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Helloween im Interview (Juni 2021)

Sieben Alpha-Hein-Mücks

The-Pit.de: Wie kam die Idee auf, die Drums auf Ingo Schwichtenbergs Kit einzuspielen?

Markus: Irgendjemand hatte Kontakt zu dem Typen, der das Kit jetzt besitzt, und die Idee entstand ja schon während der Tournee. Da hatten wir ja alte Liveaufnahmen mit Ingo an die Wand geschmissen und Dani (Löble; Anm.d.Verf.) hat dann mit ihm quasi ein Battle gemacht und das war natürlich einer der emotionalsten Momente der Show, sodass wir uns gefragt haben, wie wir dieses Feeling auch mit rüber ins Studio nehmen können. Und wir sind dann ins alte Studio „Château Du Pape“, das jetzt „H.O.M.E.-Studio“ heißt, wo er auch noch Platten mit uns eingespielt hatte; da haben wir diese uralten Analog-Tapemaschinen benutzt und eben auch Ingos Kit, um diesen Geist auch ins Studio mitzunehmen. Das war uns sehr wichtig.

The-Pit.de: Da du als Bassist mit dem Drummer ja die Rhythmusbasis bildest, beschreib doch bitte einmal die Zusammenarbeit mit euren drei langjährigsten Schlagzeugern bzw. deren Stile, also Ingo, Uli Kusch und Dani Löble.

Markus: Ingo war ja quasi der erste Metaldrummer, mit dem ich gespielt habe. Der konnte geil spielen, hatte anfangs allerdings noch gar keine Doublebass. Trotzdem hat er ordentlich reingeprügelt, aber wir haben damals alle natürlich geübt wie verrückt, damit wir fit waren. Wir hatten damals nämlich auch das erste Mal eine Studiosession, wo wir den „Death Metal“-Sampler mit eingespielt haben, und irgendwie zwei Wochen vorher kam Kai mit einer Bassdrum an, hat Ingo die hingestellt und gesagt: „So. Digga, du spielst jetzt Doublebass“ (lacht). Und dann musste er sich hinsetzen und Doublebass üben. Aber der hatte eine Auffassung und einen Willen, den Scheiß hinzukriegen; seine Fills waren supergeil, akkurat und irgendwie eigen, aber er war sehr straight, sauhart und fokussiert, und es hat echt Spaß gemacht zu sehen, wie er sich permanent – auch auf Tour – zu einem richtig geilen Trommler entwickelt hat. Das hat damals schon unseren heutigen Schlagzeuger, Dani Löble, inspiriert, als er die „Keepers“-Scheiben und so gehört hat. Und Uli Kusch, der war sehr, sehr filigran; auch ein geiler Metalmann, er war sehr tight, sehr gerade, aber er hat auch ganz viele Fusion-Elemente reingebracht, was man speziell bei seinen Titeln, aber auch bei anderen gut hört. Er war etwas verspielter in seinen Breaks, konnte aber natürlich Doublebass und alles und kam manchmal fast so ein bisschen „angejazzt“, wie man so sagt, herüber. Er hat ganz viele Sachen verbunden und teilweise echt abgedrehte Sachen gespielt, wohingegen Ingo mehr so der Gerade-nach-vorne-Mann war.

The-Pit.de: Ich muss sagen, ich bin ohnehin großer Fan gerade der Uli-Kusch-Phase – ich liebe Alben wie „Better Than Raw“ oder „The Dark Ride“ und fand es immer cool, wenn ihr mal etwas düsterer klangt.

Markus: Okay, da hat ja jeder seine Präferenzen. Naja, und dann kam eben Dani und der ist schon so ’ne fette, alte Metalsau (lacht). Der liegt irgendwie so ein bisschen dazwischen: Er hat diese direkte, kackfreche, laute Art zu spielen; er ist super akkurat in der Doublebass und spielt da aber manchmal auch komplizierte Figuren, wobei Charlie (Bauerfeind, Produzent bei vielen Helloween-Alben; Anm.d.Verf.) ihn auch des Öfteren zu irgendwelchen Sachen peitscht und antreibt. Aber er setzt sich dann hin und übt das diszipliniert, bis es sitzt. Ich glaube, er sitzt da irgendwo zwischen Ingo und Uli mit seinem Stil. Er hat noch mehr diesen Einfluss von den ganz harten Bands – hier und da hört man mal ein bisschen Pantera, Exodus oder Anthrax raus, denn er spielt sehr direkt, sehr präzise hart.

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