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Klabautamann im Interview (Februar 2012)

Voll Heavy Metal!

Der Cover der 2005er Full-Length "Der Ort"

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The-Pit.de: Produktionstechnisch ist es bei den meisten Zeitgeister-Veröffentlichungen aber generell irgendwie so, dass der Sound meist sehr fett ist, aber trotzdem sehr erdig und authentisch.

Tim: Das hängt sicherlich damit zusammen, dass die meisten Aufnahmen gleich im Proberaum gemacht werden. 

The-Pit.de: Heißt das, dass die Basis live aufgenommen wird und nicht einzelne Spuren?

Tim: Das variiert ein bisschen von Band zu Band. Bei Valborg machen sie es auf jeden Fall so, dass die Basis live aufgenommen wird, und ich meine, bei Woburn House hätten sie es jetzt auch so gemacht, da bin ich mir aber nicht hundertprozentig sicher. Bei Klabautamann haben wir so was noch nie gemacht; beim letzten Album hätte es sich jetzt angeboten, da das eben straighter war, aber dadurch, dass wir ja nicht als Band zusammenspielen, haben wir uns dann doch entschlossen, das einzeln einzuspielen, weil man muss doch ein ganzes Stück üben, damit das dann sauber zusammen klingt. Und dazu fehlt uns einfach die Zeit. Das ist halt das Coole an den anderen Bands, dass die dann auch mal vorher zusammenspielen. Wobei, warte, Woburn House üben auch nicht vorher zusammen – die denken sich die Songs aus und gehen dann ins Studio. Aber bei Valborg weiß ich, dass die vorher auf jeden Fall ordentlich zusammen üben, damit auch alles richtig sitzt. Könnte ich mir auch für Klabautamann mal vorstellen, wäre eigentlich eine coole Sache, aber ich fürchte, dass es letztlich wieder an der Zeit scheitert.

The-Pit.de: Mir ist zu „Merkur“ noch eingefallen, dass da ja Fredy Schnyder von Nucleus Torn als Gastmusiker in Erscheinung tritt, mit dem ich auch schon zwei Interviews hatte. War ein sehr netter und sympathischer Typ – wie kam denn da der Kontakt zustande?

Tim: Gute Frage. Ich meine, der Kontakt kam über Florian zustande. Ich glaube, der fand Nucleus Torn cool und hat ihn dann einfach angeschrieben – ich weiß es aber nicht mehr ganz genau. Es kann auch sein, dass es so kam: Wir hatten mal zwei Gigs in der Schweiz, die hatte uns die Anna von Eluveitie organisiert, und es kann auch sein, dass der Kontakt darüber zustande kam. Getroffen haben wir ihn allerdings tatsächlich bei einem der Gigs und ja, er war auf jeden Fall ein sehr ruhiger, umgänglicher Mensch. Die Zusammenarbeit war auch total cool. Wir haben ihm einfach den Song geschickt, also die Grundakkorde, er hat da ein bisschen was zu aufgenommen und das zurückgeschickt, und wir haben gleich gesagt: „Ja, ist super – nehmen wir!“ Dann haben wir das eingebaut, gemixt, ihm den Mix geschickt, und dann hat er noch so ein bisschen Feedback zum Mix gegeben, meinetwegen „Hier beim Klavier noch ein bisschen Mitten raus“, dann haben wir das gemacht und – ja, war dann auch ein cooles Ergebnis. Hat echt Spaß gemacht und das Ganze noch mal ein bisschen bereichert.

The-Pit.de: Und gibt es bei dem Titel zum neuen Album, „The Old Chamber“, eine besondere Bedeutung?

Tim: Hier war es wieder so, dass wir einen Song hatten, der „The Old Chamber“ hieß, was uns wiederum als der coolste Name erschien. Der Song hat allerdings keinen Text, und der Name kam folgendermaßen zustande: Ich war gerade auf dem Koblenz Guitar Festival, einem klassischen Gitarrenfestival, das mein früherer Gitarrenlehrer veranstaltet. Da kommen viele klassische Gitarristen aus der ganzen Welt hin, bei denen man auch Workshops machen kann. Und in dem Rahmen hab ich ein paar Gitarristen aufgenommen und das hat halt in so einem coolen alten Steinhaus in der Koblenzer Innenstadt stattgefunden, mit so coolen holzvertäfelten Zimmern mit Parkettboden. Dort die Aufnahmen zu machen war super, weil diese Räume eine tolle Akustik hatten, und in der Zwischenzeit, wo ich selbst nichts zu tun hatte, habe ich mich dann selber hingesetzt, ein bisschen Gitarre gespielt und das aufgenommen. Daraus ist dann der Song „The Old Chamber“ entstanden. Wir dachten dann auch, dass der Titel ziemlich gut dazu passt, dass wir mit der Platte wieder ein bisschen back to the roots gehen, und auf diese Thematik hat sich dann auch das Artwork so ein bisschen übertragen. Wir hatten uns da verschiedene Sachen überlegt und auch bei einem Künstler angefragt, der uns Entwürfe geschickt hat, aber mit dem hat es im Endeffekt dann doch nicht geklappt, und dann haben wir uns schließlich für die John-Bauer-Bilder entschieden. Vorne hält die Prinzessin so einen Schlüssel in der Hand, auf der Booklet-Innenseite steht dann dieser Troll vor der Tür; da kann man sich dann auch denken: Die Prinzessin hat den Schlüssel für die „old chamber“ in der Hand, vor der jetzt der Troll steht. Das haben wir uns irgendwie zurechtgesponnen.

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