Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Klabautamann im Interview (Februar 2012)

Voll Heavy Metal!

Promobild zu "Merkur"-Zeiten

Zum Thema

The-Pit.de: Wenn du sagst, dass es für euch am wichtigsten ist, dass die Texte cool klingen, wäre meine Frage nach dem Sinn einiger Texte damit ja schon beantwortet. Manches mutet doch schon arg kryptisch an.

Tim: (lacht): Besonders die vom Christian. Das ist irgendwie dieser Kolf-Style, Sachen zu schreiben, wo man sich nicht sicher ist, ob das überhaupt Sinn macht. Ich bin mir da auch oft selbst nicht sicher. Aber ist ja schon cool, wenn das so ein mystisches Feeling erzeugt.

The-Pit.de: Stimmt. So was wie „Unter Bäumen“ zum Beispiel finde ich schon irgendwie krass, halt „Eure Majestät, dies ist der Kopf des Verräters, seine Gefolgschaft stirbt im Frost“ usw. – Da dachte ich mir auch: Klingt irgendwie cool, aber wo der Zusammenhang besteht, erschließt sich mir jetzt auch nicht so ganz.

Tim: Ja, aber das ist eben auch nicht so wichtig, es klingt einfach cool, es klingt einfach voll Metal (lacht verschmitzt). Das Lustige ist auch noch, dass diese zwei Zeilen inzwischen so was wie ein Trademark für Klabautamann geworden sind. Es kommt öfters vor, dass Leute zu mir kommen und sagen (krächzt in schwarzmetallischer Manier): „Eure Majestät, dies ist der Kopf des Verräters!“ – das ist schon ganz witzig. Hat auf jeden Fall einen guten Wiedererkennungswert. 

The-Pit.de: Auf dem neuen Album hingegen habt ihr gar keine deutschen Texte mehr. Ich hab gesehen, dass dort eine Maria Koch den Großteil der Lyrics übernommen hat.

Tim: Ja, genau. Da ist es mal etwas anders gelaufen, aber das neue Album ist eh komplett untypisch für die Vorgehensweise bei Klabautamann. Wie gesagt, normalerweise machen Flo und ich erst die Musik fertig; einer hat eine Songidee, arbeitet fünf bis zehn Riffs aus, dann setzen wir uns zusammen und arrangieren das Ganze, sodass alles nach und nach zusammenkommt. Diesmal allerdings war es so, dass das gar nicht als Klabautamann-Album konzipiert war. Ich hatte eigentlich vor, ein Back-to-the-roots-Viking-Metal-Album zu machen, was ich als Soloprojekt veröffentlichen wollte. Das heißt, diesmal hab ich mich hingesetzt, mir alles komplett selbst ausgedacht, hier und da mal noch ein paar Melodiestimmen hinzugefügt, aber weil es eben back to the roots sein sollte, die Arrangements insgesamt eher basisch gehalten. Die Songs waren also schon fertig, als ich sie Flo gezeigt habe, der fand sie auch cool, und so haben wir letztlich beschlossen, ein Klabautamann-Album daraus zu machen. Es war ursprünglich gar nicht so gedacht und sehr untypisch, aber man merkt es auch ganz stark daran, dass die Gitarrenarbeit viel einfacher ist; wenn ich mir sonst Gitarrensachen für Klabautamann ausdenke, sind die spieltechnisch schon komplexer. Diesmal war es viel mehr straight forward, und dadurch, dass Flo diesmal nicht seinen Gitarrenstil mit eingebracht hat, ist es halt auch ganz anders geworden, als wenn wir das zusammen bearbeitet hätten.

The-Pit.de: Ich finde auch, dass ihr auf den vorigen Alben „Merkur“ und „Der Ort“ so ein bisschen wie Opeth auf Black Metal klangt, während die neue Platte in der Tat wesentlich old-schooliger ausgefallen ist.

Tim: Wir haben auch unterschiedliches Feedback auf die neue Platte bekommen. Zum Großteil ist die Resonanz positiv, aber es gibt auch Leute, die das progressive Element etwas vermissen, und sagen, dass es vorher vielschichtiger und vielseitiger war. Es ist ja nicht nur vom Gitarrenspiel einfacher geworden, sondern auch weniger vielfältig; die Songs sind irgendwie näher aneinander dran, was dazu führt, dass es zwar einerseits mehr wie eine Einheit klingt, aber andererseits auch die Abgrenzungsmerkmale zwischen den einzelnen Songs fehlen oder verschwimmen.

The-Pit.de: Das ist ja so ähnlich wie bei der neuen Woburn House, die auch deutlich straighter als der Vorgänger geworden ist.

Tim: Ja, stimmt. Ich war auch überrascht und für mich ist sie klar besser als die „Mushroom Maze“. Da hatte mich der Sound so ein bisschen irritiert, muss ich gestehen, während bei der neuen die Produktion halt ziemlich fett und durchsichtig ist. Die Platte ist straighter geworden, bringt die Sachen aber besser auf den Punkt. Davor hat mich außerdem etwas irritiert, dass es doch viele Strecken gibt, wo einfach nicht so viel passiert; wo ein Riff recht häufig wiederholt wird und kein Gesang ist und so. Das lief bei mir diesmal besser rein, dadurch, dass jetzt mehr Gesang da ist und weniger Wiederholungen von einem Teil stattfinden.

Seite
comments powered by Disqus