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KadavriK im Interview (August 2015)

„...wenn man eine Band im Underground ist und immer so an diesem nächsten Level kratzt, kannst du echt sehr viel Stress und sehr viel Kummer haben...“

Gute zwölf Jahre sind KadavriK nun schon aktiv und stellen dieser Tage mit „Grimm I & II“ ihren mittlerweile vierten Longplayer vor, der vor allem eine neue musikalische Schaffensphase einleitet und ganz sicher polarisierend zwischen allen Szenestühlen sitzt. Genau solche Bands muss man sich herauspicken und unterstützen, genau deswegen hocken wir in der Helvete in Oberhausen zusammen, um ein wenig ins Plaudern zu geraten. Frontmann und Gitarrist Niklas sowie Drummer Frank nehmen sich dafür Zeit, auf diesem Wege nochmals ein fettes Dankeschön.

The-Pit.de: Auf der neuen Platte „Grimm I & II“ habt ihr euer Spektrum erweitert, weg vom frühen melodischen Death Metal hin zu blackmetallischen Einflüssen mit unglaublich vielen atmosphärischen Parts. Wir würdest du selbst eure Entwicklung seit dem „N.O.A.H.“-Album beschreiben?

Niklas: Musikalisch würde ich sagen, geht das mit einem sich entwickelnden Musikgeschmack einher. Wir hören wieder viel Post-Rock, ich selbst höre tatsächlich auch wieder mehr Black Metal, was ich eigentlich eher in meinen Kindheitstagen gehört habe, und generell auch mehr atmosphärische Musik. Damit war die musikalische Entwicklung etwas ganz natürliches. Es hat sich ja auch schon ein bisschen im Konzeptteil auf der „N.O.A.H.“ angedeutet, dass die Stücke atmosphärischer sind, die Entwicklung haben wir halt nur fortgesetzt. Zwischendurch hatten wir ja noch die „Open Wounds In Salted Sea“-Single, die ja auch schon dieses Atmosphärische und Düstere aufgegriffen hat.

Frank: Wir wollen uns ja auch weiter entwickeln. Das Schöne ist ja, dass wir uns das leisten können, weil wir keine Marke sind, die irgendetwas bedienen muss. Klar, früher haben wir melodischen Death Metal gemacht, weil wir das cool fanden. Wir waren jung und mochten Sachen wie Amon Amarth. Heutzutage höre ich die alten Sachen noch immer gerne, aber diese Band ist eine Marke, die heute genau dasselbe macht wie vor zehn, fünfzehn Jahren. Da haben wir persönlich keinen Bock drauf, weil wir auch keine Kohle damit verdienen. Es geht darum, dass wir Spaß haben. Dieser Spaß kommt natürlich auch dadurch zustande, dass wir uns stetig weiterentwickeln und etwas neues ausprobieren.

Niklas: Man muss halt Freiheiten haben und sich nehmen, um Spaß zu haben. Wenn man nicht frei ist oder sich frei fühlt, dann ist man gehemmt.

The-Pit.de: Das hört man dann auch an den verschiedenen Stilistiken zum Album heraus, wenn man als Beispiel das schon fast fröhliche „7 Years“ herauspickt, wo ihr auch viel mit Akustikparts arbeitet. Wenn ich aber „Ruins“ nehme, dann seid ihr wesentlich chaotischer, arbeitet mit Disharmonien... wie kommt diese Divergenz zustande?

Niklas: Man möchte ja irgendwie auch ein bisschen seine Grenzen ausloten. Natürlich haben wir ein Faible für Geballer, das kann ich nicht von der Hand weisen. Ich habe aber auch ein Faible für total ruhige, schöne Arrangements, schöne tiefe, breite Gitarren, das finde ich auch total toll. Natürlich ist das auch ein bisschen von der Tagesform abhängig, was man gerade so macht. „7 Years“ ist eines Nachts entstanden, als ich ein paar Bierchen getrunken, ein paar Zigaretten geraucht hatte und mir langweilig war. Da habe ich mich in einem ganz ruhigen Modus befunden und Musik gemacht, dabei am Computer ein bisschen was aufgenommen. Der Song war eigentlich gar nicht geplant, der ist einfach entstanden. Ich hab ihn den anderen vorgestellt und alle waren begeistert. Bei „Ruins“ haben wir uns gedacht, dass wir mal ein bisschen in die Extreme gehen, sich austesten halt.

Frank: Lassen wir den Frank mal ein bisschen leiden... Ich musste echt schon was tun, um dahin zu kommen, um den Song auch zu spielen. Ich bin immer froh, wenn der live vorbei ist.

The-Pit.de: Ich finde auch, dass die Keyboards das Album sehr stark prägen, sich aber nicht in den Vordergrund drängen. Hier mal etwas Spielerisches, dann aber auch wieder Episches, Bedrückendes. Könntet ihr das so unterschreiben?

Niklas: Ich würde das schon so unterschreiben. Abgesehen von den Pianopassagen war es uns wichtig, dass die Keyboards den Sound nicht dominieren. Es sollte nicht nach Graveworm klingen, die ein dominantes Keyboard, Streicher und so etwas haben, lieber etwas Unterschwelliges. Uns ist es auch wichtig, dass man in der Musik etwas entdecken kann, sodass es Keyboardspuren gibt, die man beim ersten Hören nicht unbedingt wahrnimmt, aber vielleicht beim zweiten oder dritten Hören und man erst dann die volle Harmoniebreite in den Passagen erkennt.

Frank: Ich glaube, dass man bei „Queen Of Sylvan Lands“ irgendwann merkt, dass es Swing und im Hintergrund ein Barpiano zu hören ist. Das ist etwas, was man wirklich nicht beim ersten Durchlauf so schon wahrnimmt.

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