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Hobbs’ Angel Of Death im Interview (Februar 2013)

“Wie ein Geschenk, euch die Aggressionen zu geben und so viele Emotionen zurückzuerhalten“

Hobbs Angel Of Death live im Oberhausener Helvete, August 2012

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The-Pit.de: Jetzt hat sich aber das Musikbusiness seit damals wahnsinnig verändert. Wie nimmst du das wahr?

Peter: Ich denke, dass die 80er wirklich eine ganz spezielle Zeit waren, für jede Art von Musik, ganz gleich ob Popmusik, Punk oder was auch immer, die 80er waren sehr speziell. Ich bin so glücklich, dass ich die 80er miterlebt habe, Teil der Musikszene war. Viele junge Menschen heute werfen ja auch einen Blick auf die damalige Musikszene, nehmen sich die Musik von damals und schreiben neue Songs daraus. Schau dir nur die Thrash-Metal-Bands aus den 80ern an, seitdem hat sich doch eigentlich gar nichts geändert, so als hätte sich die Welt in diesen ganzen Jahren erst gar nicht gedreht. Und hey: Warum sollte ich nicht auch heute Thrash Metal spielen?

The-Pit.de: Es sind doch aber solche Sachen wie illegale Downloads usw. dazugekommen, die eine ganz andere Qualität als das Tapetrading haben.

Peter: Oh man, da hat sich wirklich so viel verändert (seufzt). Wir arbeiten so hart im Studio, wir arbeiten so hart bei und für die Shows, wir versuchen immer wieder die Musik zu den Fans zu bringen, die Fans möchten aber auch etwas Besonders haben und in der Hand halten. Durch das Internet kannst du schon das Release vom Montag am Montag auch illegal herunterladen (oder schon Wochen vorher; Anm.d.Red.), jeder kann sich das für lau besorgen. Die wirklichen „Die Hards“ aber werden sich das Album kaufen, weil sie sich das Coverartwork ansehen wollen. Es gibt ja auch Bands, die spezielle Packages herausbringen, limitierte Editionen. Du kannst die CD nicht mehr einfach so verkaufen, du musst schon ein Digipak anbieten, vielleicht noch mit einer DVD dazu. Ich bin schon ein bisschen enttäuscht darüber, welche Änderungen die neuen Technologien möglich machen, die sich manchmal in die falsche Richtung entwickeln. Manchmal sind sie ein Geschenk, manchmal sind sie hilfreich und manchmal einfach schädlich. Es ist schon traurig, was da passiert. Ich weiß nicht, vielleicht wäre es einfach nur gut, eine CD zu veröffentlichen, die nicht kopiert werden kann (und was ist mit dem Recht auf eine Schutzkopie? Anm.d.Red.).

The-Pit.de: Plant ihr nur eine CD-Ausgabe oder dürfen die Fans auch mit einer Vinylscheibe rechnen?

Peter: Fest steht, dass ich wieder mit Harris John arbeite. Wir haben auch beim Headbangers Open Air aufgenommen und auch heute Abend haben wir fleißig mitgeschnitten, morgen sind wir in London und schneiden da ebenfalls mit, danach sind wir zurück in Holland, wo wir nochmals ein bisschen aufnehmen werden. Unsere letzte Station wird dann das K17 in Berlin sein, ein hervorragender Club. Ich bin mir sehr sicher, dass nach heute Abend, nach London und auch nach Holland genug Material zusammengekommen ist, bevor wir dann die letzte Show im K17 spielen und dann wieder nach Hause fliegen. Wir lieben es, brutal zu spielen, wir lieben Deutschland, ihr seid immer so gut zu uns, es ist jedes Mal wie ein Geschenk, euch die Aggressionen zu geben und so viele Emotionen zurückzuerhalten.

The-Pit.de: Man hat schon auf der Bühne gesehen, dass du ein wenig überrascht bist, wie die Fans mitgegangen sind. Sieht das zu Hause in der australischen Szene anders aus?

Peter: Zurück in den 80ern war es fantastisch, in den 90ern ging es auch noch so, aber irgendwann rund um 2000 hat sich das irgendwie geändert. Heutzutage kannst du dir jede Menge internationaler Bands anhören, die alle nach Australien kommen. Einige verkaufen die Clubs aus, andere wiederum nicht. Ich habe mich hier mit einem Freund unterhalten, der mir gesagt hat, dass hier Cannibal Corpse vor 2000 Leuten spielen würden, und zwar in Hamburg, bei uns spielen sie vor vielleicht 100 Fans. So schnell kann man heute kein Geld mehr verdienen, es wächst nicht auf den Bäumen und es fällt auch nicht vom Himmel. Die Welt verändert sich dahingehend, dass Sachen immer teurer werden, Arbeitslosigkeit gibt es auch überall, überall wird es für alle härter. 2012 ist vielleicht nicht das einfachste Jahr zum Leben.

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