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Katatonia im Interview (November 2016)

Keine Hits, keine Kompromisse

Vier Jahre zwischen zwei regulären Katatonia-Alben sind eine bisher nie dagewesene Zeitspanne, in der sich im Lager der Band allerdings trotzdem einiges getan hat: So waren die Schweden gezwungen, sich nach einem neuen Drummer umzusehen, nachdem der seit vielen Jahren bei den Melancholikern trommelnde Daniel Liljekvist aus familiären Gründen seinen Hut nahm – in Ex-Engel-Stöckchenschwinger Daniel Moilanen wurde man schließlich fündig. Zwischen „Dead End Kings“ und dem aktuellen „The Fall Of Hearts“ kamen außerdem noch die halbakustische Scheibe „Dethroned And Uncrowned“ sowie die Unplugged-DVD/Blu-ray „Sanctitude“ heraus, und auch Bloodbath, bei denen die Katatonia-Chefstrategen Jonas Renkse (Gesang) und Anders Nyström (Gitarre) bekanntlich ebenfalls aktiv sind, haben 2014 mit Paradise Lost-Frontmann Nick Holmes eine neue Platte aufgenommen. Gesprächsstoff gab es also genug für ein interessantes Interview, das wir wenige Stunden vor der Show in Hamburg mit Jonas und Anders führen durften, wobei das Reden hauptsächlich Jonas übernahm.

The-Pit.de: Hallo, ihr Beiden. Wie geht es denn so?

Jonas: Gut. Meine Stimme ist ein bisschen… naja, es war eine lange Tour. Aber alles okay soweit.

The-Pit.de: Sehr schön. Ihr habt dieses Jahr mit „The Fall Of Hearts“ ein neues Album herausgebracht. Wenn man sich die Weiterentwicklung von „Night Is The New Day“ zu „Dead End Kings“ ansieht und nun die von „Dead End Kings“ zu „The Fall Of Hearts“, scheint mir der Schritt diesmal größer zu sein. Es gibt deutlich mehr progressive Elemente, die das Album meiner Ansicht nach schwerer zugänglich machen. Ich brauchte jedenfalls recht viele Durchläufe, bis das Material zündete. Wie seht ihr das?

Jonas: Ich stimme zu, der Sprung ist diesmal etwas größer. Es gibt mehrere Faktoren, die dies ausmachen. Ich meine, wir haben vier Jahre gebraucht seit dem letzten Album und sind sehr viel getourt, was ich übrigens ebenfalls als Inspiration ansehe. Außerdem haben wir einen neuen Drummer in der Band, was auch ein Faktor sein kann, dass wir etwas progressiver sein wollten. Allerdings ist das jetzt auch nicht so beabsichtigt, wie sich das vielleicht anhört; wenn wir Musik schreiben, wollen wir schlicht die besten Songs abliefern, die möglich sind. Aber mit der Zeit sammelt man mehr und mehr Erfahrung, macht neue Alben, tourt dazu – das alles hat Einfluss auf einen.

The-Pit.de: Apropos neuer Drummer: 2014 erfolgte die Trennung von Daniel Liljekvist, was für viele Fans sicherlich überraschend kam, war er doch – sieht man von euch beiden ab – das letzte langjährige Bandmitglied. Es muss für euch doch sicher ein Schock gewesen sein, als er seinen Abschied erklärte.

Jonas: War es am Anfang auch. Natürlich waren wir traurig, als er uns mitteilte, dass er gehen will, auf der anderen Seite respektieren wir seine Entscheidung selbstverständlich. Er wollte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sie erwarten ihr drittes Kind und da kann man irgendwann nicht mehr ständig on the road sein so wie es bei uns der Fall ist.

The-Pit.de: Er ist jetzt in einer neuen Band, In Mourning. Habt ihr deren neue Platte „Afterglow“ schon gehört?

Jonas: Ja, da hab ich reingehört. Sie sind keine sonderlich aktive Band, ich denke, es ist gut für ihn, wenn er weiterhin spielt, denn er ist ein toller Schlagzeuger. Und sie haben nur etwa zehn Auftritte im Jahr, von daher ist das kein Problem. Und ich denke, auf dem Album erkennt man auch seinen Spielstil wieder.

The-Pit.de: Und wie seht ihr die Unterschiede zwischen den beiden Daniels in ihrem Spiel?

Jonas: Ich denke, der „alte“ Daniel ist eher ein grooviger Schlagzeuger mit einer sehr guten Vorstellungskraft, was coole Drumpatterns anbelangt, während der „neue“ Daniel eher ein technischer Drummer ist, mit ein bisschen mehr jazzigem Flair, und möglicherweise ein Schlagzeuger, der mehr progressives Zeug spielen kann. Sie sind unterschiedlich, aber beide Ausnahmeschlagzeuger.

The-Pit.de: Habt ihr noch Kontakt zu den Norrman-Brüdern und wisst ihr, was sie jetzt machen?

Jonas: Ja, natürlich. Wir sind noch mit allen befreundet, die jemals in der Band waren. Sie spielen in einer Band namens October Tide, aber da ist es genauso: Es wird nicht ausgiebig getourt und so, denn sie waren damals aus ähnlichen Gründen ausgestiegen, weil sie Touren und Arbeit nicht mehr vereinbaren konnten. Aber wir haben definitiv noch Kontakt.

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