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In Extremo im Interview (Februar 2017)

„Eigentlich bin ich mit einem großen Kindergarten im Reisebus unterwegs und mache Städtereisen“

Im Juni vorigen Jahres veröffentlichten In Extremo ihre neue Platte „Quid pro Quo“, welche einmal mehr die Charts stürmte und mit der sie nicht nur stärker zu ihren Wurzeln zurückkehrten, sondern auch deutlich sozialkritischere Töne verlauten ließen. Frontmann Michael Rhein nahm sich die Zeit, ein paar Fragen zum Album zu beantworten.

The-Pit.de: Hallo und herzlichen Glückwunsch zum Album. Über den Erfolg von „Quid pro Quo“ könnt ihr euch sicher nicht beschweren, dies dürfte das dritte Nummer 1-Album sein. Tangiert euch diese Zahl da überhaupt noch?

Micha: Natürlich freut man sich noch immer darüber, ist doch ein Hammer. Wer sich darüber nicht mehr freut, ist schon zu abgestumpft. Dies ist immerhin auch eine Belohnung von vielen Monaten, so ein Album entsteht ja nun nicht innerhalb von Tagen, sondern in einer längeren Zeit. Da gehören Studio, Promo und so weiter dazu.

The-Pit.de: Das neue Album ist sehr vielfältig geworden, ihr seid auch wieder ein Stück zurückgegangen und habt gleichzeitig neue Elemente eingebaut.

Micha: Also zurückgegangen würde ich nicht so sagen, dies hat genau so viel Dudelsackanteile wie vorher auch. Sicher, „Kunstraub“ war ein rein deutschsprachiges Album, aber von mir aus kann man es auch gerne mit „ein Stück zurück“ bezeichnen.

The-Pit.de: Mir kommt es so vor, als hättet ihr bei dem neuen Album nochmal neuen Schwung bekommen.

Micha: Dies hat natürlich viel mit unseren 20 Jahre-Festival auf der Loreley zu tun. Das war so gigantisch und bombastisch; wenn du zwei Tage dort ausverkauft hast und die ganzen Hardcore-Fans siehst, die dich so viele Jahre begleitet haben, kannst du den Anblick kaum fassen und gehst schon mit einem ganz anderen Elan zur Sache.

The-Pit.de: Du sprachst gerade das Festival an, welches ja sehr groß angelegt war und bei dem auch einige andere Bands zu Gast waren. Hat man bei der Größe eigentlich zwischendurch auch mal Bedenken, dass was schiefgehen könnte?

Micha: Ich habe gedacht „Think pink“, da sind auch einige Wetten eingelaufen, wie voll wir das bekommen. Da hat aber auch im Vorfeld ein ganzer Stab fast ein Jahr verdammt viel Arbeit reingesteckt. Das fängt mit Miettoiletten an und, und, und. So etwas braucht viel Zeit und Arbeit, dies ist belohnt worden.

The-Pit.de: Kommen wir zur zurück zur Platte. Was verbindet euch mit „Störtebecker“?

Micha: „Störtebecker“ ist ja letzten Endes der Robin Hood der Meere und eigentlich haben wir uns selbst schon gewundert, obwohl wir schon viele Seemannssachen gemacht haben, dass wir das Thema noch nicht angefasst haben. Diesmal hat es einfach gepasst. Die Musik war da und dann ergab eins das andere.

The-Pit.de: Ihr wart vor kurzem in Russland, was auch nicht die erste Tour war. Diesmal gab es noch ein Liebeslied für das Land. Was fasziniert euch besonders?

Micha: Wir touren dort schon seit zehn Jahren und haben auch das Glück, dort viel zu reisen. Wenn du das Land siehst – es ist einfach fantastisch. Du erkennst sofort diese Mentalität, die wir auch haben. Du erkennst sofort die Straßengesetze und weißt, wie du dich zu verhalten hast. Bei den Menschen ist es wirklich so, die geben im Notfall ihr letztes Hemd. Es ist im Endeffekt auch nicht so, wie es immer in den Medien dargestellt wird. Und unabhängig von der politischen Lage, über Putin kann man denken was man will, ist es wie in jedem Land auf dieser Welt: Es gibt viel Armut und viel Reichtum, der ungerecht aufgeteilt ist und trotzdem finden wir Russland ganz gut.

The-Pit.de: Gibt es Unterschiede vom Publikum?

Micha: Es ist der Hammer, wir spielen dort auch nur große Hallen. Da ist viel Euphorie, viel gute Laune und sie singen auch jedes Wort mit. Das denkst du immer gar nicht. Noch dazu haben wir mit „Schwarzer Rabe“ außerdem ein russisches Lied vertont.

The-Pit.de: Wie läuft das eigentlich, also mal rein sprachlich gesehen?

Micha: Ich habe ja mal Russisch in der Schule gelernt, es ist zwar fast alles weg, außer ein paar Brocken. Deswegen habe ich mich auch mit einem Russen hingesetzt, allerdings klinge ich halt immer noch wie ein Ausländer, was allerdings wieder recht charmant ist. Die Lyrics sind ja von einem alten kosakischen Gedicht, welches dort Groß und Klein kennt, dementsprechend ist die Freude sehr groß. Wenn du dann in ihre Augen siehst, ist das einfach geil.

The-Pit.de: Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland hat sich in den letzten Jahren deutlich abgekühlt, bekommt ihr dies bei Tourneen mit?

Micha: Wenn wir dort spielen, bekommen wir das nicht zu spüren. Aber wenn man irgendwelche Medien anmacht, bekommt man es eben doch mit. Ich sag mal so, der Westen umzingelt Russland die letzten zwanzig Jahre und dass irgendwann mal jemand den Finger hebt und sagt „hier ist mal Schluss“, kann ich sogar nachvollziehen. Aber im Endeffekt möchte ich mich politisch raushalten, auch wenn es wieder immer mehr in Richtung kalter Krieg geht. Wir als Band bekommen es nicht zu spüren, ganz im Gegenteil.

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