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Katatonia im Interview (Oktober 2009)

"Wir rennen niemandem hinterher. Man wird Katatonia nicht bei MTV Cribs oder so was sehen."

Anders Nyström aka Blakkheim stellte sich - zusammen mit Jonas Renkse - unseren Fragen

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Vor drei Jahren veröffentlichten Katatonia mit „The Great Cold Distance“ ihr bis dato wohl ausgereiftestes und homogenstes Album, das auch die Band selbst als ihr bestes ansieht. Nun endlich steht der mit Spannung erwartete Nachfolger „Night Is The New Day“ an.

Wie soll es möglich sein, das 2006er Meisterwerk noch zu toppen? Und wie motiviert man sich selbst, überhaupt eine neue Platte aufzunehmen, wenn man das perfekte Album abgeliefert hat?

Um diese und eine Menge anderer interessanter Fragen zu beantworten, stehen uns Gitarrist Anders Nyström und Sänger Jonas Renkse zur Verfügung, die uns in der Lounge des Hamburger Zleep Hotels in der Nähe der Reeperbahn empfangen. Zunächst müssen wir lediglich mit Anders Vorlieb nehmen, da Jonas gerade ein längeres Telefongespräch führt, doch später stößt dann auch der Frontmann hinzu, um Fragen zu Texten und ähnlichem zu beantworten.

 

The-Pit.de: Hi, wie geht’s denn so? Alles soweit in Ordnung?

Anders: Ja, alles super, danke.

 

The-Pit.de: Okay. Als erstes würde ich gerne mal wissen, wie es eigentlich kommt, dass ihr hier in Hamburg Interviews gebt, obwohl ihr gar kein Konzert spielt.

Anders: Tja, eigentlich habe ich auch keine Ahnung, was ich hier tue (lacht). Nein, unser Label meint, es sei eine gute Idee, auf einen Pressetrip zu gehen und Face-to-Face-Interviews zu machen, anstatt nur Telefoninterviews und ähnliches zu geben. Und das macht schon Sinn. Da kann man dann beispielsweise auch Videointerviews aufzeichnen, außerdem ist das Ganze so viel kommunikativer und persönlicher.

 

The-Pit.de: Stimmt. Dann lass uns doch gleich mal über das neue Album „Night Is The New Day“ reden. Ich habe es ein paar Mal gehört und auf eurer Homepage gesehen, dass jedes Bandmitglied „The Great Cold Distance“ als sein favorisiertes Katatonia-Album ansieht. Ich glaube, ich habe es noch nie bei irgendeiner Gruppe gesehen, dass sich alle Mitglieder einig sind, was ihre Lieblingsplatte der eigenen Band ist. Deshalb würde ich gerne wissen: Wie motiviert man sich überhaupt noch, eine neue Scheibe aufzunehmen, nachdem man das scheinbar perfekte Album herausgebracht hat? Wie kann man das noch toppen?

Anders: Genau das ist das Problem, das wir hatten. Deswegen haben wir für die neue Scheibe auch drei Jahre gebraucht. Normalerweise sind wir etwas schneller und auch mit dem Stress konnten wir immer gut umgehen: Wir buchen ein Studio, gehen hinein, arbeiten und arbeiten und hoffen, dass wir bis zur Deadline fertig werden. Aber diesmal hat das einfach nicht funktioniert – wegen des Drucks. Druck, den wir uns selbst auferlegt haben, und der das Komponieren betraf, aber auch Druck von außen, vom Label, das uns drängte, fertig zu werden und von den Fans, die sich eben diese Frage stellten: Wie könnt ihr das letzte Album toppen? All das hat uns schon zugesetzt.

Wir hatten das Studio schon zweimal gebucht, aber wir mussten das wieder absagen, weil die Platte zu dem Zeitpunkt einfach nicht gut genug geworden wäre. Also war es besser, dass wir wieder einen Schritt zurückgehen und mit dem Ganzen von vorn anfangen, als wenn wir ins Studio gegangen wären, alles aufgenommen hätten und dann am Ende ein Album herauskommt, zu dem wir nicht selber stehen – vielleicht wäre es sogar absolute Scheiße geworden. Das wäre der Untergang der Band gewesen, das weiß ich genau. Wir mussten die Dinge also sich selbst entwickeln lassen und das wird immer anstrengender und anstrengender. Aber jetzt fühle ich mich gut, denn ich sitze hier und befinde mich nicht im Studio – wir haben’s geschafft! Die Masters sind beim Label, das Album wird bald erscheinen und ich bin sehr stolz, dass es endlich zu diesem Punkt gekommen ist. 

 

The-Pit.de: Ich finde, dass sich das Endresultat sehr gut anhört. Gerade der Sound ist mal wieder exzellent. Haben Jonas und du erneut als Produzenten fungiert?

Anders: Ja, Jonas und ich haben erneut produziert, aber wir hatten wieder David Castillo an unserer Seite, der es co-produziert hat. Der Typ ist superprofessionell und kennt sich sehr gut mit Sounds aus. Ich denke, die magische Balance bei Katatonia ist, dass Jonas und ich die Alben sozusagen auf künstlerischer, musikalischer Ebene produzieren, während David in technischen Dingen sehr bewandert ist. Wir sind schließlich keine Studio-Engineers, wir sind Musiker. Wir brauchen jemanden, der die Knöpfchen dreht und sagt: „Lass uns das doch so und so machen, wie wäre es mit dem Sound“ und so weiter. Er ist auch bei allen Live-Gigs unser Engineer. Wir arbeiten sehr eng zusammen – er kennt unsere Songs, er kennt unseren Sound. Das macht es sehr einfach und sehr bequem.

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