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Helloween im Interview (Juni 2021)

Sieben Alpha-Hein-Mücks

The-Pit.de: Wie siehst du heute die damals sehr umstrittenen Alben „Pink Bubbles Go Ape“ und „Chameleon“?

Markus: Hm, wir waren damals in einem Zustand, in dem wir wahrscheinlich gar nichts anders hätten abliefern können. Wir hatten irgendwie versucht, uns als Helloween zu halten, hatten aber andere Leute – Kai war weg und Roland (Grapow; Anm.d.Verf.) kam und direkt nach dem Erfolg der „Keepers“-Alben wussten wir nicht so genau was wir machen sollten; lieber was anderes oder doch nicht, die Erwartungshaltung war natürlich enorm und wir waren da so ein bisschen durcheinander… Ich würde jetzt nicht sagen, die „Pink Bubbles…“ war jetzt richtig scheiße… Aber dann kam auch noch die „Chameleon“ und die hat den Leuten dann wahrscheinlich den Rest gegeben (lacht). Ich kann die Leute verstehen, die damals vielleicht gesagt haben: „Joa, eigentlich ganz gut, aber von Helloween wollen wir so was nicht wirklich hören“. Als wenn es eine andere Band gewesen wäre (lacht).

The-Pit.de: Ingo hatte damals den Song „Windmill“ doch zum Beispiel „Shitmill“ genannt, weil er den so kacke fand.

Markus: Haha, stimmt. Aber gut, im Nachhinein mit den Jahren so was zwischen den ganzen Platten im Backkatalog zu haben, so was völlig anderes, finde ich auch irgendwie ganz geil. Hat man mal gemacht und hat dazu gestanden; sicherlich waren das nun nicht die Scheiben, die Helloween in den Olymp geschossen haben, es war jedenfalls eine Seite von uns, die gezeigt hat, dass wir auch mal anders können. Auch wenn wir damals nicht so gut drauf waren, haben wir es trotzdem geschafft, was auf die Beine zu stellen – und heute finde ich das interessant.

The-Pit.de: Könntest du denn heute sagen, was das Beste ist, das ihr je gemacht hat?

Markus: Sehr, sehr schwer. Klar, die „Keepers“-Scheiben sind natürlich ganz vorne, aber auch die ersten Sachen mit Kai als Leadsänger – das war einfach auch super emotional, weil wir da das erste Mal im Studio waren. Aber auch, als Andi zu uns kam und wir an der „Master Of The Rings“ gebastelt haben, denn er meinte: „Okay, wenn ich zu Helloween komme, dann wollen wir aber auch wieder Helloween machen und nicht irgendwie so ’nen Chameleon-Kram oder sonst was“ – und das fand ich geil, dass das dann auch so schnell und zackig geklappt hat und er da so richtig schön frischen Wind reingepustet hat. Deswegen empfinde ich das auch immer noch als herausragendes Album, das war so ein Neuanfang. Gerade wo alle dachten, nach „Chameleon“ wäre es eh vorbei mit uns.

The-Pit.de: Willst du irgendwann noch mal ein „Bass Invaders“-Album machen oder war das eine einmalige Sache?

Markus: Das weiß ich momentan nicht. Ich hab zunächst tatsächlich gedacht, man könnte vielleicht während der Pandemie noch mal ein Soloalbum machen, aber irgendwie dachte ich dann doch, man könnte ja auch mal andere Sachen machen. Ich hab ein bisschen Kontrabass geübt, weil ich auch großer Stray Cats-Fan bin und das macht mir sehr viel Spaß – und jetzt auf Ach und Krach, nur weil Zeit ist, irgendwas rauszuschmeißen – da hatte ich irgendwie doch keinen Bock drauf. Das letzte Album hat mich über ein Dreivierteljahr, fast ein ganzes Jahr gekostet, weil ich da quasi alles selber gemacht hab. Ich hab mich auch mal um mich und meine Familie gekümmert, denn seit den Achtzigern war ich vielleicht einmal ein Jahr am Stück zu Hause. Deswegen hab ich die Zeit jetzt genutzt, um mal die Bude zu renovieren, wie gesagt, ein bisschen Kontrabass gelernt und mit Kumpels im kleinen Kreis Musik gemacht – aber ich bin jetzt keine größeren Projekte angegangen und auch in Zukunft werde ich mich wahrscheinlich eher um Helloween kümmern und mal gucken… Man sollte niemals nie sagen, aber das muss von selber kommen, im Moment hab ich da kein Gefühl für. Und jetzt langsam kommen auch die Ideen für die Tournee, denn man kann ja nun auch wieder ein bisschen optimistischer in die Zukunft blicken. Und geil auch, dass man jetzt im Sommer wieder draußen sitzen und ein Frischgezapftes trinken kann. Als das wieder möglich war, hab ich mir gleich erst mal zwei, drei Stück auf einmal geholt – das erste gleich geext, das zweite für den Durst und das dritte für den Genuss. Ich musste ja erst mal wieder checken, wie das überhaupt schmeckt. Da hab ich jetzt echt keine Lust, den Sommer im Studio zu verbringen.

The-Pit.de: (nach ausgiebigem Lachen) Ja, so ein frischgezapftes Bier vom Fass ist schon eine feine Sache. Da weiß man das wieder richtig zu schätzen!

Markus: Absolut. Im April wollen wir dann ja auch wieder auf Tour gehen – hoffen wir mal, dass sich das Ganze bis dahin beruhigt hat, nicht die nächste fette Welle kommt und das bald Geschichte sein wird.

The-Pit.de: Das ist mal ein sehr schönes, optimistisches Schlusswort. Danke für das Gespräch, es war mir eine große Freude und ich hoffe, wir sehen uns dann auf eurer Tour!

Markus: Sehr gerne, bis dann!

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