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Heresy im Interview (März 2007)

"Überall noch extremer werden"
Zum Thema

Die Frankfurter Heresy haben mit ihrem Demo "Warfare Of Minds" ja schon mächtig Staub aufgewirbelt.

Und da nun auch endlich ein neuer Drummer an Bord ist, wurde es für uns höchste Zeit, genaueres zu erfahren.

Ein auskunftsfreudiger Alex Siedler beantwortete dann auch meine Fragen ...

 

The-Pit.de: Hey Alex, alles klar bei Euch? 

 

Alex: Gude,

sicher; so weit so gut.

 

 

The-Pit.de: Ich komme zuerst mal auf Euer Demo zu sprechen, okay?

Wie ist Eure „Warfare Of Minds“ bislang so bei den Magazinen angekommen?

Waren da weitere Redakteure derart geplättet wie ich, sodass wie bei mir 9/10 dabei herauskamen?

 

 

Alex: Das Demo ist super angekommen, worauf wir alle natürlich sehr stolz sind. Es gab zwar (fast) immer Abstriche wegen des Drum PCs, aber damit haben wir gerechnet. Also war das O.K. so.

 

The-Pit.de: Dann erübrigt sich ja fast schon meine weitere Frage, wie Du selbst mit den Reviews zufrieden bist ...

Gibt es denn zwischenzeitlich Dinge den Sound betreffend, die Du nun anders arrangieren würdest?

 

 

Alex: Vom Sound her bin ich eigentlich immer noch zufrieden. Der Drum PC stört zwar, aber das hat unser Produzent meiner Meinung nach sehr gut in den Griff bekommen.

Von den einzelnen Songs her würde ich sicherlich, was das Arrangement betrifft, was abändern

Das passiert aber teilweise schon im Proberaum mit einem echten Drummer

Es gibt einfach ein paar Stellen, die mit echten Drums nicht so rüber kommen wir mit PC. Das Gute dabei ist, dass die Songs noch einiges an Dynamik gewinnen und um einiges organischer werden.

 

 

The-Pit.de: Dann setzen wir uns nun einmal auf die Besetzungscouch …

Zuerst geht´s um Eurem neuen Drummer:

Erzähl mal … Wer ist der neue Mann an Eurer Schiessbude? Wo hat er vorher die Felle verdroschen?

 

 

Alex: Unser neuer Mann heißt Denis Didic. Er kommt ursprünglich aus dem Hardcore Bereich. Irgendwann hat er Bock gehabt auf ein bisschen Doublebass und Blastbeats, also hat er sich nach einer Death Metal Combo umgeschaut. Und da waren wir zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle, hehe.

Die Tatsache, dass er vorher eher weniger mit Death Metal zu tun gehabt hat, kommt den Songs sehr zu Gute. Das neue Material ist facettenreicher.

Aber wenn wir grad im Besetzungskarussel fahren, dann muss ich hier auch verkünden dass unsere Bassistin Eva Kreuzer ausgestiegen ist. Sie hatte zu viel um die Ohren wegen ihrem Studium. Irgendwann waren beide Seiten einfach nicht mehr zufrieden. Böses Blut war allerdings nicht im Spiel.

 

 

The-Pit.de: Warum habt Ihr die News bezüglich Denis und auch den Ausstieg Evas noch nicht Euren Fans als News auf Eurer Homepage mitgeteilt? 

 

Alex: Wir kamen bis jetzt noch nicht dazu. Die freie Zeit die wir haben, haben wir im Proberaum verbracht. Aber bezüglich der Page wird's demnächst ein größeres Update geben

Es wäre zwar angebrachter gewesen, aber die Page ist halt schlicht und ergreifend einfach Untergegangen; wir mussten einen neuen Proberaum beziehen, ausstatten usw. Dann kamen noch private Verpflichtungen hinzu.

 

 

The-Pit.de: Gab es zwischendurch für Euch auch Phasen, in denen bei Euch die Luft raus war (so von wegen: ;Mann, warum findet sich bloss keiner?) oder wart Ihr während der Suche immer durchweg optimistisch? 

 

Alex: Diese Phase hätte es wahrscheinlich gegeben, wenn wir das Demo nicht aufgenommen hätten. Aber die Reviews und das ganze Drum herum hat uns erstens aufgemuntert und zweitens auch abgelenkt von der ewigen Rumsucherei. Aber natürlich gab es auch Momente wo niemand mehr Bock hatte sich miteinander zu treffen um irgendwelche Bandangelegenheiten zu klären. Für was ja auch? Auftreten konnten wir ja nicht.

Das Demo hat uns da echt über die Runden geholfen.

Bzw die daraufolgenden Reaktionen.

 

 

The-Pit.de: Okay, also umso besser!

Aber um nochmal auf Evas Ausstieg zurückzukommen: Seid Ihr jetzt auch wieder akut auf der Suche nach Ersatz für Euren Tieftöner-Posten?

 

 

Alex: Ich wills gar nicht ausprechen, aber ja, wir sind wieder auf der Suche, hehe

 

The-Pit.de: Oh, bitte haltet durch ...

Es wird dann wohl leider noch ein Weilchen dauern, bis Ihr dann den Fans Eure Songs live so richtig um die Lauscher hauen werdet, oder?

 

 

Alex: Das ist leider Gottes richtig. Die Songs müssen ja auch eingeprobt werden. Außerdem scheinen wir im Proberaum irgendwie vom Pech verfolgt zu werden. Es gab bis jetzt glaube ich nicht eine Probe wo nicht irgendwas durchgebrannt oder ähnliches ist. Sowas hält halt massiv auf. Hinzukommt dass auch ständig die Kohle knapp ist. Das sind alles (nervende) Faktoren die Live Auftritte verzögern

 

 

 

The-Pit.de: Das hört sich wirklich alles sehr nervenaufreibend an ... ich hoffe, Ihr bringt auch weiterhin die Energie auf, durchzuhalten & auch weiter zu machen...

Lass uns nun mal auf die "Warfare Of Minds" zu sprechen kommen ...

Woher kam denn Eure Inspiration für Eure Songtexte für dieses Demo?

 

 

Alex: Meine Inspiration für meine Texte ist das Leben. Es sind Dinge die einem selbst wiederfahren, oder die man aus den Nachrichten mitkriegt. Ich bin der Meinung dass man sich keines seiner Themen aus den Fingern saugen muss. De facto, ich würde keine Texte über die brutalsten Verstümmelungen, Heldensagen oder Black Metal Satanismus schreiben, weil das für mich zumindest einfach surreal ist. Mach den Fernseher an und du hörst im 2 Minuten Takt schockierende Meldungen. Wozu Fiktionen über Gewalt?

Die Themen die wir im Demo verarbeitet haben passieren doch täglich. Ständig wird gemordet und freie Meinungsäußerung unterdrückt.

 

Wie ich, bzw. wir das dann zu Papier bringen ist dann wieder eine andere Geschichte. Die Gedanken eines Embryos während einer Abtreibung kann niemand nachvollziehen. Das sind Spekulationen.

Zu "Back-Street Abortion" kann ich aber auch eher weniger sagen, weil der Text von unserem Sänger stammt.

 

 

The-Pit.de: Stimmt, das wahre Leben ist grausam genug...

Das Songwriting habt Ihr als eine Art Gemeinschaftsprojekt durchgezogen?

 

 

Alex: Das Songwriting zum Demo habe ich größtenteils alleine gemacht. Was jetzt aber nicht heißt, dass ich der totale Diktator wäre bei uns. Wie schon erwähnt, auf die Lyrics von „Back-Street Abortion“ hatte ich keinen Einfluss, ebenso wenig wie auf das Arrangement der Lyrics. Ansonsten muss ich noch betonen, dass das Demo ohne Thorsten niemals so gut geworden wäre. Er hat viele starke Ideen eingebracht und viele meiner momentaner Lieblingsriffs stammen von ihm.

 

The-Pit.de: Wessen Idee war das Motiv für das Coverartwork?

Woher kennt Ihr Andre Hofmann, der sich für dieses - zugegebenermassen sehr gute - Coverartwork verantwortlich kennzeichnet?

 

 

Alex: Andre ist ein guter Bekannter von Marko und mir. Die Idee stammt von mir. Ich wollte was haben, was sich mit dem Demotitel "Warfare of Minds" verbinden lässt. Deswegen auch der Panzer im Hirn. Den Titel werden wir noch sicherlich irgendeine kommende Veröffentlichung einbringen, weil er vielseitig interpretierbar ist. Man kann ihn auf die Gesellschaft übertragen, auf Politik usw.

 

The-Pit.de: Meinst Du das so wie "Warfare Part II"? 

 

Alex: Nein das nicht. Aber eventuell ein Song, der so heißen wird.

Diese ganzen Part X-Geschichten halte ich für nicht ganz ungefährlich für eine Band. Oft erreicht man das gegebene Level nicht, oder man hat sich zu sehr weiterentwickelt, sodass die Grundidee nicht mehr die selbe ist.

Was jetzt nicht heißen soll, dass Weiterentwicklung was Schlechtes ist, nein im Gegenteil.

 

 

The-Pit.de: Stimmt, Stillstand wird einer Band auch oft zum Vorwurf gemacht .. fehlende Inspiration, auf der Stelle treten ...

Habt Ihr denn bei dem professionellen Eindruck Eures Demos nicht mal darüber nachgedacht, das Ganze nicht bloss als freien Download zur Verfügung zu stellen, sondern dafür ein paar Euronen zu verlangen?

 

 

Alex: Sicherlich wurde über diese Option nachgedacht. Wir hatten das Demo aber ursprünglich lediglich als Drummer Werbung geplant. Dementsprechend haben wir uns auch auf ein nicht ganz so großes Budget, was wir ja aus eigener Tasche bezahlt haben, eingestellt. Der Sinn und Zweck des Demos ist aber nach wie vor um auf uns aufmerksam zu machen. Wer zahlt schon 5 Euro für eine Band von der er noch nie gehört hatte?

 

Die gebrannten Versionen kann man sicherlich noch für ein paar Ois vertickern. Aber eine größere Auflage halte ich einfach nicht für sinnvoll, wegen des Besetzungswechsel.

Außerdem freuen sich doch die Fans, für nichts ein wenig gute Musik downloaden zu können. Das ist doch schön.

Wir haben auch vor allem nicht mit solchen Resonanzen gerechnet.

 

 

The-Pit.de: Tja, selbst schuld, wenn Ihr so gute Songs fabriziert …

Tobias Lehnert hat bei der Produktion Eures Demos einen verdammt guten Job geleistet. Wie fiel Eure Wahl auf ihn?

Und werdet Ihr auch bei zukünftigen Projekten mit ihm zusammen arbeiten?

 

 

Alex: Purer Zufall, hehe. Hier befindet sich 2 Straßen weiter die SAE, eine renommierte Institution für Ton/Video/Graphik Techniker. Sprich, da werden Produzenten geboren, hehe. Ich habe dann vor Ewigkeiten einen Zettel ausgehängt, dass wir jemanden bräuchten, der ein Demo gut abmischen kann. Darauf hin hat sich Tobi gemeldet. Das war im Sommer 2005. Den Kontakt haben wir dann gut gepflegt, es hat sich dazu noch rausgestellt dass er unsere Bassistin kennt und irgendwann hat er mich angemailt, ich soll mich doch endlich mal auf meinen Arsch hocken, denn er will uns aufnehmen. So gingen wir im Mai/Juni 2006 ins Studio.

 

Dagegen (eine weitere Zusammenarbeit – Anm. der Redaktion) spricht rein gar nichts. Er hat einen wahnsinns Job gemacht, ich komme mit ihm als Mensch sehr gut aus und er weiss, wovon er redet.

 

 

The-Pit.de: Hört sich doch gut an ...

 

Wie sieht es denn bei Euch mit neuem Material aus?

In welche Richtung wird sich dieses nun mit Denis bewegen? Gibt es einen heftigen Ruck in die Hardcore-Ecke?

 

 

Alex: Die Entwicklung ist, meiner Meinung nach, sehr gut. Wir arbeiten zunehmend auch mehr als Team. Wie schon erwähnt wird das neue Material organischer und dynamischer klingen.

Ich bezweifle dass es in die Hardcore Richtung gehen wird. Denis hat sich ja nicht ohne Grund eine Death Metal Band gesucht, hehe.

 

Aber dass das eine oder andere Riff durchsickert, das kann schon passieren. Ich bin generell für alle Abarten des Metals offen, hehe. Ich habe mich ja auch nicht gescheut diesen Santana artigen Teil in „Back-Street Abortion“ einzubauen, hehe.

Meine Devise ist: überall noch extremer werden.

Die langsamen Parts noch langsamer, die schnellen noch schneller usw.

 

 

The-Pit.de: Haha, hört sich gut an ...

alá Doom meets Grindcore, hehe ...

Lass unsere Leser doch bitte mal Eure Pläne für Eure nähere Zukunft wissen …

 

 

Alex: Es liegen interessante Gig Angebote vor und in unseren Köpfen brodeln auch schon viele Ideen für neue Songs, Konzepte etc.

Als erstes will ich aber mit Heresy auf die Bühne. Da müssen aber noch ein paar Songs her. Wenn das läuft, werden wir uns auch auf die nächste Veröffentlichung konzentrieren.

Doom meets Grindcore ist übrigens ne geile Idee! Haha

Aber Thorsten und ich haben noch eine viel bessere: Progressive Punk! Wie würde wohl Blitzkrieg Bop mit einem 15/16 Takt klingen?

Ich hoffe, das wird jetzt von euren Lesern nicht ernst genommen, haha!

 

 

The-Pit.de: Ach was, unsere Leser verstehen schon Spass...

Mein ich doch, dass Doom meets Grindcore ne geile Kombination wäre...

aber Progressive Punk ... oweiowei ... jetzt wird´s aber derbe

Ein Livereview von Euch würde sich bei uns im Magazin auch sehr gut machen...

Habt Ihr dann auch vor, bei ansprechenden Angeboten auch ausserhalb des Einzugsgebietes von Frankfurt zu spielen?

 

 

Alex: Aber sicher! Wenn ich könnte würde ich überall auf der Welt spielen! Meine größten Ziele wären Moskau, Almaty/Kasachstan und das ehm. Jugoslavien, hehe!

 

The-Pit.de: Warum gerade diese Auswahl? Weil Almaty Deine Heimatstadt oder die Deiner Eltern/Grosseltern ist? Und warum Moskau und das ehem. Jugoslawien? 

 

Alex: Also: in Almaty habe ich bis zu meinem neunten Lebensjahr gelebt und liebe diese Stadt. Für Moskau gibt es im Prinzip keinen besonderen Grund. Einfach nur, weil ich in der ehemaligen UdSSR geboren bin. Und vom ehm Jugoslavien bin ich auch total fasziniert. Außerdem ist Marko Kroate und Denis stammt aus Bosnien, hehe.

 

The-Pit.de: Aha, okay...

So Alex, genug der Worte ...

Wir sind nun am Ende des Inties angelangt...

Die letzten Worte an unsere Leser von The-Pit.de gehören einzig und allein Dir …

 

 

Alex: Alles klar. Dann danke ich erstmal dir und dem Magazin für das Interview!

 

Ansonsten kann ich nur sagen: Benutzt euren Verstand, denkt nach, lasst euch nicht alles gefallen was von höheren Instanzen unseres Staatensystems kommt! Aber das wichtigste: Genießt euer Leben!

 

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Alex Siedler und Heresy für dieses ausführliche und lockere Interview und wünschen der Band weiterhin dieselbe Energie, um unseren Lesern in Zukunft noch viel von dieser richtig guten Frankfurter Death Metalband berichten zu können!

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