noch nicht.

The-Pit.de: Gibt es bei eurem neuen Songmaterial eine wesentliche Veränderung zum bisherigen Style? 

Korpiklaani: Nein, eigentlich nicht. Vielleicht ein etwas finnischerer Touch, finnische Texte. Finnisch als Sprache scheint für viele Menschen sehr exotisch zu klingen. Und „Exotic sells“.

The-Pit.de: Abschließend noch ein kleines Assoziationsspiel. Sagt mir einfach spontan, was euch zu den folgenden Begriffen einfällt. - Finnland...? 

Korpiklaani: Ein großartiges Land. Ein toller Ort zum Leben.

The-Pit.de: Etwas Typisches für Deutschland und deutsche Festivals...? 

Korpiklaani: Bier!

The-Pit.de: Euer Songtitel „Beer“...? 

Korpiklaani: Wie? Oh, noch mal bitte – ich hab grad nicht zugehört, ich hab an Bier gedacht. (lacht) Bier bedeutet für mich: ein tolles Getränk.

The-Pit.de: Ist Bier nötig um Musik zu machen?  

Korpiklaani: Nein, nicht unbedingt. Man kann auch harten Alkohol trinken. (lacht)

The-Pit.de: Best record ever…? 

Korpiklaani: (überlegt eine Weile) Unser letztes Album.

Wir danken Korpiklaani das Gespräch für die Zeit, die sie sich für uns genommen haben. 

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